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Ein Techniker fächert ein Glasfaser-Kabel mit farbigen Einzelsträngen auseinander. Schnelles Internet ist wichtig für den Standortwettbewerb. Doch der Ausbau der Netze kostet viel Geld.

Highspeed für Unternehmen

Ansässige Firmen wünschen sich Glasfasernetz für den Kronberger Hang

Schnelles Internet macht einen Standort für Unternehmen attraktiv. Deshalb hofft nicht nur Bürgermeisterin Christiane Augsburger, dass der Ausbau des Glasfasernetzes am Kronberger Hang zügig realisiert wird.

Wer auf der Internetseite der Stadt Schwalbach das Kapitel zum Wirtschaftsstandort studiert, gerät ins Stutzen. Dort wird immer noch ein Konzern angeführt, der gar nicht mehr am Kronberger Hang ansässig ist. „Dow ist eines der größten Chemieunternehmen der Welt, die Dow Deutschland GmbH & Co OHG ist im Gewerbegebiet Nord mit ihren Verkaufs- und Verwaltungsbüros ansässig“, heißt es. Aber das ist Vergangenheit. Denn die Firma ist zwischenzeitlich nach Wiesbaden abgewandert (wir berichteten).

Der Kreis namhafter Unternehmen im Schwalbacher Norden ist dennoch beachtlich. Dazu gehören beispielsweise der Elektronik-Konzern Samsung und Dell, ein Anbieter von Technologielösungen. Auch BIT, ein führender „Komplett-Dienstleister für ein breites Spektrum an analytischen und medizintechnischen Geräten“, ist eine feste Größe in dem 14 Hektar großen Gewerbegebiet.

Allen Unternehmen ist gemein: Sie wünschen sich ein leistungsfähiges Glasfasernetz im Gewerbegebiet-Nord. Die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser mit Hauptsitz in Borken (Nordrhein-Westfalen) ist bereit, es anzulegen. Sie plant, baut und betreibt anbieteroffene Glasfaser-Direktanschlüsse für Privathaushalte und Unternehmen.

„Rund ein halbes Dutzend mittelständischer Betriebe würden benötigt, damit sich der Ausbau für die Firma rechnet“, teilt die Stadtverwaltung Schwalbach mit und beruft sich auf Auskünfte des Unternehmens. Bürgermeisterin Christiane Augsburger hofft, dass das Vorhaben realisiert wird: „Ein Glasfasernetz stellt für Unternehmen heute und erst recht künftig einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil dar. Dies stärkt die Stadt Schwalbach als Wirtschafts- und Unternehmensstandort für die Zukunft. Ebenso wie der Main-Taunus-Kreis befürworten wir deshalb das Engagement der Deutschen Glasfaser im Gewerbegebiet am Kronberger Hang.“ Unternehmen, die Einzelheiten möchten, können sich an die Wirtschaftsförderung der Stadt wenden: Telefon (0 61 96) 8 04-2 11. Schriftliche Anfragen sind unter wifoe@schwalbach.de per Mail möglich.

Unter der Überschrift „Mit Highspeed surfen und arbeiten“ und „Ausbau der Gigabit-Breitbandversorgung in den Gewerbegebieten des MTK“ veröffentlichte der Main-Taunus-Kreis im Dezember 2017 die gemeinsame Initiative mit der Deutschen Glasfaser.

Das Unternehmen, so hieß es, habe vor, innerhalb des Jahres 2018 in den Gewerbegebieten des MTK ohne öffentliche Zuschüsse ein flächendeckendes Glasfasernetz (FTTB) auf eigene Kosten auszubauen und zu betreiben. Es ist die Rede von einer Anbindung „bis an die Gebäude mit Geschwindigkeiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde“. Steigende Anforderungen der Unternehmen machten ein Handeln in diesem Bereich nötig, da der Bedarf nur durch eine höhere Bandbreite gedeckt werden kann. Priorität beim Ausbau hätten die Gewerbegebiete, deren Bedarf am höchsten ist.

Zudem beabsichtige die Deutsche Glasfaser, das Netz künftig für weitere internationale, nationale, regionale und lokale Anbieter und Mobilfunkbetreiber mit wettbewerbsfähigen Konditionen zu öffnen („Open Access“), um eine breite und zukunftsfähige Gigabit-Breitbandversorgung in den Gewerbegebieten im Kreis zu unterstützen. Das Netz soll auch dafür ausgelegt sein, WLAN flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Die Deutsche Glasfaser steht für einen rein privatwirtschaftlichen Ansatz und nimmt für den geplanten Ausbau im MTK keine öffentlichen Fördergelder in Anspruch.

(red,ask)

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