Langenhainer Lädchen

Eis statt Obst und Gemüse

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Im Langenhainer Lädchen ist jetzt eine „Gelateria“ eingezogen. Ein Novum im Stadtteil.

Wer in dieser Woche mal in das ehemalige Lädchen einen Blick geworfen hat, wird die Räumlichkeiten nicht wiedererkannt haben. In hellem Licht, warmen Farben, links die Theke mit Eis und Kuchen, rechts Regale mit Weinflaschen. Und dazwischen vier Tische für die Gäste – klein aber fein. Und dazu gemütlich. Ein Eiscafé mit Bistro, das jeden Abend bis 21 Uhr geöffnet hat. Was andernorts nichts Außergewöhnliches sein dürfte, ist für einen kleinen Stadtteil wie Langenhain schon was Besonderes. Zur Erinnerung: In der gleichen Immobilie scheiterteten schon Lebensmittelhändler: Jeder wollte im Ort einen Laden, aber zu wenige Langenhainer kauften dort ein. Im April schloss das Lädchen endgültig seine Pforten.

Nun ist es ein Versuch in eine ganz andere Richtung: „Wir wollten das einfach probieren“, erzählt Salvatore Musca, der das Eiscafé mit seiner Frau Zaklina betreibt. Das Ehepaar ist bekannt im Stadtteil: Sie betreiben schon seit zehn Jahren ihre Pizzeria „San Marco“ am Jagdhaus. Und wer gab dazu die Anregung? Ausgerechnet die Kinder des Ehepaars. Tea (7) und Leo (10) waren so gar nicht zufrieden, dass es in ihrem Stadtteil kein Eiscafé gab. Logische Folge: Die Eltern machen halt selbst eins auf. Renoviert wurde schon seit April, investiert wurde ein ordentlicher fünfstelliger Betrag. Weit hatten die Muscos es dabei nicht bis zur Baustelle: Sie wohnen nämlich direkt oben drüber.

Knapp eine Woche ist das Café jetzt erst geöffnet. Der Zuspruch ist bislang gut. „Und das ohne Werbung“, freut sich Zaklina Musco. „Wir sind sehr zufrieden.“ Morgens bis 11 Uhr steht das Ehepaar hinter der Theke, dann übernimmt Giuseppe Damiano, ein Kumpel aus Muscos Heimatregion Apulien. Dann wechselt das Ehepaar in die Pizzeria.

Nur die Speisekarte, die derzeit von belegten Brötchen, Sandwichs über Kuchen bis zu Croissants reicht, ist noch provisorisch. „Da kommt noch mehr“, sagt Musco. Frühstück soll angeboten werden, die Eiskarte soll neu gemacht werden. Und wer abends Lust auf einen guten Rotwein hat, ist dort auch richtig. Wie viele Gäste aber nun kommen müssen, dass sich das Geschäft auch rentiert, darüber hat sich der Italiener noch keine Gedanken gemacht, er schaut einfach mal.

Ach ja: Und noch etwas wird im neuen Bistro angeboten. Hübsche Blumen-Arrangements und kleine Gestecke, die eine Freundin von Zaklina Musca dort verkauft. Manuela Obst steckt dahinter. Und angesichts der Geschäftswelt in Langenhain noch eine kleine Marktlücke. Und immerhin wohnen dort ja auch knapp 3500 Einwohner.

(mg)

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