Auf diesem Grünstreifen könnte demnächst gebaut werden.
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Auf diesem Grünstreifen könnte demnächst gebaut werden.

Gewerbegebiet-Nord

Häuser statt Gestrüpp

  • Andreas Schick
    VonAndreas Schick
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Die Stadt Schwalbach ist „froh über jedes Fleckchen“, auf dem Wohnraum entsteht. Am Gewerbegebiet-Nord an der L 3005 hat sich noch eine Fläche gefunden, die kaum einer auf dem Radar hatte.

Es grünt, es wächst, es gedeiht. Gegenüber von Samsung, auf der anderen Seite der L 3005, wuchern Gestrüpp und Bäume. Vielleicht wird es dort aber nicht mehr allzu lange sprießen. Denn eine Bebauung des knapp fünf Hektar großen Geländes zwischen der Bahnstrecke nach Schwalbach, der Niederhöchstädter Bebauung und der Landesstraße ist in der Diskussion.

Nach Angaben von Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) hat der Schwalbacher Heros Projektentwicklungs GmbH Interesse, auf der Fläche ein Mehrfamilienhaus mit rund 20 Wohnungen und „kostengünstige Reihenhäuser“ zu errichten. Den Investor erreichte die Kreisblatt-Redaktion gestern nicht.

Die Bürgermeisterin teilte mit, dass nach den hessischen Sommerferien die Stadtverordneten gefragt sind. Die Parlamentarier müssen zustimmen, dass ein vorhabenbezogener Bebauungsplan aufgestellt wird. Wie die Fraktionen über das Vorhaben denken, ist nicht klar. Sie müssen schließlich erst noch beraten. Aber der Bedarf nach Wohnungen und Häusern in Schwalbach ist riesig. „Wir sind froh über jedes Fleckchen, auf dem Wohnraum entsteht“, bekräftigte die Rathauschefin. Das Credo in Schwalbach ist es inzwischen, den Grüngürtel zu schützen. An dieser Maßgabe wollen die meisten Kommunalpolitiker nicht rütteln. Das bedeutet nach Augsburgers Worten, dass „wir immer mehr verdichten“. Augsburger weiter: „Früher standen kleine Häuser auf großem Grundstücken, heute sind es große Häuser mit kleinem Grundstück.“ Schwalbach sei als Wohnort beliebt und wachse. Die „kostengünstigen Reihenhäuser“, die Heros plant, seien vorrangig für Familien mit Kindern gedacht, informierte Bürgermeisterin Augsburger am Freitag.

Halle wird abgerissen

Der Magistrat begrüßt das Millionen-Vorhaben von Heros gegenüber dem Kronberger Hang. Die Flurgewann heißt „Weingartenseck“. Der Investor, vertreten durch Carsten Held, wolle „preiswerten Wohnraum“ schaffen. Der Magistrat will prüfen, „ob und in welchem Umfang öffentliche Fördergelder beantragt beziehungsweise verwendet werden können“. Er will aber erst einmal ein positives Signal der Stadtverordneten abwarten.

Wie ginge es mit dem Verfahren danach weiter? Augsburger: „Der Bebauungsplan wird im Auftrag des Unternehmens erarbeitet, das die Kosten von Planung und Erschließung übernimmt. Nächster Schritt ist dann, dass die Stadt mit dem Unternehmen einen Durchführungsvertrag abschließt. Dieser Vertrag soll mehrere Ziele verwirklichen: Er soll die Regeln festlegen, die für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan, den Vorhaben- und den Erschließungsplan gelten. Ebenso setzt er fest, bis wann Wohnhaus und Reihenhäuser zu errichten sind. Weiter soll der Vertrag einen günstigen Kaufpreis für die Reihenhäuser sichern.“

Wie kommen die Mieter und Eigentümer zu ihren Häusern? Die Erschließung des Neubaugebietes soll über zwei Grundstücke verlaufen, die auf den Gemarkungen Eschborn und Kronberg liegen. „Vorgespräche der Vorhabenträgerin mit den Städten Eschborn und Kronberg hätten bereits stattgefunden“, teilte die Schwalbacher Stadtverwaltung mit. „Zustimmung sei signalisiert worden.“ Die Neubürger müssten nach Augsburgers Darstellung von der Landesstraße 3005 – etwa in Höhe von McDonalds – in die Kronberger Straße hineinfahren und dann irgendwann rechts abbiegen.

Heros ist ein Projektentwickler mit Sitz an der Neustraße in Schwalbach. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben 2011 in Bad Soden gegründet worden. Es verwirklichte mehrere Projekte in Schwalbach und Umgebung, zum Beispiel Villen (Bad Soden) sowie Reihen- und Mehrfamilienhäuser (Niederhöchstadt; Ringstraße, Schwalbach), aber auch eine Ferienwohnanlage in Prerow auf dem Darß (vorpommersche Boddenlandschaft).

Dort, wo Heros bauen will, steht auch noch eine Gewerbehalle, die nach Auskunft des Magistrats „abgerissen werden soll“. Es handelt sich um eine Fläche der Berliner Kanal Greulich GmbH, die ihre eigentliche Niederlassung Rhein-Main aber im nahe gelegenen Steinbach hat.

(ask)

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