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Sie scheuen keine Verantwortung

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Von: Kristiane Huber

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Josefine Zehnter ist Vorsitzende des Jugendparlamentes, Yash Bansal ihr Stellvertreter.
Josefine Zehnter ist Vorsitzende des Jugendparlamentes, Yash Bansal ihr Stellvertreter. © Maik Reuß

Die neuen Jugendparlamentarier zeigen Elan. Sie wollen zudem die Sitzordnung verändern.

Schwalbach -"Wir sind gespannt darauf, die Vertretung und das Sprachrohr in der Kommunalpolitik für die Schwalbacher Jugendlichen für die nächsten zwei Jahren zu sein. Wir würden uns freuen, wenn sich viele Jugendliche mit Ideen und Anregungen an uns wenden würden, um noch effektiver für unsere Altersgruppe arbeiten zu können." Das sagen Josefine Zehnter (17), die Vorsitzende des im Dezember 2021 neu konstituierten Jugendparlamentes (Jupa), und ihr Stellvertreter Yash Bansal (16).

Im Februar trafen sich die insgesamt neun Jugendparlamentarier zu einem dreitägigen Auftaktseminar in der Jugendherberge Oberreifenberg (Hochtaunus). "Das war rundum gelungen mit vielen Informationen und viel Spaß", sagen Zehnter und Bansal und loben die Leiterin des Jugendbildungswerks Nadine Desoi, die auch Jupa-Koordinatorin ist und das Ganze pädagogisch betreut. "Bei dem Seminar ging es um das Kennenlernen, um Kenntnisse in der Kommunalpolitik und um die Strukturen, die wir für unsere künftige Zusammenarbeit haben wollen. Auch Themen haben wir schon besprochen", schildern Zehnter und Bansal.

"Zum Kennenlernen wurde viel gespielt", sagen beide. "Wir haben uns gegenseitig gemalt, mussten Lüge und Wahrheit beim Gegenüber einschätzen und der Höhepunkt war das Werwolf-Rollenspiel. Dadurch haben wir eine gute Verbindung zueinander aufgebaut", erzählen die Vorsitzende und ihr Vize. Dass mit Silas Gottwald ein Referent da war, der selbst früher als Jugendparlamentarier in Wiesbaden agierte und damit ihre Perspektive erlebt hatte und viele Kenntnisse über Kommunalpolitik vermitteln konnte, fanden sie toll.

Eigene Regeln festzusetzen spielte auch eine Rolle. "Wir haben vereinbart, dass die Arbeit fair verteilt werden soll und dass wir viel kommunizieren", sagen Josefine Zehnter und Yash Bansal. Arbeitsgruppen wurden bereits gebildet, und als Schwerpunkte für das erste Halbjahr wurden die Themen "Umwelt und Verkehr" und "Freizeit" herausgehoben. Ein erster Antrag - das Jugendparlament hat ein Vorschlagsrecht an die Stadtverordnetenversammlung - soll sich um Standorte für Insekten- und Bienenhotels drehen. Die Vorschläge des ersten Jugendparlaments sind erledigt oder in der Umsetzung,

Erwachsene wirken "einschüchternd"

Josefine Zehnter und Yash Bansal sagen: "Es ist uns wichtig, Verantwortung zu übernehmen, für Jugendliche Verbesserungen zu erreichen und demokratische Spielregeln zu erlernen und zu nutzen." Für die 17-Jährige ist Klima- und Umweltschutz vorrangig, dazu zählen auch bessere Bedingungen für Fahrradfahrer. Yash Bansal sagt: "Sinnvolle Freizeitgestaltung ist wichtig. Ich wünsche mir viele neue Angebote, die sich quer durch die Stadt ziehen."

Bei der Sitzungsordnung haben sie auch einen Wunsch: "Wir wären bei den Beratungen mehr gerne unter uns. Es wäre schön, wenn Bürgermeister und Stadtverordnetenvorsteher nicht auf einem Podium vor uns sitzen, sondern im Raum dabei sind. Erwachsene sind halt schon einschüchternd, wenn man vor ihnen direkt redet, auch wenn sie das nicht beabsichtigen."

Josefine Zehnter kommt aus einer kommunalpolitisch engagierten Familie. Ihr Vater Jochen Zehnter arbeitet ehrenamtlich im Magistrat mit, ihre Mutter Claudia Eschborn ist Stadtverordnete. Auch dies ist eine ehrenamtliche Aufgabe. Yash Bansal wurde durch Freunde für die Jupa-Arbeit interessiert.

Jugendbildungsreferentin Nadine Desoi ist begeistert von den neuen Jugendparlamentariern. "Da hat sich schon eine tolle Gruppendynamik entwickelt", sagt sie. So viel ist erkennbar: Das neue Jugendparlament geht mit Elan an die Aufgabe heran.

Beim Auftaktseminar (jeweils von links nach rechts): Rasmus Meyners und Elias Daroglou (vorne), Yash Bansal und Robert Reichel (2. Reihe), Luisa Scherer, Kira Rosenbaum, Josefine Zehnter (3. Reihe). Hinten: Jugendbildungsreferentin Nadine Desoi.
Beim Auftaktseminar (jeweils von links nach rechts): Rasmus Meyners und Elias Daroglou (vorne), Yash Bansal und Robert Reichel (2. Reihe), Luisa Scherer, Kira Rosenbaum, Josefine Zehnter (3. Reihe). Hinten: Jugendbildungsreferentin Nadine Desoi. © privat

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