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Thomas Mann (CDU)

Überzeugter Europäer

Thomas Mann will wieder bei der Europawahl antreten, aber darf er auch?

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Der CDU-Abgeordnete Thomas Mann aus Schwalbach möchte bei der Europawahl 2019 antreten. Warum noch unklar ist, ob er das darf.

Schwalbach - Schon klar. Thomas Mann, der CDU-Politiker mit dem Namen des berühmten Schriftstellers, ist kein junger Hüpfer mehr. Das weiß er selbst. Er hat die 70 überschritten. Seinen 73. Geburtstag feiert der Europaabgeordnete aus Schwalbach am 28. Januar. Aber was sagt die Altersangabe aus? Gehört er deswegen zum alten Eisen? Ganz sicher nicht. Thomas Mann, ein überzeugter Europäer, fühlt sich vital und hat keine Lust, sich im Frühjahr aufs Altenteil zurückzuziehen.

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Erst 2024 will Thomas Mann (CDU) im Europaparlament aufhören

Ohne Wenn und Aber teilt Thomas Mann auf Kreisblatt-Anfrage mit, bei der Europawahl am 26. Mai 2019 noch einmal für die CDU Hessen antreten zu wollen. Noch im selben Atemzug fügt der Christdemokrat an, er wolle in diesem Jahr „ein letztes Mal“ kandidieren. Mit Ende der Wahlperiode 2019 bis 2024 sei „dann Schluss“. „Erfahrung einbringen“

Allerorten kämpft die Europäische Union (EU) mit Brandherden. Der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) naht – oder doch nicht? Eine Finanzmisere herrscht in Italien. Ein Rechtsruck geht quer durch fast alle EU-Länder, die in vielen Fragen uneins und zerstritten sind. „Gelbwesten“ protestieren in Frankreich. Die Liste der Probleme ließe sich beliebig fortsetzen.

Es kriselt an allen Ecken und Kanten. Gerade in diesen schwierigen Zeiten wolle er seine langjährigen Erfahrungen in der Europa-Politik einbringen, verkündet Thomas Mann. Er kenne die Zusammenhänge, ergänzt der Tibet-Freund, der die Union und Hessen seit 1994 in Brüssel und Straßburg vertritt. Dieser Erfahrungsschatz, so meint der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Wirtschaftsexperte, sei wertvoll. Er weiß, wie Europa und die EU-Institutionen ticken.

Thomas Mann hat wenig überraschend den Segen seines Stadtverbandes. Schwalbachs CDU-Chef Jochen Zehnter urteilt: „Thomas Mann hat in Brüssel und Straßburg über viele Jahre erfolgreiche Arbeit geleistet und auch seine Heimatregion stets sehr gut vertreten. Wir möchten, dass Thomas Mann seine vorzügliche Arbeit im Europäischen Parlament fortsetzt.“

Noch eine Kandidatur von Thomas Mann (CDU): Es gibt Stimmen, die sagen "es reicht"

Doch die Unterstützung aus Schwalbach allein reicht bei weitem nicht. Landauf, landab geben CDU-Orts und -Fachverbände derzeit Personal-Empfehlungen ab. Darunter sind auch Stimmen, die sagen: Es reicht. Dieser Thomas Mann hat die CDU lange genug auf der europäischen Bühne repräsentiert. Jünger, weiblicher und bunter soll das Kandidaten-Tableau werden, äußern Teile der Partei.

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Ein elfköpfiger Wahlvorbereitungsausschuss wird demnächst vorschlagen, wer für die CDU Hessen ins Europaparlament einziehen soll. Das letzte Wort hat ein Parteitag Mitte Februar. Eine Kampfabstimmung ist denkbar. Schon einmal war die Union drauf und dran, Thomas Mann in der Europawahl-Liste so weit abzustufen, dass es für einen Wiedereinzug nicht gereicht hätte. Doch 2009 setzte Thomas Mann sich letztlich gegen den Herborner CDU-Landtagsabgeordneten Clemens Reif durch. Er gewann die Kampfabstimmung. Zwei MTK-Vertreter

Derzeit gibt es sieben hessische EU-Abgeordnete: Udo Bullmann und Martina Werner (beide SPD), Wolf Klinz (FDP), Martin Häusling (Grüne) und die „Piratin“ Julia Reda. Beide CDU-Politiker in Brüssel/Straßburg sind aus dem Main-Taunus-Kreis: Thomas Mann und Michael Gahler. Die SPD in Hessen hatte ihre Europawahl-Liste schon im Spätsommer 2018 beschlossen. Udo Bullmann und Martina Werner stehen wieder ganz vorne.

Thomas Mann macht weder einen abgehobenen noch weltfremden Eindruck. Er betont, er sei „so oft wie möglich im Wahlkreis unterwegs“. Diese Aufgabe ist schwer zu lösen, weil halb Hessen dazugehört. Büros hat Thomas Mann in Frankfurt-Sachsenhausen und im osthessischen Fulda. Er nimmt sich vor, jeden Montag an Schulen zu sein, für die EU zu werben, mit dem Nachwuchs zu diskutieren und Fragen der Kinder und Jugendlichen zu beantworten. Freitags spricht der Berufspolitiker bei Unternehmen, Institutionen und Verbänden vor. So will Thomas Mann das Ohr an der Basis haben.

Schafft er wieder eine Spitzenposition auf der Europawahl-Liste der Hessen-CDU? Dies sei „nicht einzuschätzen“, räumt der Schwalbacher ein. Er habe jedenfalls „noch mal Bock“, ins Rennen zu gehen und eine Wahlperiode dranzuhängen. So salopp hatte Thomas Mann seinen Plan schon vor knapp eineinhalb Jahren formuliert.

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