Wickerer Kreisel

Streit über Kreiselbau-Kosten

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Über ein Jahr wurde über die Gestaltung des Wickerer Kreisels an der Flörsheimer Straße sowie der Kirschgartenstraße diskutiert. Ein Gestaltungsvorschlag fand schließlich breite Zustimmung, aber nicht für den Preis.

Die Stadtverordneten brachten den Haushaltsplan für 2018 einstimmig auf den Weg – jedoch nicht mit einhelliger Meinung. Einer der Punkte, bei dem die Auffassungen abwichen, waren die Kosten für die Gestaltung des Wickerer Kreisels. Die SPD befürwortete den von Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) vorgeschlagenen Kostenrahmen von 130 000 Euro. So viel sollte insgesamt die Umsetzung des Entwurfs kosten, den Antenbrink sowie Ortsvorsteher Christopher Willmy (CDU) im Wickerer Ortsbeirat präsentierten. Optisch kam das Gestaltungskonzept, das einen Torbogen sowie das Wickerer Wappen beinhaltet, gut an. Bereits im Ortsbeirat regten sich jedoch Zweifel an den hohen Kosten für die Umsetzung.

Die Fraktionen des Viererbündnisses aus CDU, Galf, Freien Bürgern und FDP traten während der Haushaltsberatungen auf die Bremse und begrenzten die Ausgaben für die Arbeiten auf der Innenfläche des Kreisels auf 60 000 Euro. Für die Gestaltung des Außenbereichs rund um die Madonna am nördlichen Rand sollen weitere 30 000 Euro zur Verfügung stehen. In seiner Haushaltsrede erklärte der Wickerer Christopher Willmy, dass die optische Aufwertung des Kreisels seiner Fraktion zwar am Herzen liege, aber nicht um jeden Preis umgesetzt werden solle. Galf-Fraktionsvorsitzende Renate Mohr vertrat die Auffassung, dass 130 000 Euro nicht in diese Zeit passen,

Die Frage, was die von allen Seiten gewünschte Gestaltung des Wickerer Verkehrsbauwerks kosten darf, beschäftigt die Politik nicht erst seit gestern. Schon länger wird in Debatten mit Zahlen jongliert. Das Auf und Ab begann mit 110 000 Euro, die nach Schätzungen des Bürgermeisters von der Verwaltung angesetzt wurden. Das Viererbündnis nutzte seine Mehrheit, um den Haushaltsansatz auf 60 000 Euro zu kürzen. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch noch keinen konkreten Entwurf. Eine Arbeitsgruppe sammelte Ideen, die mittlerweile zu einem Plan ausgearbeitet wurden. Dessen Realisierung soll nach Angaben von Verwaltungschef Antenbrink 130 000 Euro kosten. Das Viererbündnis setzte sich jedoch mit seiner Forderung nach einer Beibehaltung der festgeschriebenen 60 000 Euro durch.

Nun stellt sich die Frage, wie der Entwurf mit weniger als der Hälfte des geschätzten Budgets umsetzbar ist. Man müsse das Projekt mit konkreten Kostenvoranschlägen neu kalkulieren, meinte Ortsvorsteher Christopher Willmy gestern auf Nachfrage dieser Zeitung. Er könne sich auch vorstellen, dass man ein paar Abstriche bei der Gestaltung machen könne.

Sparpotenzial scheint durchaus vorhanden zu sein: Im Ortsbeirat hieß es, dass nur 20 000 Euro auf die Gestaltung des Kunstwerkes entfallen. Die Planung schlage mit 15 000 Euro zu Buche. Alle übrigen Kosten verteilen sich auf Begrünung, Bewässerung, Beleuchtung und Stromversorgung.

Sollten die Kosten der Innenfläche etwas höher ausfallen, könne er sich auch damit abfinden, einen Teil der 30 000 Euro für die Außenbereiche umzuwidmen, erklärt Christopher Willmy. Dabei solle es aber nicht um große Abweichungen gehen. Als nächsten Schritt nennt der Ortsvorsteher die Rücksprache des Bürgermeisters mit der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil. Es müsse geklärt werden, ob der gewünschte Aufbau mit Wappen und Torbogen überhaupt grünes Licht von der übergeordneten Behörde bekommt. Ein großes Problem ist dies aber wahrscheinlich nicht.

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