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Politiker Thomas Mann (CDU) wird 70

„Ich bin überzeugter, aber kein Hurra-Europäer“

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Beinahe hätten sie ihn mal abserviert. Als Thomas Mann (CDU) 2009 um seine Rückkehr ins Europaparlament kämpfte, verfrachtete ihn der Wahlvorbereitungsausschuss

Beinahe hätten sie ihn mal abserviert. Als Thomas Mann (CDU) 2009 um seine Rückkehr ins Europaparlament kämpfte, verfrachtete ihn der Wahlvorbereitungsausschuss seiner hessischen Parteifreunde auf den aussichtslosen vierten Listen-Platz. Mann wehrte sich damals: Er besiegte in einer Kampfkandidatur den etwas jüngeren Clemens Reif (Herborn) haushoch mit 235:83-Stimmen, erstritt sich die Spitzenposition und rettete seine politische Karriere in Brüssel und Straßburg. Heute, Donnerstag, wird der gebürtige Naumburger (Saale) 70. Der gelernte Industriekaufmann Thomas Mann ist Berufspolitiker. Er wird gut bezahlt, aber sein Engagement, mit dem er für ein starkes Europa streitet, wird von viel Idealismus gespeist. Er lässt es sich nicht nehmen, an der Basis Flagge zu zeigen und zum Beispiel regelmäßig an Schulen aufzutreten und mit jungen Leuten über Europa und die EU zu diskutieren. Mann, der seit 1994 Europaabgeordneter ist, lebt seit rund 40 Jahren in Schwalbach, ist aber ständig auf Achse. Gestern Nachmittag war der Tibet-Freund auf dem Weg nach Bratislava zu einer Sitzung seiner christlich-konservativen EVP. Im Telefonat mit dem HK nennt er sich einen überzeugten Europäer, aber „keinen Hurra-Europäer“. Es gebe viele Gemeinsamkeit innerhalb der EU-Länder, aber auch Unterschiede müssten artikuliert werden. Die Flüchtlingsfrage etwa könne Deutschland nicht alleine lösen. Er vermisse da Solidarität unter den Ländern. Mann wirkt immer noch agil. Ist er es? Er sagt: „Aufhören, daran will ich noch gar nicht denken!“ ( ask)

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