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Jeden Tag Staus auf der Westerbachstraße: Abends kann der Verkehr nicht aus dem Gewerbegebiet Wilhelm-Fay-Straße abfließen. Und das Gewerbegebiet wächst ständig weiter. Nun kommt noch die Neuansiedlung eines Logistikers auf Rödelheimer Seite dazu.

Gewerbegebiet

Sossenheim: Wer hier steht, steht noch lange

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Die Westerbachstraße ist am Gewerbegebiet Wilhelm-Fay-Straße ein Alptraum im Berufsverkehr. Mit dem Zuzug eines Logistikers auf Rödelheimer Seite und mehrerer Betriebe in Sossenheim wird sich die Situation noch verschärfen, argwöhnt die CDU im Ortsbeirat.

Zwei weitere Firmen, ein Rechenzentrum und ein großer Automobilzulieferer, sind dabei, sich im Gewerbegebiet Wilhelm-Fay-Straße anzusiedeln. Dort fehlen allerdings schon jetzt viele Parkplätze, und auf der Westerbachstraße herrscht im Berufsverkehr Dauerstau. Darunter leiden Anwohner, Pendler und nicht zuletzt auch ansässige Firmen, deren Kunden mit dem Auto kommen.

In der Stadtverordnetenversammlung hat jüngst Christiane Loizodes, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Römer und Mitglied des Wirtschaftsausschusses, die Frage gestellt, was die Stadt unternehmen will. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sieht die Verantwortung bei den Firmen, bei der Stadt Eschborn und beim Land: „Für den regelmäßigen Parkraumbedarf der Betriebe für ihre Beschäftigten, Kunden und Zulieferer müssen die Unternehmen Vorsorge auf dem eigenen Areal treffen. Defizite in diesem Bereich können nicht durch die Stadt im öffentlichen Straßenraum kompensiert werden.“

Maßgeblich für die kritische Situation an der Wilhelm-Fay-Straße sei „die Tatsache, dass die Stadt Eschborn ihr Verkehrssystem trotz der dynamischen gewerblichen Entwicklung noch nicht so ausgebaut hat, wie es in der Vergangenheit mit dem Land Hessen vereinbart war“, antwortete Oesterling weiter. Das betreffe insbesondere die Verbindung vom Gewerbegebiet Eschborn-Süd zur Landesstraße L 3005, die als „politisch nicht durchsetzbar“ bezeichnet werde. Auch das Land selbst habe die dort vereinbarten Maßnahmen einer verbesserten Anbindung der L 3005 an die A 66 noch nicht umgesetzt.

Im Zuge der Entwicklung des Gewerbegebietes an der Gaugrafenstraße in Rödelheim werde vom dortigen Investor, der „Segro Sechste Grundbesitz GmbH“ aus Düsseldorf, der Knotenpunkt Westerbach-/Wilhelm-Fay-Straße zur Verbesserung des Verkehrsflusses in Ost-West-Richtung „ertüchtigt“, teilte Oesterling mit. Das heißt: Westlich dieses Knotenpunktes werde die Westerbachstraße auf der Nordseite bis zum Rewe-Markt statt einstreifig über veränderte Straßenmarkierungen zweistreifig weitergeführt. Damit, so Oesterling, könne der Verkehr in Spitzenzeiten besser abfließen. Die Ampeln an der Wilhelm-Fay-Straße würden entsprechend angepasst. Diese Maßnahmen sollen „in den nächsten drei Jahren“ umgesetzt werden.

Weitere Entlastungsmöglichkeiten seien „kurz- bis mittelfristig nicht realisierbar“, sagt Oesterling – so sei beispielsweise der Spielraum, neue Autobahnanschlüsse durchzusetzen, durch die strikten Vorgaben von Hessen Mobil, der Straßenbaubehörde des Landes, sehr gering. Eine Entlastung erwarte der Magistrat aber von der Realisierung der Regionaltangente West (RTW), die mit Nachdruck – auch von der Stadt Eschborn – weiterverfolgt werde.

Der Ortsvorsteherin des Ortsbezirks 6, Susanne Serke (CDU), die selbst in Sossenheim lebt, reichen diese Antworten Oesterlings nicht: „Mit fehlen vonseiten der Stadt Lösungsvorschläge, um die Westerbachstraße zu entlasten.“ Eine zweite Fahrspur, so argumentiert sie, ziehe nur noch mehr Verkehr an. Gebraucht würden Lösungen, um die Autoströme gar nicht erst über die Westerbachstraße zu führen – eben neue Autobahnanbindungen für den schnelleren Abfluss der tagtäglichen Blech-Karawanen.

„Außerdem haben wir im Ortsbeirat eine Busspur gefordert, dem hat der Magistrat auch zugestimmt. Nur auf die Umsetzung warten wir noch.“ Damit sollte der öffentliche Nahverkehr verbessert werden, um Autos von der Straße zu bekommen. „Jetzt soll auf einmal eine zweite Fahrspur kommen. Was ist dann mit der Busspur? Wird Individualverkehr vor den ÖPNV gestellt?“, fragt Susanne Serke. Sie fordert, dass die Stadt Frankfurt aktiv Gespräche mit Eschborn und mit dem Land Hessen führt. Die Vorschläge des Ortsbeirats als Stadtteilparlament sieht sie nicht ausreichend beachtet: „Eschborn hat zwei Kreisel gebaut. Ich habe ja auch einen Antrag mit Prüfung eines Kreisverkehrs gestellt, da fehlt noch die Antwort. Und nun auf die RTW zu setzen, finde ich irgendwie gewagt.“ Bis da die ersten Züge fahren, werden noch Jahre vergehen.

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