Vermutlich ist der Motor am Badelifter kaputt. Wenn alles behoben ist, soll die Einstiegshilfe im Naturbad Schwalbach wieder angebracht werden.
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Vermutlich ist der Motor am Badelifter kaputt. Wenn alles behoben ist, soll die Einstiegshilfe im Naturbad Schwalbach wieder angebracht werden.

Technik

Badelifter wird wieder angebracht

  • vonNayoung Lee-Quell
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Behinderte Menschen kommen einfacher ins Wasser: Nach den Sommerferien wird die Einstiegshilfe im Naturbad Schwalbach montiert.

Schwalbach -Ein Badewannenlift, auch Badelifter genannt, ermöglicht Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, einen sicheren und komfortablen Einstieg in die Wanne. So können sie sicher baden und erhalten somit ein Stück Selbstständigkeit zurück. Auch im Naturbad Schwalbach gab es einen Badelifter. So hatten behinderte Menschen oder Rollstuhlfahrer die Möglichkeit, sicher und bequemen ins Wasser zu gelangen, um im kühlen Nass ihre Bahnen zu ziehen. Beim Schwimmen wird die Muskulatur des ganzen Körpers und auch das Herz-Kreislaufsystem angeregt. Auch das Immunsystem wird dabei gestärkt. Nicht zu vergessen, der Badespaß.

Doch den Badelifter gebe es dort nicht mehr. Seit gut drei Jahren, berichtet Klaus Stukenborg dieser Zeitung. Der Lifter sei damals angebracht worden, damit behinderte Menschen dort schwimmen können. Das sei auch politisch genehmigt worden. Er habe seither verschiedene Stellen angesprochen, aber stets die Antwort erhalten, der Badelifter werde repariert. "Seit drei Jahren? Das kann doch nicht sein", wundert sich Stukenborg.

Er vermutet daher, dass der Badelifter abgebaut wurde und auch nicht mehr angebracht wird. "In dem Badelifter konnten Menschen mit Behinderung oder Rollstuhlfahrer wie in einer Hängematte ins Wasser gleiten. Das war wie ein Geschenk. Was könnte es Schöneres in einem Naturbad geben?", meint der 76-Jährige, der selbst gerne Zeit im Naturbad verbringt. Mit dem Naturbad in Schwalbach gebe es nichts Vergleichbares im Main-Taunus-Kreis, daher sei es bedauerlich, dass der Badelifter entfernt wurde, so Stukenborg.

Täglich geöffnet

"Das Wasser eines Naturbades fühlt sich an wie in einem See. Es ist angenehm auf der Haut und unter Wasser die Augen zu öffnen, hat keine roten Augen zur Folge. Es ist also wesentlich angenehmer, als in einem chlorierten Bad. Die Qualität des Wassers wird, anders in einem natürlichen See, aktiv sichergestellt. Dazu zirkuliert das Wasser zwischen einem Regenerationsbecken und dem eigentlichen Badebecken. Je nach Besucherzahl werden täglich bis zu 3800 Kubikmeter Wasser umgewälzt", heißt es auf der Homepage des Naturbades. Das Regenerationsbecken ist mit Schilf angepflanzt, das diene der Reinigung des Wassers.

Es sind Sätze, die Lust machen, dort schwimmen zu gehen. Gerade bei diesen Temperaturen. Das ist auch wieder möglich. Das Naturbad hat bis zum 15. September täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet. 250 Gäste dürfen sich dort gleichzeitig aufhalten - die Hygiene- und Abstandsregeln sind natürlich einzuhalten. Besucher können dort in drei Blöcken von 10 bis 13 Uhr, von 13.30 bis 16.30 Uhr und von 17 Uhr bis zur Schließung schwimmen.

Betreiber des Naturbads ist die Wasserversorgung Main-Taunus (WMT). Geschäftsführer Kai-Thorsten Lorenz: "Der Badelifter lief zwischenzeitlich wieder, ging aber wieder kaputt, so dass er erneut Ende der letzten Saison abmontiert wurde." Über die Wintermonate sei er in Vergessenheit geraten. Dann sei Corona mit den ganzen Auflagen gekommen. Es werde vermutet, dass der Motor kaputt sei, ein neuer sei bestellt. Seines Wissens nach sei der Badelifter aber nie effektiv benutzt worden, niemand habe danach gefragt. "Kein Wunder, wenn er kaputt geht, weil er nie gefahren wird. Nach den Sommerferien soll der Badelifter wieder angebracht werden - eventuell auch an anderer Stelle." nay

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