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So leer ist es dort nicht immer: Der Spielplatz am Sossenheimer Weg soll erweitert und erneuert werden.

Attraktives Angebot

Spielplatz am Sossenheimer Weg wird erneuert

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Auf der Straße „Am Klippelgarten“ sind viele Schlaglöcher, in der Kelkheimer Straße sind die Straßenschilder zugewachsen, im Park fehlen Fahrradständer! Das Kinder- und Schülerparlament startete themenreich in die neue Sitzungsrunde. Es überstimmte sogar den Gemeindevorsteher.

Die zwölf Mitglieder des Kinderparlaments aus dem dritten und vierten Schuljahr und die elf Jung-Parlamentarier des Schülerparlaments aus den fünften und sechsten Klassen haben wie die Großen im Sitzungssaal des Rathauses zur ersten Tagung nach den großen Ferien Platz genommen. Vor ihnen stehen Namensschilder und Wasser- und Limonaden-Fläschchen.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, der CDU-Politiker Odo Klais, sitzt mit Mitarbeitern der Verwaltung am Vorstandstisch und will die Sitzung eröffnen. Da meldet sich der kleine Jasin und ruft: „Wo ist der Bürgermeister?“ Tatsächlich. Elmar Bociek kommt erst etwas später nach einem anderen Termin zur Sitzung des Junior-Parlaments. Aber die Knirpse passen auf und haben gemerkt, dass da eine wichtige Person fehlt.

Die Älteren, die ausscheiden und möglichst in einem neu zu gründenden Jugendforum weitermachen sollen, sind am Anfang noch dabei. Es geht darum, wie die nicht gebrauchten Haushaltsmittel des Kinder- und Schülerparlaments verwendet werden sollen. Die Rede ist von 500 Euro. Odo Klais schlägt vor, mit dem Geld die Clown-Doktoren zu unterstützen, die die kranken Kinder in der Klinik zum Lachen bringen. Doch Marijato ist dagegen: „Lieber Menschenleben retten als Clowns finanzieren.“ Die Richtung ist erkennbar. Vorschläge wie Förderkreis der Cretzschmarschule und das Tierheim werden abgeschmettert. Jasim: „Menschen sind wichtiger als Tiere.“

Auch der Einwand des Versammlungsleiters, dass Kliniken von der Stadt finanziert werden, hilft nicht. Es gibt eine klare Mehrheit: Mit den 500 Euro sollen krebskranke Kinder unterstützt werden.

Genauso heftig wird darüber diskutiert, wo die letzte Sitzung des Jahres, eine Art Weihnachtsfeier, stattfinden soll. Die Vorschläge reichen von Frankfurter Zoo, Halligalli, Feuerwehr, Polizei und Ponyhof über Kinopolis, Eichwaldhalle und MTZ bis zu einer Reise nach Japan. Eine Mehrheit findet der Vorschlag „Blick hinter die Kulissen des Kinopolis im MTZ werfen“.

Während sich die Reihen langsam lichten („Entschuldigung, ich habe noch einen anderen Termin“) geht es an die kommunalpolitischen Themen. Paulina bekommt die Zusage, dass Schlaglöcher „Im Klippelgarten“ – das ist ein Schulweg – beseitigt werden. Geprüft werden soll, ob im Park und in der Cretzschmarschule mehr Fahrradständer installiert werden können. Können auf dem Spielplatz im Park mehr Sitzmöglichkeiten geschaffen werden? Christopher hat festgestellt: „Eltern müssen sich auf Steine setzen und haben die Kleinen nicht mehr so sehr im Blick.“ Sarah, die sich über zugewachsene Schilder beschwert, erfährt, dass das Zurückschneiden meist auch Sache der Hauseigentümer ist. Bürgermeister Bociek antwortet auf die Forderung nach einem Radweg auf der Hauptstraße, dass die Kinder möglichst den Park und weniger befahrene Parallelstraßen benutzten sollen. Elmar Bociek verkündet noch eine frohe Nachricht am Ende: „Der Spielplatz am Sossenheimer Weg wird erweitert und erneuert, wenn die Bauarbeiten beendet sind, um ein attraktives Angebot im neuen Wohngebiet zu haben.“

Als die jungen Kommunalpolitiker zu den nächsten Terminen eilen und die Namensschilder und leeren Trinkflaschen eingesammelt werden, sagt Dr. Jörg Marschall vom Gemeindevorstand, der als Zuhörer dabei war, anerkennend: „Die sind noch jung, aber die wissen genau, was sie wollen.“

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