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Auch mit 78 sind beide noch gut drauf: Norbert und Celia Eggenweiler stehen in der Werkstatt ihres Unternehmens, das ihr Leben prägte. Fotos/Repro: Maik Reuß

Familien-Unternehmen Karosseriebau Eggenweiler

Norbert und Celia Eggenweiler sind seit 50 Jahren im Karosseriebau-Geschäft

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Das Familien-Unternehmen Karosseriebau Eggenweiler besteht seit 50 Jahren. Norbert und Celia Eggenweiler berichten im Kreisblatt unter anderem, warum ihnen die 13 eine Unglückszahl ist.

Einen Unfallreparatur- und Lackierbetrieb 50 Jahre lang erfolgreich aufzubauen und zu betreiben ist im schnelllebigen Autogeschäft die eine Sache. Bei Karosseriebau Eggenweiler in Schwalbach kommt noch eine andere bemerkenswerte hinzu: Nach wie vor sitzt das Gründer-Ehepaar, Norbert und Celia Eggenweiler, im Chefsessel, wenngleich es mittlerweile etwas kürzertritt. Ihr Alter von 78 Jahren sieht man den beiden nicht an, und wenn es um Lacke oder Innovationen in der Branche geht, macht dem Geschäftsführer immer noch keiner ein X für ein U vor. „Er hat sich immer fortgebildet, viel gelesen und Seminare besucht – und dieses Wissen dann an unsere Mitarbeiter weitergegeben“, berichtet Celia Eggenweiler.

Übergabe an einen Nachfolger noch nicht zustande

Es ist nachvollziehbar, dass beide das, was sie 50 Jahre aufgebaut haben, auch künftig in guten Händen wissen wollen. Natürlich haben die zwei auch schon an die Nachfolge gedacht. Tochter Monique allerdings hat sich beruflich anderweitig orientiert, wenngleich sie dem elterlichen Betrieb sehr verbunden ist. „Zu ihrer Hochzeit haben wir die gesamte Werkstatt ausgeräumt, alles bunt geschmückt und mit 160 Gästen gefeiert. Niemand hat mehr gesehen, worum es sich bei der Halle handelt“, erzählen die Eggenweilers lächelnd – und zeigen gerne Fotos von damals.

So ging's los: Die Werkstatt in dieser Scheune (Gartenstraße) markiert den Anfang des Betriebes. Das Bild ist aus dem Gründungsjahr 1968.

Bisher allerdings ist eine Übergabe des Betriebs an einen Nachfolger nie zustande gekommen. Den Inhabern liegt der Umweltschutz am Herzen, der Glaube spielt in ihrem Leben eine Rolle, generell sind ihnen Werte wichtig. Potenziellen Käufern der Firma, die beispielsweise die Mitarbeiter nicht mit übernehmen wollten, wurde umgehend abgesagt. Dass man alleine nicht die Welt verändern kann, weiß Norbert Eggenweiler: „Aber ich möchte das tun, was in meiner Macht steht.“

Das Geschäft ist mit den Jahren nicht einfacher geworden, sagen beide. Das fängt bei der Mitarbeitersuche an: „Man muss mehr können, als nur zu klopfen.“ Die Konzentration und die Leistungen der Schulabgänger ließen jedoch heutzutage oft zu wünschen übrig, „ob verschuldet oder unverschuldet“, sagt Celia Eggenweiler und ergänzt: „Im Handwerk muss man mit Kopf und Hand arbeiten. Sie brauchen beides.“ Nicht zuletzt auch, weil immer mehr Elektronik in den Autos verbaut wird. Grundsätzlich hat Norbert Eggenweiler nichts dagegen, wenngleich er findet: „Es gibt Dinge, die nicht sein müssen.“

Er selbst hat eine Schwäche für Porsche – auch das ist historisch bedingt. Ein feuerroter Porsche war einst sein Meisterstück, mit 23 Jahren. Als Norbert Eggenweiler eines Tages in das Frankfurter Parkhaus ging, in dem der Sportwagen abgestellt war, hatten Diebe ihn ausgeräumt und sogar die Räder abmontiert. Damals traf ihn das schwer, aber alles Negative hat auch etwas Positives. Er verkaufte den Wagen später und nutzte den Erlös für die Gründung des Betriebs.

Mitarbeiter Uwe Tänzler mit einem Farbmessgerät an einem Porsche

Nur die 13, die damals auf seinem Nummernschild stand, gilt ihm seitdem als Unglückszahl. Die Kundenautos in der Werkstatt werden mit nummerierten Hütchen markiert: Die 13 aber wird nie vergeben.

Sichtbare Ergebnisse

Nach dem Werkstatt-Rundgang erzählen Norbert und Celia Eggenweiler von den vier Säulen, auf denen der Betrieb steht: Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner und Familie. Es spricht für sie, dass dies schon vorher unausgesprochen deutlich wurde. Warum ist Norbert Eggenweiler seine Arbeit auch nach mehr als 50 Jahren nicht langweilig geworden? „Wenn man im Büro sitzt, schickt man die Ergebnisse seiner Arbeit einfach per E-Mail weg. Man hat keine großen Erfolge. Im Handwerk sieht man sofort, was man geschafft und geschaffen hat.“

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