"25". Todestag des Musikers

Gerhard „Loni“ Abt - Jazzmusiker und Kulturschaffender

Seine Arbeit war wegweisend für die 1973 geschaffene Kulturkreis GmbH, außerdem gehörte Gerhard „Loni“ Abt zu den Größen der Frankfurter Jazzszene. Vor 25 Jahren starb er an seinem Arbeitsplatz im Rathaus. Sein früherer Mitstreiter Peter Lorenz erinnert sich.

Am heutigen 9. Dezember jährt sich in Schwalbach zum 25. Mal der Todestag von Gerhard „Loni“ Abt. Der Kulturschaffende und bekannte Jazzmusiker starb im Alter von nur 56 Jahren. Spätabends wurde er an diesem Tag an seinem Arbeitsplatz im Schwalbacher Rathaus gefunden. Der Schwalbacher erlag wenig später im Krankenhaus den Folgen eines Herzinfarktes. Als am nächsten Tag die Todesnachricht bekannt wurde, reagierten nicht nur die Kollegen im Rathaus sowie alle Freunde und Weggefährten bestürzt: Der engagierte Kulturschaffende und bekannte Jazzmusiker war weit über die Grenzen der Stadt bekannt.

Abt war als Geschäftsführer der Kulturkreis GmbH nicht nur „Manager“ im Schwalbacher Kulturleben, er zählte bis zu seinem Tod zu den Großen der Jazzszene in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Bei Kleinkunst-Auftritten wusste er mit seiner Mundart zu gefallen. Sein Künstlername „Loni“ Abt hatte einen weiterverbreiteten guten Klang.

„Loni“ Abt war bereits als junger Mann Präsident im Jazzclub Höchst. Der gebürtige Höchster jazzte als Susaphonspieler mit den bekannten Frankfurter Gruppen, wie der „Barrelhouse Jazzband“, der „Sidewalk Band“ und den „Red Hot Hottentots“. Vor bald 60 Jahren gründete er zusammen mit seinem Jazzfreund und Weggefährten Reimer von Essen in Frankfurt die Gesellschaft zur Förderung des New-Orleans-Jazz, deren Präsident Abt bis zu seinem Tode war. Das blieb auch in der „Wiege des Jazz“ nicht unbekannt. New Orleans verlieh dem deutschen Jazz-Musiker die Ehrenbürgerschaft.

Die Berufung von Gerhard Abt zum ersten Geschäftsführer der 1973 neu geschaffenen Kulturkreis GmbH in Schwalbach erwies sich als Glücksgriff. Die Vergesellschaftung der städtischen Kulturarbeit war damals für eine Stadt in der Größenordnung von Schwalbach ein Novum. Für den ins Amt tretenden Geschäftsführer bedeutete der neue Arbeitsbereich einen Zuschnitt nach Maß. „Packen wir es an, gemeinsam schaffen wir es“, hieß sein Motto. Gerhard Abt verstand die Kunst des Aufeinander-Zugehens im menschlichen Bereich. Er wusste die interessierten Bürger in Arbeitskreisen am Kulturleben der Stadt zu beteiligen. In seiner Arbeit schonte er sich nicht.

Gerhard Abt hatte in seiner Zeit reges Kulturleben in der „jungen Stadt aus viel Beton“ entfacht. Von seiner Aufbauarbeit profitierten später seine Nachfolger in der städtischen Kulturkreis GmbH, Herbert Jost (1992 - 1997) und die heutige Geschäftsführerin Anke Kracke. Seit dem Frühjahr 1998 ist Kracke für die städtische Kulturarbeit verantwortlich. Das Modell urbaner und bürgerorientierter Aktivitäten hat sie in Schwalbach verankert. Die Kulturkreis GmbH steuert unterdessen auf ihr 45-jähriges Bestehen zu.

(pelo)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare