Neuer Standort

Die Feuerwehr muss umziehen

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Jahrelang planten sie, rechneten sie und diskutierten sie – fast alles für die Katz! Denn jetzt ist definitiv klar, dass das Gelände in Alt-Schwalbach „nicht ausreichend“ ist, um das Gerätehaus zeitgemäß auszubauen. Die Stadt konzentriert sich fortan aufs Bauhof-Grundstück. Weiterer Ärger scheint programmiert.

Wer von oben draufschaut, hat eine großartige Sicht aufs Gebäude, aber auch in die Ferne. Der Schlauchturm, nicht ganz so hoch wie der Turm der katholischen Kirche, überragt das Gerätehaus, das sich an den Rand der Altstadt schmiegt. Über die Dächer hinweg gleitet der Blick in Richtung Taunuskamm. Wer am Boden ist, das Gerätehaus betritt und mit den Feuerwehrleuten spricht, bekommt aber schnell mit: Das Gebäude hat Defizite, es mangelt an Platz.

Längst wissen die Schwalbacher Stadtverwaltung, der Magistrat und die Stadtverordneten um die Sorgen der Feuerwehr. Deswegen sind sie bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen und das Gerätehaus zu erweitern oder sogar neu zu bauen.

Die Akteure planen, rechnen und diskutieren schon seit vielen Jahren. Sie konzentrierten sich darauf, den jetzigen Standort an der Hauptstraße 1a zu erweitern. Doch je länger die Planungen dauerten, desto deutlich wurde: Hoppla, das wird nichts. Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) und der Magistrat stellen nun zähneknirschend fest: „Die insgesamt zur Verfügung stehenden Flächen sind nicht ausreichend, alle notwendigen und inzwischen genau beschriebenen Bedarfe abzubilden.“

Die Stadt fasst nun ins Auge, die Feuerwehr auf dem Bauhof-Gelände anzusiedeln. Augsburger: „Eine Prüfung ergab, dass dieses Grundstück geeignet ist. Darüber hinaus wird geprüft, eine gemeinsame Lösung für die Feuerwehr und den Bauhof an diesem Standort zu realisieren.“

Feuerwehr-Sprecher Jürgen Ulbrich begrüßt diese Variante. Aus dem Nebeneinander von Feuerwehr und Bauhof könnten sich Synergien ergeben, weil sie sich zum Beispiel gewisse Geräte und Maschinen teilen könnten. Ulbrich weiter: „Klar ist, dass wir nicht aus dem Stadtzentrum raus- und nicht an den Rand gehen können.“ Dann könne die Feuerwehr die zehnminütige Hilfsfrist, innerhalb derer sie am Einsatzort sein muss, nicht einhalten. Die Bauhof-Variante steht seit wenigen Monaten ernsthaft als Alternative zur Diskussion, löste aber schon Bedenken und Widerstand in der umliegenden Wohngegend aus (wir berichteten). Weiterer Ärger scheint also programmiert. Die Grünen, die der Freiwilligen Feuerwehr gestern „hervorragende Arbeit“ attestierten, plädieren dafür, „andere mögliche Lösungen nicht außer Acht zu lassen“. Sie regen an, die Standorte zu tauschen. „Das jetzige Bauhof-Gelände ist ein guter Standort für die Feuerwehr, und die bisherigen Räumlichkeiten der Feuerwehr wären auch als Betriebsstätte für den städtischen Bauhof gut nutzbar“, teilte der Grünen-Stadtverordnete Arnold Bernhardt mit. Dies wäre „die am einfachsten zu realisierende Option“. Eines von Bernhardts Argumenten lautet: „Der Bauhof beansprucht künftig deutlich weniger Platz, weil die Anlieferungen für die Deponie, vor allem also die Grünabfälle, vom Betriebshof getrennt an anderer Stelle erfolgen sollen. Da wird auch eine mögliche Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden zu überprüfen sein.“ Die Grünen raten davon ab, „den schon geschlossenen Kaufvertrag über das an die jetzige Feuerwache am Burgweg angrenzende Nachbargrundstück wieder aufzuheben“.

Das hat der Magistrat vor. Er will darüber in der Stadtverordnetenversammlung am morgigen Donnerstag, 27. September, abstimmen lassen (19.30 Uhr, Großer Saal des Bürgerhauses, Marktplatz 1–2). Die Sitzung ist öffentlich. Was hält die Bürgermeisterin vom Grünen-Vorschlag „Standort-Tausch“? Augsburger sagte gestern, darüber könne man nachdenken. Aber sie bezweifele, dass der jetzige Feuerwehr-Standort für den Bauhof ausreiche. Außerdem dürfe die Stadt nicht mit dem noch zu kaufenden Areal kalkulieren, weil der Eigentümer es nur für den Zweck der Feuerwehr-Erweiterung verkaufen wolle.

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