Projektbüro

Die Stadtteile altersgerecht machen

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Sie wollen die Bedürfnisse der Zielgruppe 50plus wissenschaftlich erfassen und zugleich Ältere in die Entwicklung einer zukunftsorientierten Altenplanung integrieren: Dafür ist gestern ein Projektbüro in Alt-Schwanheim eröffnet worden.

Die Auflösung der Abkürzung erschließt sich nicht unbedingt auf den ersten Blick: „ALIVE“ (deutsch „am Leben“) soll ein Akronym, also ein aus den jeweiligen Anfangsbuchstaben gebildetes Kurzwort für „Altern gemeinsam verantworten“ sein. „Nehmen Sie’s als eine Art Denksportaufgabe“, sagt Petra Richter, die neue Leiterin des „ALIVE“-Büros, das gestern in den Räumen des Roten Kreuzes Schwanheim / Goldstein eröffnet wurde. Sozialdezernentin Prof. Daniela Birkenfeld (CDU) nimmt’s mit Humor: „Von mir aus können Sie es auch Frankforderisch aussprechen: Aliffe.“

Die Abkürzung hat Prof. Frank Oswald vom Frankfurter Forum für interdisziplinäre Alternsforschung ersonnen. Was sich dahinter verbirgt, das erklärte seine Mitarbeiterin Nadine Konopik: „Altern ist ein Prozess, und dieser Prozess ist gestaltbar.“ In Schwanheim und in Bockenheim sollen jetzt Menschen ab 50 selbst daran mitarbeiten, dass ihr jeweiliger Stadtteil ein lebenswertes Altern ermöglicht. „Es ist ein spannender Prozess, auf den Sie sich einlassen, aber er wird Spaß machen“, ist sich Birkenfeld sicher.

Rund 5400 Menschen über 60 gibt es derzeit in Schwanheim / Goldstein, das ist rund ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Stadtweit liegt der Schnitt bei einem Fünftel. Möglichst viele sollen mit Petra Richter vom „ALIVE“-Büro daran arbeiten, dass die Rahmenbedingungen im Stadtteil stimmen.

Im Vorprojekt namens „Hier will ich wohnen bleiben“ hatten Nadine Konopik und rund 600 Ältere aus Schwanheim, Goldstein und Bockenheim bereits Bürgersteighöhen gemessen und Bänke gezählt, um Mobilität zu erforschen; nun geht es um die Schaffung von altersgerechten Angeboten und um die Vernetzung von Projekten. „Nicht wir möchten von oben etwas für Sie machen, sondern wir möchten durch Sie etwas machen“, erklärte Petra Richter. Sie wird künftig im Rot-Kreuz-Büro in Alt-Schwanheim ansprechbar sein, Ideen entwickeln, Menschen zusammenbringen und am altersgerechten Quartier arbeiten. Ihre Aufforderung: „Kommen Sie rein, bei mir gibt es immer eine Tasse Kaffee.“

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