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Wollen bei der Landtagswahl am 28. Oktober ihre Direktmandate verteidigen: Axel Wintermeyer und Christian Heinz (rechts).

Politik

Das starke CDU-Duo für die Landtagswahl

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Die Christdemokraten strotzen vor Selbstbewusstsein. „Seit 1977 führt an der CDU im Main-Taunus-Kreis kein Weg vorbei“, bilanzierte Parteichef Axel Wintermeyer beim Treffen in Liederbach.

Volker Bouffier sei auch mit 100 Prozent nominiert worden, berichtete Axel Wintermeyer am Samstag in seiner Bewerbungsrede, die vor allem aus einer positiven Bilanz der Regierungsarbeit in Wiesbaden bestand. Bei einigen Delegierten in der Liederbachhalle löste dies Heiterkeit aus, denn das Wort „auch“ legt natürlich die Frage nahe „wer noch?“ Nun, an diesem Tag war es keiner, der bei der Wahlkreisdelegiertenversammlung 100 Prozent der Stimmen erhielt. Weder Wintermeyer, der 65 Ja- und 3 Nein-Stimmen bekam. Noch Christian Heinz, der mit 66 Ja- und 2 Nein-Stimmen einen Hauch besser abschnitt.

Dennoch waren beide sehr zufrieden mit ihren Ergebnissen, die Partei ist es insgesamt auch. Zwei oder drei Kritiker, die gibt es immer. Aus der Deckung trauten sich diese übrigens nicht, weder meldeten sie sich bei der Wahl der beiden Direktkandidaten, noch bei der Neuwahl des Vorstandes. 90,7 Prozent Zustimmung gab es schließlich für Wintermeyer – 120 Ja-, 11 Nein-Stimmen bei seiner Wiederwahl als Parteivorsitzender, die im Mittelpunkt des Kreisparteitages stand, der gleich im Anschluss an die Delegiertenversammlung stattfand.

Der Hofheimer Axel Wintermeyer (58), derzeit als Chef der Hessischen Staatskanzlei für die Koordinierung der Regierungsarbeit in Wiesbaden verantwortlich, geht als Direktkandidat und Favorit für den Wahlkreis 33 ins Rennen, der Flörsheim, Hattersheim, Hochheim, Hofheim und Kriftel umfasst. Verteidigen will er das Direktmandat gegen die Hofheimer Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD), die nach Wiesbaden wechseln möchte.

Christian Heinz (41) aus Eppstein vertritt im Landtag die Kommunen Bad Soden, Eppstein, Eschborn, Kelkheim, Liederbach, Schwalbach und Sulzbach. Er betätigt sich in Wiesbaden vor allem in der Innen- und Rechtspolitik. Gegen ihn tritt seitens der SPD die Schwalbacherin Nancy Faeser an. Auch Heinz gilt als Favorit.

Man kann davon ausgehen, dass Wintermeyer derzeit innerhalb der Kreis-CDU so unumstritten ist wie lange nicht. Das war ein wenig anders, als die CDU die Bürgermeisterposten in Sulzbach und Flörsheim verlor, sowie zwei vergebliche Versuche unternahm, das wichtige Hofheimer Rathaus zurück zu erobern. Sicher, die schmerzhaften Niederlagen in Eschborn und Kelkheim liegen so lange noch nicht zurück, beruhen aber auf den speziellen örtlichen Gegebenheiten und blieben dann auch unerwähnt.

Aber natürlich stellt die CDU in Sulzbach wieder den Bürgermeister, hat erstmals in der SPD-Hochburg Hattersheim gewonnen und gerade erst, so Wintermeyer, „ein „Super-Ergebnis“ bei der Bürgermeisterwahl in Bad Soden eingefahren. Bei der Bundestagswahl konnte die Main-Taunus-CDU das zweitbeste Wahlkreisergebnis in Hessen erreichen, Landrat Michael Cyriax, ebenfalls Christdemokrat, hat die Direktwahl so deutlich gewonnen wie noch kein Amtsvorgänger zuvor.

„Seit 1977 führt an der CDU im Main-Taunus-Kreis kein Weg vorbei“, lautet Wintermeyers Bilanz. „Wir sind gut aufgestellt, die Zahl der Bürgermeister steigt wieder“, so auch Christian Heinz. Wintermeyer verband dies mit einer Kampfansage an die SPD: Von deren drei Bürgermeisterposten im Kreis wolle man sich zwei zurückholen, sowohl in Hofheim als auch in Flörsheim seien die Chancen „ausgesprochen gut.“ In Flörsheim möchte Bernd Blisch Amtsinhaber Michael Antenbrink aus dem Rathaus vertreiben, in Hofheim ist noch unklar, wen die SPD gegen CDU-Mann Christian Vogt ins Rennen schickt.

Zunächst gilt aber die meiste Aufmerksamkeit dem Landtagswahlkampf. Wintermeyer rechnet mit einem harten Wahlkampf mit einer ums Überleben kämpfenden SPD und der populistisch agierenden AfD. Er zog eine positive Bilanz der Wiesbadener Regierungsarbeit, auch wenn die Grünen nicht der natürliche Bündnispartner der CDU seien. Wer wollte, konnte heraushören, dass nach der Wahl ein anderes Bündnis bevorzugt würde – zum jetzigen Zeitpunkt gibt es dazu natürlich keine konkreten Aussagen.

Für vergangene Erfolge werde man nicht gewählt, mahnte Christian Heinz. Obwohl der Kreis wirtschaftlich stark sei, müsse er im Land gut vertreten werden. Heinz sieht andernfalls das breite Schulangebot gefährdet, fürchtet auch neue Diskussionen um die Selbstständigkeit des Kreises zwischen den Großstädten Frankfurt und Wiesbaden und möchte in jedem Fall, dass durch eine gute Ausstattung der Polizei die guten Ergebnisse bei der Bekämpfung der Kriminalität fortgesetzt werden können.

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