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Was plant Nancy Faeser? Chef der Kreis-SPD schweigt wie ein Grab

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Von: Barbara Schmidt

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Tritt die Schwalbacherin und Bundesinnenministerin Nancy Faeser zur Landtagswahl an? Der Unterbezirk nominiert zumindest Kandidaten – nennt aber keine Namen.

Schwalbach/Hofheim – Die demokratischen Parteien im Main-Taunus haben ihre Direktkandidatinnen und -kandidaten für die Landtagswahl am 8. Oktober weitgehend schon benannt und gewählt. Leerstellen gibt es da aber noch immer bei der SPD. Tritt sie an oder tritt sie nicht an, heißt hier noch immer die große Frage - an der alles Weitere hängt. Denn Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die hessische Landesvorsitzende der Sozialdemokraten aus Schwalbach, soll sich zunächst erklären, ob sie Spitzenkandidatin dort werden will, wo nach eigener Aussage ihr „Herz schlägt“: in Hessen, oder ob sie es doch vorzieht, als Kabinettsmitglied in Berlin zu bleiben.

Eine Anfrage dieser Zeitung, mit ihr über ihr Leben als Bundesinnenministerin zu sprechen, ließ Nancy Faesers Büro in Berlin zunächst wochenlang unbeantwortet, nun hieß es auf Nachfrage, es werde damit nichts vor Februar/März. Am Freitag, 3. Februar, soll die Schwalbacherin nun die so spannende Frage nach ihrer beruflichen Perspektive, über die seit Wochen nicht nur in Hessen munter spekuliert wird, endlich selbst beantworten.

Starke Konkurrenz für SPD bei der Hessenwahl

Der Hessen-Experte der FAZ etwa hatte Anfang Januar seine Leser wissen lassen, Faeser werde gegen Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) antreten. Andere waren da vorsichtiger, weil die Erfolgsaussichten der SPD zuletzt Umfragen zufolge eher als mäßig bis gering galten, zumal die Grünen mit Tarek Al Wazir ebenfalls einen starken Spitzenkandidaten ins Rennen schicken. In den vergangenen Tagen war daher schon von einem Plan B der SPD für den Fall einer Absage Faesers an eine Spitzenkandidatur die Rede, nach dem Offenbachs Oberbürgermeister Felix Schwenke für sie in die Bresche springen werde.

Bleibt sie Bundesinnenministerin oder wird sie Spitzenkandidatin der Hessen-SPD? Nancy Faeser will sich Anfang Februar erklären.
Bleibt sie Bundesinnenministerin oder wird sie Spitzenkandidatin der Hessen-SPD? Nancy Faeser will sich Anfang Februar erklären. © dpa

Was an alldem dran ist: Der Unterbezirksvorsitzende für den Main-Taunus, Michael Antenbrink, könnte aufklären. Doch der Flörsheimer schweigt seit Wochen beharrlich und nach eigenen Worten „wie ein Grab. Ich weiß, was ich wissen muss“, sagt Antenbrink nur, „das reicht mir.“ Denn immerhin muss er ja in verantwortlicher Rolle als Parteichef im Unterbezirk dafür sorgen, dass beide Direktkandidatenposten im Main-Taunus, der die Wahlkreise 32 und 33 abdeckt, auch von der SPD besetzt werden.

Immerhin, so viel hat Antenbrink auf Anfrage verraten: Der Unterbezirksvorstand hat am Montagabend einen Kandidaten für den Wahlkreis 33 (Main-Taunus West) nominiert. Nur: Einen Namen des Herren, der es machen soll, gibt es auch hier für die Presse nicht. „Dann wird nur erst wieder lange diskutiert“, begründet Antenbrink das mit dem Kandidaten so abgestimmte Vorgehen.

Faeser-Kandidatur bei Hessenwahl bleibt unklar

Wie es mit einem Platz für den West-Kandidaten auf der Landesliste der SPD aussehen wird, auch das sei erst nach dem 3. Februar, also nach Faesers Bekanntgabe ihrer Entscheidung, überhaupt zu besprechen, erläutert der SPD-Chef noch. Die Listenplatz-Frage ist deshalb interessant, weil ernsthaft niemand annimmt, dass der Westkreis direkt von einem eher unbekannten Sozialdemokraten erobert werden kann. Er ist seit 1999 immer von Christdemokrat Axel Wintermeyer, dem Chef der Staatskanzlei in Wiesbaden, gewonnen worden. Wird Nancy Faeser aber Spitzenkandidatin und damit Direktkandidatin der SPD Main-Taunus im Wahlkreis 32 (Main-Taunus Ost), ist Listenplatz 1 schon beim MTK, so dass es schwieriger wird, den zweiten Kandidaten ebenfalls einigermaßen weit vorn auf der Liste zu platzieren.

Der „Hessen-Gipfel“ der SPD am 3./4. Februar findet in Friedewald statt. Auf der Seite der SPD Hessen ist übrigens ein Beitrag noch gesperrt, der angerissen wird mit dem Satz: „Die SPD-Landesvorsitzende, Nancy Faeser, möchte den Menschen zeigen, was sie und ihre Partei für Sie in Hessen verändern will.“ (babs)

Gleichzeitig macht sich bei der OB-Wahl in Frankfurt der SPD-Kandidat Mike Josef bereit. Er sieht eine starke Wirtschaft als Grundlage einer sozialen Politik.

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