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In Schwalbach hat es in der Nacht auf Freitag in einem Mehrfamilienhaus gebrannt. Zurzeit können die Bewohner noch nicht zurück in ihre Wohnungen.

Teils katastrophaler Zustand

Schwalbach: So sieht die Situation für die Bewohner nach dem Kellerbrand im Wohnblock aus

Ein Mehrfamilienhaus am Ostring hat am Donnerstagabend gebrannt. Das Feuer ist seit Freitagmorgen gelöscht, die Bewohner sind aber noch woanders untergebracht.

Schwalbach -  Von Weitem ist dem Haus am Ostring, das am Donnerstagabend gebrannt hat, am Freitagmittag nicht viel anzusehen. Erst wer davorsteht, sieht die dunklen Verfärbungen an der Hauswand in Erdgeschoss-Höhe. Das weiße Zeug, das dort vor den Fenstern auf den ersten Blick wie Schnee aussieht, ist Löschschaum. Damit hatte die Feuerwehr den Keller geflutet, um den Brand in den Griff zu bekommen. Schon vom Parkplatz aus riecht es verbrannt. Anwohner stehen vor dem Haus und warten darauf, dass sie in ihre Wohnung gehen dürfen, um noch Dinge herauszuholen. Polizeibeamte verlassen das Gebäude, in dem sie sich mit Atemmasken aufgehalten haben. Auch Vertreter der Nassauischen Heimstätte, der das Haus gehört, sind anwesend.

Wie am Freitag berichtet, wurde die Feuerwehr am Donnerstag gegen 18.30 Uhr an den Ostring gerufen, weil im Keller ein Brand ausgebrochen war. Da sich der Rauch in zwei Treppenaufgängen ausgebreitet hatte, mussten rund 20 Personen aus dem Haus mit Drehleitern ins Freie gebracht werden. 300 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem Main-Taunus-Kreis kamen nach Schwalbach.

Feuer in Schwalbach am Freitagmorgen gelöscht

Am Tag danach erklärt ein Feuerwehrmitglied auf Nachfrage des Höchster Kreisblattes, dass das Feuer am Freitagmorgen um etwa 7.30 Uhr gelöscht war. Laut Stadtbrandinspektor Marco Richter hatte sich in den Kellerräumen eine sogenannte Brandblase entzündet, die das Feuer beschleunigte. Diese Blase war wohl wegen der dort gelagerten Dosen mit Materialien wie Farben, Lacken oder ähnlichem entstanden.

Die Feuerwehr bespricht am Donnerstagabend die Lage.

Die Ursache des Feuers an sich ist aber noch unklar. Die Beamten der Kriminalpolizei ermitteln dazu noch, wie ein Polizist am Einsatzort bestätigt. Er sagt, der geschätzte Schaden von 300 000 Euro sei vermutlich noch höher. Sowohl die Heizung als auch der Strom seien abgeschaltet. Davon war am Vormittag bis etwa 11.30 Uhr auch das nahe gelegene Diakonische Werk Main-Taunus betroffen. Eine Mitarbeiterin sagt, dies habe sich auf den Ablauf des Werks ausgewirkt. Mehr Auskunft konnte sie nicht geben. Die Leitung des Diakonischen Werks war zu einer weiter gehenden Information am Freitag nicht zu erreichen.

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Wohnungen noch unbewohnbar

Die Anwohner des Mehrfamilienhauses konnten gestern zwar einige Sachen aus ihren Wohnungen holen, aber noch nicht wieder einziehen. Wann das sein wird, war noch unklar. Einige sind zurzeit noch in Hotelzimmern untergebracht, die Bürgermeisterin Christiane Augsburger organisiert hatte. Andere sind bei Bekannten oder Verwandten untergekommen. Dazu gehört eine 93 Jahre alte Frau, die in einer Wohnung im vierten Stock wohnt: Sie ist bei ihrem Sohn Michael Machlitt untergekommen, der von der Tapferkeit seiner Mutter beeindruckt ist. Auf dem Parkplatz vor dem Haus erzählt er, was sie von der Brandnacht berichtet hat: „Sie war erst auf dem Flur. Dort haben ihr die Nachbarn gesagt, sie soll wieder hineingehen und die Tür gut verschließen.“ Die Tür habe seine Mutter sogar noch gut abgedichtet und dann eine Tasche gepackt. Schließlich sei sie auf den Balkon gegangen und von dort aus in den Korb der rettenden Feuerwehrleiter geklettert.

Was hier aussieht wie Schnee, ist in Wirklichkeit Löschschaum. Damit hat die Feuerwehr den Keller geflutet.

Seine Freundin Monika Mahder war am Freitagmittag kurz in der Wohnung, um noch Sachen der Seniorin herauszuholen. „Das Treppenhaus ist eine Katastrophe“, sagt sie und meint den Qualm- und Rußgeruch. Es stinke, auch in der Wohnung. Da der Strom ausgefallen ist, haben die beiden einige Lebensmittel aus der Gefriertruhe herausgeholt, aber ein paar Dinge mussten sie wegwerfen.

Der Mutter gehe es so weit gut, sagt Machlitt, sie wohnt zunächst bei ihm. Da er aber eine recht kleine Wohnung habe, geht das nicht auf Dauer. Zwar gebe es ein reserviertes Hotelzimmer, aber besser sei vielleicht ein Platz in einem Heim. Wie es für sie und die Bewohner des Hauses weitergeht, wird sich demnächst zeigen.

von Katrin Walter

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