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Mit einem Kran gelangen Arbeiter der Firma KCS an die Decke des Tunnels, um die Brandschutzverkleidung zu reparieren.

Hängen geblieben

Der Limestunnel ist ein heikles Nadelöhr für Lastwagen

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Der Limestunnel hat sich als eine Art Bermudadreieck für Lastwagen entpuppt: Sie verschwinden zwar nicht, aber sie bleiben gerne stecken. Auch nach dem größten Rumms 2011 gab es weitere Unfälle.

Gute Nachrichten für die Nutzer der Limesspange: Die aktuellen Bauarbeiten am Limestunnel in Höhe Schwalbach sind früher als geplant beendet worden und es herrscht wieder freie Fahrt. Fast möchte man unken: Aber wer weiß, wie lange noch. Denn der Limestunnel ist eine Art Bermuda-Dreieck für Lastwagen. Zwar verschwinden diese nicht im Tunnel – aber sie bleiben dort hängen. Seit einigen Jahren tritt das Phänomen gehäuft auf. Wie von einer geheimnisvollen Anziehungskraft gelenkt, verursachen große Fahrzeuge dort regelmäßig Schäden, obwohl der Tunnel kurz und breit ist und eine Normhöhe hat.

Der Tunnel überwölbt auf einem kurzen Stück die Landesstraße 3014 (Limesspange). Direkt obendrüber steht statisch gesehen das Rat- und Bürgerhaus der Stadt Schwalbach. Im Juli 2011 gab es dort den größten Rumms. Ein Lastwagen, der Autos geladen hatte, blieb dort tatsächlich komplett stecken. Die geladenen Autos waren so im Tunnel verkeilt, dass er tagelang gesperrt war. Bauamtsleiterin Heike Jahn (vormals Hochheimer) erinnert sich an diesen Unfall persönlich. „Wir haben die Erschütterung damals im Rathaus so deutlich gespürt, dass es einem schon Angst und Bange werden konnte. Die Arbeiter, die einen früheren Unfallschaden gerade sanierten, waren beim neuen Unfall noch im Tunnel“, erinnert sie sich. Jetzt hatte Bauamtsleiterin Jahn von wegen Amts schon wieder aktuell mit der Tunnelsanierung zu tun, bei der erneut Unfallschäden beseitigt wurden. „Wir haben seit dem 6. Februar die Brandschutzverkleidung an der Tunneldecke reparieren lassen. Dort waren aufgrund von drei Anfahrschäden im Jahr 2017 Instandsetzungen notwendig. Der Schaden belief sich insgesamt auf 20 000 Euro. Alle drei Unfallverursacher konnten gesondert festgestellt werden und müssen für die Schadensregulierung aufkommen“, sagt Jahn. Für die Stadt war es auch im Jahr 2011 bei dem großen Crash mit dem Autotransporter, der einen Schaden von 1,5 Millionen Euro verursachte, ein Glück, dass die Kosten nicht an der Stadt hängen blieben. Denn die Limesspange ist zwar Landesstraße, der Tunnel ist aber Sache der Stadt. Nach dem 2011-Ereignis reagierten Stadt und Hessen Mobil, die für Landesstraßen zuständig sind jedoch prompt. Hessen Mobil, beziehungsweise damals das Amt für Straßen und Verkehrswesen (ASV), veranlasste auf Antrag der Stadt, dass noch im Oktober 2011 sogenannte Klingelbalken als Warnung vor dem Tunnel installiert wurden. Hat es etwas gebracht? „Wir hatten seit der Anbringung der Klingelbalken zehn weitere Anfahrtsschäden am Tunnel seit 2012“, rechnet Bauamtsleiterin Jahn vor. Das klingt eher nach einer Negativbilanz.

Was kann getan werden? Der Tunnel und die Instandhaltung der Klingelbalken, die von Hessen Mobil angebracht worden seien, lägen in der Verantwortung der Stadt, teilte Hessen-Mobil-Sprecherin Suzanne Braake unserer Zeitung gestern auf Anfrage mit. „Unfallberichte gehen demgemäß immer direkt an die Stadt Schwalbach und nicht an Hessen Mobil. Insofern liegen hier auch keine entsprechenden Auswertungen vor“, so Braake. Also müsste wohl die Stadt bei Hessen Mobil noch einmal anklingeln, dass die Klingelbalken noch nicht den gewünschten Effekt hatten, die Lastwagen sicher durch den Limestunnel zu bringen.

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