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Felix Blömeke vor seiner beruflichen Heimat: An der Friedrich-Ebert-Schule hat er als Stellvertretender Schulleiter angefangen, seit September ist er der Chef. Auf eine Vertretung hofft er nun, die Stelle des Konrektors ist ausgeschrieben.

Friedrich-Ebert-Schule

Hobby-Ruderer Felix Blömeke führt Integrierte Gesamtschule und bricht eine Lanze für sie

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Nach einer Zeit als Buchhändler, entschied sich Lehrer-Sohn Felix Blömeke doch für den Beruf des Pädagogen. Der hat ihn dann nach Schwalbach geführt.

Felix Blömeke hat schon einige Monate Zeit gehabt, sich in seine neue Rolle zu finden. Im September ist er offiziell vom Schulamt in Rüsselsheim mit der Nachfolge von Heinz Müller-Lichtenheld und damit der Leitung der Friedrich-Ebert-Schule (FES) betraut worden. Noch ist er hier nur kommissarisch Chef, auch für solche Positionen gibt es eine Zeit der Bewährung.

Neuland ist die FES für Blömeke nicht, er kam schon vor drei Jahren an die Integrierte Gesamtschule (IGS) – aus Überzeugung. „Das ist die Schulform, die die Gesellschaft am besten abbilden kann“, findet der Pädagoge, der in Frankfurt die Fächer Deutsch und Geschichte für Sekundarstufe II studiert hat. Das befähigt für das Lehramt am Gymnasium – und Stellvertretender Schulleiter an einem solchen ist Blömeke auch vor seinem Wechsel nach Schwalbach, wo er in dieser Position angefangen hat, gewesen.

„Gleichberechtigt“

„Die IGS ist eine gleichberechtigte Schulform, ich will sie nicht besser reden als die anderen“, sagt Blömeke, aber schlechter sei sie eben auch nicht. Nur anders. Eine Alternative – und als solche, das würde sich Blömeke dringend wünschen, sollte sie im Main-Taunus genauso wahrgenommen werden, wie es in Frankfurt selbstverständlich sei.

Dass im vergangenen Jahr Eltern von Viertklässlern mit Gymnasialempfehlung, deren Kinder der FES zugewiesen worden waren, dies öffentlich als Zumutung dargestellt hatten, habe die Schule schon getroffen, sagt ihr neuer Leiter: „Ich hätte mir gewünscht, dass die ein oder andere Ausdrucksweise anders gewählt worden wäre.“ Die Eltern erreichten mit ihrem Protest, dass für ihre Kinder dann doch noch eine weitere Gymnasialklasse an der Mendelssohn-Bartholdy-Schule in Sulzbach eingerichtet wurde. Umso erfreuter hat Blömeke bei den jüngsten Elternabenden in den Grundschulen registriert, dass seine Vorstellung der FES als integrierte Gesamtschule mit großer Offenheit aufgenommen worden sei. Er respektiere natürlich, wenn sich Eltern gegen diese Schulform entschieden, stellt aber klar, sie biete eben auch viele Chancen.

Felix Blömeke hat sich nicht gleich nach dem Abitur an einem humanistischen Gymnasium in Neustadt an der Weinstraße, wo der gebürtige Dortmunder aufgewachsen ist, für den Lehrerberuf entschieden. Er hat zunächst Buchhändler gelernt und in diesem Beruf dann in München und später in Frankfurt auch gearbeitet. Doch dann zog es den Sohn eines Lehrers doch zum Lehramtsstudium, das er an der Frankfurter Goethe-Uni absolvierte. Das Referendariat führte ihn nach Bad Homburg, die erste Festanstellung an die Krifteler Weingartenschule, dann folgten drei Jahre als Stellvertretender Schulleiter am Neuen Gymnasium Rüsselsheim, wo Blömeke die Oberstufe mit aufbaute und während der Elternzeit der Direktorin auch die Leitungsaufgabe wahrnahm. „Ich habe also schon in allen drei Schulformen gearbeitet“, kann der verheiratete Vater einer Tochter heute sagen.

Ein Gestalter

Gestalten zu können, darin liegt für Felix Blömeke der Reiz der Schulleitungs-Arbeit, die er trotz mancher Mehrbelastung als „sehr befriedigend“ empfindet. Aktuell ist da noch ein bisschen mehr Einsatz nötig, denn „ich bin auch mein eigener Stellvertreter“. Die vakante Konrektoren-Position sei aber immerhin jetzt ausgeschrieben worden, hofft Blömeke, zu Beginn des kommenden Schuljahrs tatsächlich einen Stellvertreter an der Seite zu haben.

Einen allzu weiten Schulweg hat der Kronberger nicht. Zur Erholung geht er aber gern mal weitere Wege, beim Wandern im Taunus, in der Eifel oder im Odenwald kann er abschalten. Das gelingt auch bei seinem anderen Lieblingssport, dem Rudern, das er als Student in Frankfurt entdeckt hat. Bis hin zum Achter sitzt er dabei gern mit anderen in einem Boot. Sich einzufügen in den Takt der Ruderbewegung, doch, das könne er, sagt Blömeke: „Aber manchmal ist man ja auch der Schlagmann, der den Takt vorgibt.“ An der FES ist das für ihn jetzt sogar täglich seine Rolle.

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