Umgestaltung

Zisternen für den Marktplatz? Schwierig, aber machbar

  • vonKristiane Huber
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Ergebnisse der Prüfung sind da. Magistrat präsentiert Lösungsvorschlag.

Schwalbach -Die Umgestaltung und Sanierung des unteren Marktplatzes ist beschlossene Sache. Ein Konzept liegt vor. Die Grünen stören sich aber an dem Beschluss, weil der Erhalt von einigen Kastanienbäumen darin nicht enthalten ist, für die sie weiter kämpfen wollen. Dennoch steht die Entscheidung, wie der Marktplatz erneuert werden soll.

Allerdings wollten die Stadtverordneten noch einen Punkt klären lassen. Es sollte untersucht werden, ob im Zuge der Umgestaltung ein Zisternensystem geschaffen kann. Diese Zeitverzögerung wollten die Stadtverordneten in Kauf nehmen, obwohl der marode Zustand - insbesondere der Treppen - nach schnellem Handeln schreit.

Bürgermeister Alexander Immisch (SPD) hat nun das Ergebnis der Untersuchung im Ausschuss für Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) vorgelegt. Er brachte eine Magistratsvorlage mit, die nicht auf der Tagesordnung stand. Sofort gab es Kritik der Opposition, dass dies ja nicht der übliche Weg sei, Magistratsvorlagen auf diese Weise einzubringen. Immisch antwortete: "Die Ergebnisse der Prüfung sind da. Ich wollte sie dem Parlament und den Ausschüssen so schnell wie möglich zukommen lassen. Umso schneller können wir am unteren Marktplatz weitermachen." Eine Entscheidung zu den Zisternen wurde im BVU vertagt, obwohl Immisch den Lösungsvorschlag präsentierte.

18 000 Euro müssten investiert werden

Ein Zisternenkonzept könnte in die Marktplatzumgestaltung- und Sanierung integriert werden, so wie es insbesondere die Grünen wollten. Rund 18 000 Euro müssten dafür zusätzlich investiert werden. Etliche Hindernisse gibt es jedoch. Es sind enorme technische Probleme zu bewältigen, und ein Privateigentümer müsste sein Einverständnis zu den Maßnahmen erklären.

Nur die Dachfläche der Platz-Überdachung vor dem "bunten Riesen" kommt offenbar für eine Regenwassernutzung über Zisternen überhaupt infrage. Lediglich 750 Quadratmeter Dachfläche stehen am unteren Marktplatz für eine Zisterne zur Verfügung. In der Magistratsvorlage schlägt Immisch eine Variante vor - eine automatische Bewässerungsanlage für die Vegetation, die am unteren Marktplatz geschaffen werden soll. Hocheffizient und modern würde sie mehr als eine althergebrachte Zisterne leisten, stellte Immisch dar.

Die Diskussion über die Umgestaltung des unteren Marktplatzes hat eine lange Geschichte. Fest steht: Vieles ist dort seit langem marode und muss dringend saniert werden. Immischs Vorgängerin Christiane Augsburger (SPD) hatte sich vorgestellt, mit der Sanierung eine Attraktivitätssteigerung des Marktplatzes im größeren Stil zu verbinden. Bürger-Workshops hatte sie dazu veranstaltet, wie die Menschen den Platz wollen. Die einstige schwarz-grüne Mehrheit, die bis Anfang 2016 das Sagen hatte, hatte diesen Prozess gestoppt und auf eine reine, sparsame Sanierung ohne Pipapo gepocht.

Bei der Wiederaufnahme der Marktplatz-Diskussion mit Beschluss ist nun immerhin herausgekommen, dass eine Modernisierung im Sinne der Mobilität für Ältere und Behinderte im Konzept inbegriffen ist. Außerdem soll bei der Anpflanzung neuer Vegetation bei den Baumarten darauf geachtet werden, dass sie für den Klimawandel gewappnet sind.

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