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Polizeisprecher Markus Hoffmann bittet die Schwalbacher darum, aufmerksam zu sein.

Unruhige Nächte

Junge Leute greifen Polizisten in Schwalbach an und bespucken sie

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Die kriminellen Machenschaften in Schwalbach häufen sich seit einigen Wochen besorgniserregend. Über die Gründe wollen die Ermittler nicht spekulieren.

Als die Polizei Montagnachmittag ihren täglichen Bericht an die Presse ablieferte, war es keine Überraschung, dass Schwalbach darin erneut breiten Platz einnahm. Die Stadt erlebte wieder unruhige Nächte mit Angriffen auf Polizisten, Sachbeschädigungen und Mülltonnen-Bränden. Was ist da los? Bis in den Herbst 2017 hinein spitzte sich die Lage rund um den Marktplatz und die dortige Problemklientel zu. Danach beruhigte sie sich und stabilisierte sich bis zum Sommer, nachdem die Stadt und die Polizei ein Sicherheitspaket geschnürt und zunächst mit Erfolg verwirklicht hatten. Doch in den vergangenen Wochen häuften sich die kriminellen Machenschaften wieder.

Vor allem die Mülltonnen-Brände und die Steinewerfer, die Autos und Beamte ins Visier nehmen, lassen der Polizei und vielen Schwalbachern keine Ruhe. In dichter Folge stehen ein ums andere Mal Restmüll- oder Papiertonnen in Flammen – sehr zum Leidwesen auch der Freiwilligen Feuerwehr, deren ehrenamtlich tätige Einsatzkräfte oft nachts raus müssen, um die Brände zu löschen und Schlimmeres zu verhindern – also zum Beispiel, dass Feuer auf Gebäude übergreifen und Menschenleben gefährden. Woher die neue Zuspitzung rührt, kann Polizeisprecher Markus Hoffmann nicht sagen. Er wolle keine Mutmaßungen anstellen, sagte er gestern auf Anfrage.

Zur Sache ging’s in der Nacht zum Samstag gegen 2 Uhr. Hoffmann: „Einsatzkräfte der Polizei wurden bei Kontrollmaßnahmen angegriffen, beleidigt und bedroht. Darüber hinaus leistete ein 18-jähriger Schwalbacher aktiv Widerstand gegen die polizeilichen Maßnahmen.“ Die Beamten wollten „eine größere Personengruppe“ nahe der Wilhelm-Leuschner-Straße kontrollieren. Doch einige Personen hätten sich entfernt, „betont unkooperativ“ gezeigt und Angaben zu ihren Personalien verweigert.

Der 18-jährige Schwalbacher sei aggressiv und beleidigend geworden und „ging schließlich auf die Polizisten los“. Er habe sich mit Tritten und Schlägen gewehrt, als Beamte „ihn zu Boden brachten“. Außerdem habe der junge Mann „gezielt“ nach den Polizisten gespuckt. Hoffmann: „Drei Polizeibeamte und der Beschuldigte selbst wurden bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Als aus der Personengruppe heraus mehrere junge Männer dem Festgenommenen helfen wollten, wurde gegen sie Pfefferspray eingesetzt.“ Der 18-Jährige wurde festgenommen und blieb über Nacht in Polizeigewahrsam. „Gegen einen weiteren 17-jährigen Beteiligten wurde Strafanzeige erstattet, da er ebenfalls Polizeibeamte bedroht und beleidigt haben soll“, teilte die Polizei weiter mit. Sie meldete vom Wochenende außerdem Sachbeschädigungen und Mülltonnen-Brände.

Am frühen Samstagmorgen warfen Unbekannte mehrere Flaschen gegen eine Hauswand auf dem Gelände der Georg-Kerschensteiner-Schule (Ostring). Eine Scheibe ging zu Bruch.

Am Sonntagmorgen wurde auf dem Gelände der Grundschule eine weitere beschädigte Fensterscheibe festgestellt.

In der Nacht zum Sonntag hat ein Vandale auf einem Parkplatz in der Badener Straße einen geparkten Ford beschädigt: Jemand trat den Außenspiegel ab.

In der Nacht zum Montag gingen an verschiedenen Stellen drei Mülltonnen in Flammen auf. Das war gegen 0.30 Uhr im Mittelweg, Hans-Bernhard-Reichow-Weg. Gegen 2.50 Uhr brannten zwei weitere Mülltonnen in der Pfingstbrunnenstraße.

„Die Polizei geht davon aus, dass in allen Fällen das Feuer vorsätzlich gelegt wurde und möglicherweise ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht“, berichtete Markus Hoffmann. Wer verdächtige Beobachtungen mache, sollte die 110 wählen. Wer im Nachhinein als Zeuge zur Aufklärung der Vorfälle beitragen kann, sollte sich unter (0 6196) 96 95-0 im Eschborner Revier melden.

(ask)

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