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Ukraine-Krieg: Beliebtes Gasthaus und Hotel wird zu Unterkunft für Flüchtlinge

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Die "Mutter Krauss" befindet sich in der Schwalbacher Altstadt. Der Eigentümer ist bereit, Flüchtlinge aufzunehmen.
Die "Mutter Krauss" befindet sich in der Schwalbacher Altstadt. Der Eigentümer ist bereit, Flüchtlinge aufzunehmen. © Maik Reuß

Der Eigentümer der Hotels „Mutter Krauss“ in Schwalbach bietet Hilfe an. In der polnischen Partnerstadt kommen bereits hunderte Menschen an.

Schwalbach - Im Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern ist Schwalbach erprobt. Früher beherbergte die Stadt die Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen neben dem Waldpark Arboretum. Schwalbach und Eschborn kooperierten bei der Betreuung eng. Als 2015 ein Menschenstrom aus aller Herren Länder den Weg nach Deutschland fand, entstanden Notfall-Unterkünfte. Federführend war der Main-Taunus-Kreis, der auch im Zeichen des Krieges in Osteuropa koordinierend wirkt. Schwalbach klinkt sich ein und kann Hilfe anbieten.

"Angesichts der wachsenden Zahl ukrainischer Geflüchteter" habe sich der Schwalbacher Anastasios Papakostas, Sprecher der Eigentümer des Gasthauses und Hotels "Mutter Krauss", an Bürgermeister Alexander Immisch gewandt. Dies berichtet die Stadtverwaltung. Im Namen des Eigentümer-Teams habe der Schwalbacher Rathauschef vorgeschlagen, das "Mutter-Krauss"-Anwesen in der Altstadt dem Main-Taunus-Kreis als Unterkunft für ukrainische Geflüchtete anzubieten. "Die ,Mutter Krauss' beherbergt seit dem Jahr 1668 Menschen. Dies setzen wir jetzt im Sinne der Namensgeberin fort, indem wir Menschen in Not unterbringen", sagt Papakostas nach Angaben aus dem Rathaus. Der Bürgermeister vermittelte den Kontakt zur entsprechenden Stelle des Main-Taunus-Kreises. Das Landratsamt habe das Angebot angenommen. Immisch: "Die Hilfsbereitschaft der Eigentümer hat mich beeindruckt und sehr gefreut, ich habe dieses Anliegen deshalb gerne unterstützt."

Eine Familie aus der Ukraine ist schon in Schwalbach (Hessen)

Die Stadtverordnetenversammlung verurteilt "den Überfall auf einen souveränen Staat durch die russische Armee". Russlands Präsident Putin habe "Krieg, Zerstörung und Tod nach Europa gebracht". Seine menschenverachtende Politik sei ein Angriff auf die europäische Demokratie und die Menschenrechte. Die Stadtverordneten rufen dazu auf, den Ukrainern mit Spenden zu helfen, etwa an Medico International: BIC GENODEM1GLS, IBAN DE69 4306 0967 1018 8350 02.

Schwalbachs polnische Partnerstadt Olkusz, Luftlinie 320 Kilometer von Lemberg (Lwów; Lwiw) entfernt, hat bereits Kriegsflüchtlinge aufgenommen. Das hat Genowefa Bugajska, Vorsitzende des Olkuszer Partnerschaftsvereins, mitgeteilt. Am 1. März 2022 um 11 Uhr kam ein erster Zug aus Lemberg mit etwa 800 Menschen an, vor allem Frauen mit Kindern. Zelte, Speisen, Getränke und verschiedene andere Hilfsgüter standen und lagen bereit. Olkuszer hatten sie für ukrainische Bürger gesammelt. Genowefa Bugajska: "Einige der Gäste haben gleich Gastfamilien gefunden, und die Mehrheit der Gruppe wurde - nach Wunsch - mit dem Bus nach Krakau oder Katowice gebracht."

1. März 2022: Kriegsflüchtlinge kommen am Bahnhof in Olkusz an. Helfer in Signalwesten nehmen sie in Empfang.
1. März 2022: Kriegsflüchtlinge kommen am Bahnhof in Olkusz an. Helfer in Signalwesten nehmen sie in Empfang. © Bogumil Sobczyk

"Mittlerweile ist auch eine ukrainische Familie in Schwalbach angekommen", berichtet Günter Pabst, Stadtverordnetenvorsteher und Chef des Arbeitskreises Städtepartnerschaft Schwalbach-Olkusz. Der Verein "Kindertaler" unterstütze die Familie. Er hilft Kindern aus Schulen, Kitas und Vereinen, deren Eltern wenig Geld haben. red/ask

Ansprechpartnerinnen

Im Schwalbacher Rathaus laufen die Fäden für alle Belange der städtischen Flüchtlingsarbeit zusammen, und zwar im Sozial- und Jugendamt. Die Leiterin Brigitte Wegner ist unter Telefon (0 61 96) 8 04-1 46 erreichbar. Auch Monireh Kazemi, Rufnummer 8 04-1 86, und Zekiye Sever,8 04-1 87, stehen für Auskünfte zur Verfügung.

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