Projekt

Erfahrungen und Gefühle zum Thema Heimweh niederschreiben

15- bis 26-Jährige können teilnehmen. Unterstützung gibt es dabei von Autoren und Dramaturgen.

Schwalbach -Heimweh. Dieser Begriff löst in fast jedem Menschen sofort emotional etwas aus. Viele Menschen haben dieses Gefühl schon selbst erlebt, vielleicht mal nur kurz während eines Auslandsaufenthalts, vielleicht dauerhaft, weil sie in ein fremdes Land ins Exil flüchten mussten. Was bedeutet zu Hause sein? Auch diese Frage ist mit Heimweh verknüpft und ist die Kehrseite derselben Medaille. Ist das Zuhause bei geliebten Menschen? Oder hat es mit vertrauten Orten und Gepflogenheiten zu tun? Oder spielt vieles zusammen? Und ist es bei jedem anders, was Zuhause und Heimweh bedeutet?

Veröffentlichung als Buch geplant

Heimweh entsteht auf jeden Fall durch das Empfinden, nicht zu Hause zu sein, aber gleichzeitig genau zu wissen, wo Zuhause ist. Der frühere Theaterlehrer an der Schwalbacher Albert-Einstein-Schule, Gerd Müller-Droste, hat gerade erst äußerst erfolgreich das von ihm initiierte Schreib-Projekt zur Corona-Zeit mit Kooperationspartnern in eine gelungene Buchveröffentlichung münden lassen, und schon bastelt er am nächsten Vorhaben mit. Für das interkulturelle Schreibprojekt zum Thema "Heimweh" hat Gerd Müller-Droste die Projektleitung übernommen. Das Schultheater-Studio Frankfurt mit der theaterpädagogischen Leiterin Katharina Fertsch-Röver ist dabei federführend. Kooperationspartner sind der Schwalbacher Verein "Jamali Diversity" (wie schon beim Corona-Projekt) und der Deutsche Theaterverlag. Bei dem Heimweh-Projekt sollen die Teilnehmer von professionellen Schreibwerkstätten profitieren, in denen Anleitung und Unterstützung durch erfahrene Autoren und Dramaturgen erfolgt.

Denn das Thema soll so aufgearbeitet werden, dass dramatisches Schreiben gefördert wird, dessen Ergebnisse auch für spätere Theateraufführungen geeignet sind. Einakter oder kleine Szenen, Dialoge und Weiteres sollen entstehen. Zunächst ist jedoch eine Buchveröffentlichung als Anthologie geplant, über die Auswahl der Texte aus dem Heimweh-Projekt entscheidet eine Jury. Das Buch ist auch als Materialsammlung für Schulen und Theater gedacht. Öffentliche Lesungen und Darstellungen vor Publikum sind vorgesehen - jedoch im Einklang mit der Entwicklung der Corona-Pandemie, die öffentliche Veranstaltungen einschränkt. Alle 15- bis 26-Jährigen mit und ohne Migrationshintergrund aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet sind aufgerufen, sich zu bewerben, wenn sie das Thema Heimweh anspricht und sie etwas dazu über eigene Erfahrungen und Gefühle zu sagen haben.

40 Bewerbungen werden berücksichtigt

Eine kurze Bewerbung von höchstens einer Seite Länge muss eingereicht werden, in der Interessenten ihre Biografie und ihre Motivation zur Teilnahme möglichst kreativ und originell darstellen sollten. Denn nur 40 Bewerbungen können berücksichtigt werden. Kosten entstehen nicht, die Texte müssen jedoch bis November 2021 fertig sein.

Bewerbungen sind bis zum 31. Juli an das Schultheater-Studio Frankfurt per E-Mail k.fertsch-roever@schultheater.de zu richten. Unter der Homepage www.heimweh.schultheater.de gibt es demnächst nähere Infos. Begleitet wird das Projekt von der Filmproduktion Vladimir Majdandzic aus Offenbach. Dadurch gibt es bereits ein Online-Video, das Lust auf mehr macht und alle Informationen enthält. Abrufbar ist es unter https://vimeo.com/545414794 und dem Kennwort Heimweh. ku

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