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Monika Hofmann, Koordinatorin des Frankfurter Bündnisses für Familien, und Dagmar Thiel (rechts) von der Projektgruppe ?Kind in Nied? haben die Broschüre gestern im Höchster Klinikum vorgestellt.

Broschüre

So soll ein familienfreundliches Krankenhaus sein

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In einem Projekt mit Modellcharakter hat eine Arbeitsgruppe des Frankfurter Familienbündnisses West gemeinsam mit Experten ihre Vision eines familienfreundlichen Krankenhauses entworfen. Entstanden ist eine Broschüre, die gestern vorgestellt wurde.

Wer in ein Krankenhaus kommt, ganz gleich, ob als Patient oder Angehöriger, für den ist es wichtig, sich dort zurechtzufinden und wohlzufühlen. Doch was ist dafür notwendig, und wie kann es umgesetzt werden? In einem Projekt hat eine Arbeitsgruppe (AG) des Frankfurter Familienbündnisses West über einen Zeitraum von rund drei Jahren gemeinsam mit Experten ihre Vision eines familienfreundlichen Krankenhauses entworfen und in einer 40-seitigen Broschüre dokumentiert. Sie wurde gestern in den Räumen des Klinikums Höchst vorgestellt.

Anlass dieses Projekts mit Modellcharakter ist der Neubau des Höchster Krankenhauses, der Ende 2019 – so die Planung – eröffnet werden soll. „Umweltdezernentin Rosemarie Heilig, damals noch in ihrer Funktion als Geschäftsführerin der Zentralen Errichtungsgesellschaft, brachte die Idee ins Gespräch“, sagt Monika Hofmann. Sie ist Koordinatorin des Frankfurter Bündnisses für Familien, das die Broschüre finanziert. Das Bündnis ist beim Frankfurter Kinderbüro angesiedelt. Seit 2011 gibt es zudem das Frankfurter Familienbündnis West auf Stadtteilebene.

„Wir haben Pionierarbeit geleistet und möchten für das Thema ,familienfreundliches Krankenhaus‘ sensibilisieren“, erklärt Monika Hofmann. Bisher gebe es dafür keine Empfehlungen oder Leitlinien, die beispielsweise im Wohnungsbau gängig seien. Kriterien für einen Leitfaden für ein familienfreundliches Krankenhaus festzulegen, das sei ein Wunsch, den sie an die Stadtpolitik habe.

Für Dagmar Thiel von der Projektgruppe „Kind in Nied“, einer der Akteure des Frankfurter Familienbündnisses West, war es selbstverständlich, sich in der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der Broschüre zu engagieren. „Ich finde es toll, dass bei der Planung eines Krankenhaus-Neubaus nicht nur die Experten nach ihren Ideen gefragt, sondern auch wir als Laien mit einbezogen wurden“, sagt sie.

Der Blick der AG habe sich dabei auf den Eingangsbereich des Neubaus gerichtet. Dort erhalte man den ersten Eindruck von einer Klinik, beschreibt es Thiel. Um sich einen Eindruck von Gestaltungsmöglichkeiten zu machen, haben sich die Teilnehmer der AG, zu denen unter anderem auch Vertreter der Kommunalen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, der Zentralen Errichtungsgesellschaft (ZEG) des Klinikums Höchst und der Stadt gehören, andere Krankenhaus-Entrees angesehen.

„Wir haben dabei bemerkt, dass es einiges gibt, das an dieser Stelle anders gemacht werden muss“, sagt Thiel. Die Ideen für eine familienfreundliche Gestaltung, die Patienten, Besuchern und auch Mitarbeitern zugutekommt, wurden gesammelt und reichen von einer besonderen Farbgebung über einen Spielort für Kinder im öffentlich zugänglichen Eingangsbereich bis zu einem für alle leicht verständlichen Leitsystem. „Für das Leitsystem etwa braucht es keine Worte, sondern gute Piktogramme, die jeder versteht“, findet Thiel.

Kinder jedenfalls wissen ganz genau, wie ein Krankenhaus aussehen soll. „Es gab ein Trickfilm-Projekt mit Viertklässlern der Hostatoschule und dem Gallus Zentrum, bei dem die Grundschüler ihre Vorstellungen ausdrücken“, sagt Hofmann. Drei kurze Trickfilme sind entstanden, die gezeigt wurden. Und so wurde sichtbar, wann der Besuch im Krankenhaus für ein Kind nicht nur mit einem negativen Gefühl verbunden wird – nämlich dann, wenn die Wände bunt sind und es kindgerechte Räume gibt, in denen gespielt werden darf.

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