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Hinter dem unteren Marktplatz steht der "Bunte Riese" wie eine große Wand. Die Kastanien sollen gefällt werden. So sieht es die aktuelle Planung der Stadtverwaltung vor. Die Grünen plädieren dafür, die Bäume neben dem Spielplatz zu erhalten. Sie regen auch an, bei der Umgestaltung Zisternen zu berücksichtigen. 

Bürgermeisterin nicht angetan

Umgestaltung am unteren Marktplatz verzögert sich – Neue Ideen

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Der untere Marktplatz in Schwalbach wird umgebaut. Der Beginn der Arbeiten verschiebt sich aber, weil nun auch Zisternen im Gespräch sind. 

Schwalbach -Eigentlich sollten im Frühjahr 2020 die Bauarbeiten für die Umgestaltung des unteren Marktplatzes endlich beginnen. Daraus wird nun nichts. Nach jahrelanger Diskussion hatte die Stadtverordnetenversammlung im Mai 2019 endgültig beschlossen, welche Entwurfsplanung weiterverfolgt und umgesetzt werden soll. Diese Entscheidung hat auch noch immer Gültigkeit.

Allerdings fiel sie schon damals ausschließlich mehrheitlich mit Zustimmung der SPD/FDP-Koalition und der "Eulen", weil Details, etwa die Fällung der Kastanien zugunsten neuer Baumpflanzungen, bis heute umstritten sind. Daher stimmten die Grünen im Mai des vorigen Jahres gegen die Planung, Gegenstimmen und Enthaltungen kamen damals auch aus der CDU.

Schwalbach: Planung für Umgestaltung eigentlich fix

Trotzdem stand der Beschluss fest. Wie umgestaltet werden soll, liegt auf dem Tisch. Die Planung war fix und fertig. Nun jedoch gibt es einen neuen Vorschlag, der für eine Verzögerung der Umgestaltung sorgen wird, denn er wurde in der Februar-Sitzung von den Schwalbacher Stadtverordneten mehrheitlich beschlossen.

Die Grünen hatten die neue Idee in den Ring geworfen. Sie haben beantragt, bei der Marktplatzumgestaltung Zisternen vorzusehen. Nach Vorstellung der Grünen soll am Marktplatz das auf den Dachflächen anfallende Niederschlagswasser gesammelt und für die Bewässerung der Bäume und Pflanzen genutzt werden. Einen Beitrag zum Klimaschutz soll das geforderte Zisternen-Konzept leisten - auch im Hinblick darauf, dass vermutlich immer mehr heiße und trockene Sommer bevorstehen. Der Magistrat, so bitten die Stadtverordneten, soll die Zustimmung der Eigentümer der Dachflächen einholen.

Schwalbach: SPD und FDP sind mal wieder uneins

Pikant ist, dass der Zisternen-Antrag der Grünen nur mit den weiteren Stimmen der SPD und eines CDU-Stadtverordneten Erfolg hatte. Der Großteil der CDU, die oft mit den Grünen auf einer Linie liegt, und die FDP als SPD-Koalitionspartner sprachen sich dagegen aus. Erneut waren sich die Sozialdemokraten und die Liberalen uneins. Auch beim Beschluss, den "Klima-Notstand" auszurufen, stimmten sie unterschiedlich ab.

Die FDP weist darauf hin, dass der Zisternen-Vorschlag ohne die Zustimmung der Eigentümer der Liegenschaften am Marktplatz gar nicht umsetzbar sei. Deshalb müsse die Erlaubnis, dort bauliche Maßnahmen durchzuführen, erst eingeholt werden. Außerdem müsse der Kostenfaktor geprüft werden. Mit einem solchen Änderungsantrag scheitere die FDP.

Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) bekam in diesem Fall von ihrer eigenen Partei ein dickes Kuckucksei ins Nest gelegt. Denn die Rathauschefin ist alles andere als begeistert von der Verzögerung der Marktplatzumgestaltung, um die sie stark gerungen hatte und die sie zum Ende ihrer Amtszeit bis zum 6. Juni 2020 gerne noch in die Realisierungsphase begleitet hätte. "Wir haben so lange über die Marktplatzumgestaltung diskutiert, auch die Idee mit den Zisternen hätte in diesen Prozess eingebracht werden können", sagt sie. "Wenn man jedoch nach Parlamentsbeschlüssen, die eine so lange Vorlaufzeit hatten, immer wieder noch Ideen nachschiebt, ist das nicht mehr glaubwürdig der Sache geschuldet und Projekte werden dann irgendwann gar nicht mehr realisiert", kritisiert Augsburger. 

Schwalbachs Bürgermeisterin ist nicht angetan von Zisternen

Inhaltlich sagt Augsburger zu dem Thema: "Ich weiß nicht, was man sich gerade von Zisternen in trocknen, heißen Sommern erwartet, denn mangels Niederschlagswasser werden sie ja auch leer bleiben." Sie sei jetzt jedoch beauftragt, mit den Eigentümern zu besprechen, ob ein Zisternenkonzept erwünscht ist, und das werde sie tun. "Diese Zisternen sind technisch und als Kostenfaktor eine richtig große Nummer. Das muss jeder wissen", sagt sie. Zum weiteren Prozedere betont Augsburger: "Die Ausführungsplanung für die Umgestaltung ist fertig. Wegen des Zisternen-Beschlusses kann jetzt jedoch keine Ausschreibung erfolgen, bis dieser Zusatzwunsch geklärt ist." 

Von Kristiane Huber

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