+
Lächelnde Direktkandidatin für die Wahl zum Hessischen Landtag: Stephanie Müller von der FDP.

Landtagswahl 2018

Stephanie Müller (FDP) will „Land und Kommunen besser vernetzen“

  • schließen

Prognosen für die Landtagswahl am 28. Oktober sind schwierig. Fest steht aber, dass aus jedem Wahlkreis ein Vertreter direkt ins Hessen-Parlament einziehen wird. Wir stellen für die beiden Main-Taunus-Wahlkreise die Direktkandidaten der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien vor. Heute: Stephanie Müller (FDP, Wahlkreis 32 – Main-Taunus I).

2006 ist sie in die FDP eingetreten, seitdem steigt Stephanie Müller in der Partei eine Stufe nach der anderen nach oben. Inzwischen ist sie Parteichefin in Schwalbach, Fraktionsvorsitzende im dortigen Stadtparlament, sie sitzt im Kreistag und nun möchte sie auch noch in den Landtag gewählt werden.

Bei vielen Themen, mit denen sie das Vertrauen der Wähler gewinnen will, ist sie sich sicher, dass mit einer besseren Vernetzung von Land und Kommunen viel zu erreichen ist. Wenig überraschend nennt Müller zunächst das Thema Wirtschaft. Wenn sie nicht funktioniert, funktioniere alles andere im Land nicht richtig, gibt sie die liberale Grundhaltung wieder.

Und schon ist Müller beim Verkehr: Das „reiche“ Land Hessen habe viel zu wenig aus seinem Geld gemacht. Und jetzt verliere Hessen mobil auch noch die Zuständigkeit für die Autobahnen – diese soll einer Bundesbehörde übertragen werden – und bekomme nicht mal einen der zehn neuen Standorte der neuen Bundesbehörde; obwohl durch Hessen einige der wichtigsten und meistbefahrenen Autobahnen der Republik führten.

Doch nicht nur der Autoverkehr beschäftigt Stephanie Müller, die beruflich viel mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Land unterwegs ist. Auch ÖPNV (Öffentlicher Personen-Nahverkehr) und Radverkehr seien wichtig. Davon müsse es „einen gesunden Mix“ geben. Sie selbst sei dabei kein Fan von ideologisch getriebenen Diskussionen und will sich im Wahlkampf das Radwegenetz und Busverbindungen anschauen.

Zur Regionaltangente West (RTW) hat sie bereits eine Vision: Wenn sie denn mal gebaut sei, sollte sie nach Norden, über Bad Homburg hinaus verlängert werden. So ließe sich der ländliche Raum besser ans Ballungszentrum Rhein-Main anbinden. Das könne bei der aktuell größer werdenden Wohnungsnot in der Region helfen.

Beim Thema Bildung fließen in Stephanie Müllers Meinung die eigenen Erfahrungen, die sie als Mutter gemacht hat und noch macht, ein; im Kindergarten wie in der Schule. Bislang sei in Hessen viel Geld für zusätzliche Plätze in Kindergärten ausgegeben worden. Nun müsse wieder verstärkt in die Qualität der Erziehung investiert werden. Das heißt für Müller auch, die Gruppen in den Kindergärten zu verkleinern.

Nicht zu Ende gedacht, sei der Beschluss der Landesregierung, die ersten sechs Stunden im Kindergarten kostenfrei zu machen, die Kosten dafür aber zum Großteil den Kommunen aufzubürden. Da immer mehr Kinder länger als sechs Stunden in den Einrichtungen blieben, müssten viele Eltern für die zusätzlichen Stunden nun deutlich mehr bezahlen.

Geld würde Stephanie Müller in die Erzieherinnen-Ausbildung stecken. Ihr Vorschlag: Duale Ausbildung. Zudem müssten mehr Ausbildungsplätze geschaffen werden, Erzieherinnen und Erzieher besser bezahlt werden sowie die Bürokratie in den Einrichtungen für die pädagogischen Fachkräfte reduziert werden. Büro-Arbeit könnte an andere vergeben werden. Bürokratieabbau fällt Müller auch beim Thema Ausbildung ein. Handwerker fänden immer weniger Nachfolger, weil es ein Übermaß an Bürokratie gebe. Da seien die Anforderungen so hoch, dass vielfach keine Zeit für Arbeit im Kerngeschäft bleibe.

In die Schulen: Nachmittagsunterricht werde schon in der Grundschule immer wichtiger. Die Kommunen könnten das aber nicht leisten. Die Grundschulen müssten am Ganztagsprogramm des Landes teilnehmen. Da seien die Schulkonferenzen gefordert – und die Lehrer das Zünglein an der Waage.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare