Christiane Augsburger ist seit kurzem im Ruhestand. FOTO: MAR
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Christiane Augsburger ist seit kurzem im Ruhestand. FOTO: MAR

Schwalbachs Ex-Bürgermeisterin feiert Geburtstag

Im Ruhestand ist sie besser angekommen "als befürchtet"

  • vonAndreas Schick
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Termindruck und ein oft randvoller Kalender prägten über Jahre hinweg den Alltag von Christiane Augsburger

Schwalbach -So ganz hat Christiane Augsburger dem Frieden nicht getraut. Wie reibungslos läuft der Übergang vom Arbeitsleben als Bürgermeisterin in den Ruhestand? Diese Frage beschäftigte sie monatelang. Termindruck und ein oft randvoller Kalender prägten über Jahre hinweg den Alltag der Sozialdemokratin, die heute, Freitag, 60 wird. Sieben Wochen nach ihrem Ausscheiden als Rathauschefin erzählt sie, die Eingewöhnung sei besser und "schneller als befürchtet" verlaufen. Die gebürtige Schwalbacherin sagt, sie sei fast 18 Jahre lang "mit Leib und Seele" hauptberuflich im Magistrat tätig gewesen - seit 2003 als Erste Stadträtin an der Seite des damaligen Bürgermeisters Roland Seel (CDU), von 2008 bis Anfang Juni 2020 als Bürgermeisterin. Von daher habe sie vor Beginn ihres Rentnerinnen-Daseins nicht gewusst, "was mich erwartet" und wie es laufen werde mit dem neuen Freiraum, schildert Augsburger.

Doch die Befürchtung zerstreute sich. Sie habe nun mehr Zeit für ihre Familie, für den Freundeskreis und zum Beispiel für ein Mittag- oder Abendessen ohne Hast im Kreise ihrer Lieben. Sport kann Augsburger ebenfalls treiben, ohne auf Arbeitstreffen, Sitzungen der politischen Gremien oder repräsentative Anlässe Rücksicht nehmen zu müssen. "Ich gehe joggen", sagt die ehemalige Tennisspielerin im Telefonat mit der Kreisblatt-Redaktion. Die Sause zum runden Geburtstag falle coronabedingt aber aus, verrät die ehemalige Verwaltungschefin, die zwei Direktwahlen deutlich gewonnen hatte (2008, 2014). "Ich hoffe, dass ich nächstes Jahr den 61. groß feiern kann und Corona mir keinen Strich durch die Rechnung machen wird."

Im Rückblick auf die knapp 18 Jahre im Magistrat stellt Augsburger fest: "Es war eine schöne Zeit und würde es immer wieder so machen." Sie habe den Schritt in die hauptamtliche Politik und an die Spitze der Schwalbacher Stadtverwaltung "nie bereut".

Lange Zeit sah es so aus, als käme eine dritte Amtszeit als Bürgermeisterin hinzu. In ihrer Partei und Fraktion hegte kaum jemand Zweifel. Im März 2019 überraschte sie die Öffentlichkeit und die politische Konkurrenz mit der Bekanntgabe, auf eine Kandidatur 2020 zu verzichten. Den engsten Kreis der SPD informierte sie vorher. Augsburger fasste den Entschluss, weil sie meinte, 18 Jahre hauptamtlicher Tätigkeit in der Verwaltung und der Politik seien genug. Schließlich sei sie 66, falls sie ein drittes Mal gewählt und diese Amtszeit bis zum Ende durchziehen würde. Augsburger winkte ab, nachdem sie sich mit ihrem Mann, dem ehemaligen Fraport-Arbeitsdirektor Herbert Mai, beraten hatte.

Noch ist die Genossin nicht gänzlich von der politischen Bühne verschwunden. Augsburger ist noch ehrenamtliche Kreistagsabgeordnete. Dass sie sich dort bei der Kommunalwahl 2021 erneut um ein Mandat bewirbt, ist nicht ausgemacht. Augsburger sagt, ihr Nachfolger Alexander Immisch (SPD) solle in den Kreistag einziehen. Außerdem ist Schwalbachs SPD mit Parteichefin und Augsburger-Freundin Nancy Faeser im Kreistag vertreten. Das reiche.

Der Faden zu den Schwalbacher Parteikollegen ist nicht abgerissen. Etliche SPD-Leute gehören zu Augsburgers Freundeskreis, etwa Fraktionschef Hartmut Hudel. Klar, erzählt sie, zu ihnen habe sie Kontakt, mit ihnen treffe sie sich oder telefoniere. Augsburger sagt, sie sei "sehr interessiert" am politischen und örtlichen Geschehen. Sie äußert sich aber nicht mehr öffentlich und sagt, sie wolle sich auch nicht reinhängen. Mit Blick auf Alexander Immisch ist sie überzeugt: "Schwalbach ist in guten Händen." ask

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