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Barbara Hoek führt die Einrichtung des Caritasverbands, die ihren Sitz in der Flörsheimer Grabenstraße hat, seit neun Jahren.

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Sozialstation feiert 40-jähriges Bestehen

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In Zeiten einer immer älter werdenden Gesellschaft sind die Dienstleistungen der Sozialstation immer stärker gefragt. Doch nicht immer wird die Arbeit der 33 Mitarbeiter ausreichend gewürdigt.

Könnte Einrichtungsleiterin Barbara Hoek sich zum 40-jährigen Bestehen der Sozialstation Flörsheim-Hochheim ein Geburtstagsgeschenk wünschen, wäre das mehr Anerkennung für die Pflege. Und das auch in Form von klingender Münze. Mit der jüngsten Pflegereform der Bundesregierung habe sich einiges verbessert für Patienten und Angehörige, kann sie immerhin feststellen. Eine höhere Bezahlung für die Pflegeberufe und weniger Kampf ums Geld mit den Krankenkassen, die auch ärztlich verordnete Maßnahmen längst nicht immer übernehmen wollen, stehen dagegen weiter ganz oben auf der Liste, wenn es darum geht, was den ambulanten Pflegediensten und ihren Patienten wirklich helfen würde.

Die Nachfrage übersteige deutlich das Angebot, sagt Barbara Hoek und sie ist sicher, dass sich dieses Ungleichverhältnis in Zukunft noch ausweiten wird. Im Pflegenotstand und im demografischen Wandel „sind wir schon mitten drin“, Personal zu finden sei dabei im Ballungsraum mit seinen hohen Mieten ganz besonders schwer. „Wir bilden aus – das ist unsere beste Chance, Nachwuchs zu bekommen“, sagt Hoek. Dass der Förderverein die Ausbildung finanziell unterstützt, ist sie daher sehr dankbar.

Seit neun Jahren führt die 53-Jährige die Einrichtung des Caritasverbands, die ihren Sitz in der Flörsheimer Grabenstraße hat. Ordensschwestern haben die Sozialstation aufgebaut, Barbara Hoek ist erst die zweite weltliche Leitung. In gleicher Funktion hatte sie zuvor schon in Rüsselsheim für den dortigen Caritasverband gearbeitet.

Viel hat sich seit der Gründung der Station, die zunächst im Gemeindezentrum St. Gallus untergebracht war, verändert. Geblieben ist die Basis, auf der hier die Dienstleistung Pflege erbracht werden kann. Denn anders als bei manchem Mitbewerber muss am Ende kein Gewinn unter der Bilanz stehen. „Wir müssen allerdings wirtschaftlich arbeiten“, erläutert Hoek, denn anders geht es auch in einer gemeinnützigen Organisation nun einmal nicht, damit der Wettbewerb nicht verzerrt wird.

Sich ganz bewusst für die Caritas als Pflegedienst entscheiden, das tun nach dem Eindruck von Barbara Hoek immer weniger Menschen. Es gehe zumeist darum, überhaupt erst einmal jemanden für die benötigten Dienste zu finden, der Hintergrund des Anbieters sei da völlig nachrangig.

Kirchenferne sind genauso unter denen, um die sich die

33 Mitarbeiter

bemühen, wie Muslime oder Menschen, die gar keine Religionszugehörigkeit haben. Das ist nicht anders als in den kirchlichen Kindergärten. Empathie und die nötige Fachkompetenz brauchen alle gleichermaßen. Früher habe man noch deutlich häufiger die Bitte gehört, doch mal den Kontakt zu einem Priester herzustellen, weiß Hoek. Heute brauchen die Mitarbeiter auch Kenntnisse, was beim Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu beachten ist. Wichtig ist ihr ein gutes Miteinander, weil das helfe, die hohen Belastungen zu stemmen. „Teamarbeit ist das A und O“, sagt Hoek.

Neben den zwei Verwaltungsmitarbeitern und einem Hausmeister gehören zum Team der Sozialstation 20 Pflegekräfte und 10 Mitarbeiter für Betreuungs- und Entlastungs-Leistungen, die Patienten oder Angehörige in Anspruch nehmen können. Hilfe im Haushalt etwa zählt dazu oder die stundenweise Betreuung von Demenzkranken. Viele ihrer überwiegend weiblichen Mitarbeiter seien Mütter, berichtet die Leiterin der Sozialstation. Der Grund:

Familie und Beruf

ließen sich in der Ambulanten Pflege besser unter einen Hut bringen, denn in Krankenhäusern seien viel mehr Nacht- und Spätdienste angesagt. Im Schnitt versorgt die Sozialstation 100 bis 110 Patienten. Es hat sie und ihr Team gefreut, dass ihre Arbeit mit einer Feierstunde zum 40-Jährigen gewürdigt worden ist. Das schönste Lob hören die Mitarbeiter aber immer mal wieder von Patienten oder Angehörigen, wenn sie gesagt bekommen: „Ich bin so froh, dass ihr kommt.“

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