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Der mutmaßliche Serientäter Manfred Seel.

Fall Tristan

Schwalbacher Serienmörder: ?Aktenzeichen XY. . . ungelöst? bringt 200 Hinweise

Bei den Ermittlern im Fall des mutmaßlichen Serienmörders Manfred Seel sind etwa 200 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Darunter sind auch solche, die zur Aufklärung des Falls Tristan beitragen könnten.

Im Monat nach der Veröffentlichung der Hypothese, dass der 2014 verstorbenen Schwalbacher Manfred Seel ein Serienmörder war, sind bei den Ermittlungsbehörden etwa 200 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen. Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY. . . ungelöst“ am 8. Juni habe noch einmal einen Schub von ungefähr 40 Hinweisen erbracht, sagte Max Weiß, Sprecher des hessischen Landeskriminalamts (LKA), auf Nachfrage. Unter den Hinweisen, die allesamt geprüft würden, seien auch „einige interessante, denen die Ermittler auf jeden Fall weiter nachgehen“.

Manfred Seel steht wie berichtet im Verdacht, mindestens fünf Frauen, vielleicht aber auch noch mehr Menschen aus sadistischen Motiven ermordet zu haben. Auch der Frage, ob der Familienvater im Jahr 1998 den Frankfurter Schüler Tristan Brübach tötete, gehen die Ermittler der Arbeitsgruppe (AG) „Alaska“ nach. Der AG unter der Federführung des LKA gehören auch Polizisten der Frankfurter Mordkommission an.

Unter den neuen Hinweisen sind dem Vernehmen nach auch solche auf den unbekannten Mann, der sich nach dem Mord an Tristan telefonisch mit verwaschener Stimme und leicht hessischem Zungenschlag als Täter bei der Polizei meldete. Ob es sich bei dem Anrufer tatsächlich um Tristans Mörder oder einen Trittbrettfahrer handelte, ist noch ungeklärt.

Die Auswertung der Fingerabdrücke auf der früheren Klarinette des Hobbymusikers Manfred Seel wird nach Angaben der Frankfurter Staatsanwaltschaft voraussichtlich noch eine Weile dauern. Das Instrument werde bei der Untersuchung wohl kaputtgehen, daher sei zunächst die Zustimmung des jetzigen Eigentümers einzuholen, sagte Oberstaatsanwältin Nadja Niesen.

Wie berichtet, hatte Manfred Seel das Instrument verschenkt. Der neue Eigentümer gab es an die Ermittler weiter. Diese hoffen, dass sich mit Hilfe der Klarinette die vier noch fehlenden Fingerabdrücke von Manfred Seel rekonstruieren lassen. Nach der Exhumierung seiner Leiche war die Rekonstruktion nur im Fall von sechs Fingern gelungen. Lägen die restlichen vier Abdrücke vor, könnten diese mit dem blutigen Abdruck auf einem Schulheft des ermordeten Tristan verglichen werden. Die Frage nach der Täterschaft von Manfred Seel in diesem Fall ließe sich so vielleicht beantworten.

(chc,lhe)

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