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Das Bürgerhaus von vorne. Es ist eines von Sulzbachs Herzstücken.

Kommunalpolitik

Das Bürgerhaus soll umgestaltet werden

Am Gebäude plant die Gemeinde einschneidende Änderungen. Hinter dem vorderen Trakt des ehemaligen Schulhauses, in dem die Gaststätte erhalten bleiben soll, ist eine Anlage für innovatives und betreutes Wohnen für Senioren mit einer öffentlichen Tiefgarage geplant. Hier folgt ein Überblick.

Bürgermeister Elmar Bociek (CDU) stellt in der nächsten parlamentarischen Sitzungsrunde Pläne zur Umgestaltung des Bürgerhauses am Platz an der Linde zur Diskussion. Der Bürgermeister erläuterte dem Höchster Kreisblatt die Pläne, die dem Gemeindevorstand und den Fraktionen bekannt sind, aber noch nicht im offiziellen Geschäftsgang diskutiert wurden.

Der Rathauschef informierte Mitglieder des Gemeindevorstandes und des Planungs- und Bauausschusses sowie die Fraktionsvorsitzenden im Maria-Droste-Heim in Hofheim. Warum in Hofheim? Dort wird ein ähnliches Modell umgesetzt, wie es dem Bürgermeister für Sulzbach vorschwebt: Eine Seniorenwohnanlage, nicht als Pflegeeinrichtung, sondern mit einem selbstbestimmten Wohnen – bei Erhalt der Bürgerhaus-Gaststätte wohlgemerkt.

Mischform mit Mehrwert

Bociek erinnerte an die Beschlüsse der Gemeindevertretung, die er umzusetzen hat: das Gebäude nicht verkaufen, das Ensemble erhalten, die Gastronomie weiterführen und einen renditearmen Investor finden. Bociek glaubt, ein Konzept gefunden zu haben, das „passt und mit dem übereinstimmt, was für Sulzbach einen Mehrwert bringt“.

Den Plänen des Bürgermeisters liegt eine Konzeption zugrunde, die der ehemalige Caritas-Manager aus dem Münsterland, Matthias Mört, entwickelte: Es ist eine Mischform aus selbstbestimmter Wohngemeinschaft mit 12 Plätzen im Erdgeschoss und 20 Seniorenwohnungen im Obergeschoss, darunter eine Tiefgarage, die öffentlich genutzt werden kann.

Einen Partner suchen

Bürgermeister Bociek setzt damit ein „Seniorenwohnen in der Ortsmitte“ um. Dies hatte besonders der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Odo Klais (CDU), gefordert. Bociek betont, dass ein Notruf und eine 24-Stunden-Betreuung vorhanden sind. Die Bewohner hätten kurze Wege zu Geschäften und Ärzten und könnten in der Ortsmitte am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Bociek: „Sulzbacher Senioren, die sich verkleinern wollen, können in einem ersten Schritt in die Wohnung einziehen und in einem zweiten Schritt in die betreute Wohngemeinschaft.“

Die Senioren-Wohnanlage soll mit einem noch nicht ausgewählten Partner, zum Beispiel Deutsches Rotes Kreuz oder Caritas, errichtet werden, mit dem sich die Gemeinde das finanzielle Risiko teilt. Bociek: „Wir wollen als Gemeinde auf jeden Fall das Heft des Handels in der Hand behalten und kein Tafelsilber weggeben.“

Das alte Schulhaus soll in seinem ursprünglichen Umfang für die Gastronomie und kleinere Vereinsräume erhalten bleiben und von der Fassade her an das frühere Aussehen erinnern. Der große Saal im Obergeschoss über der Gaststätte soll wegfallen. Nach Bocieks Vorstellungen müsste der hintere Teil der bisherigen Gaststätte und auch der derzeitige Küchen- und Wirtschafstrakt hinter der bisherigen Theke verschwinden. Das Lokal wäre dann allein an der Vorderfront vom Lindenplatz, in das die bisherige Garderobe integriert werden würde. Die Küche – so der Bürgermeister – könnte eventuell in die Kellerräume verlegt werden.

Wenn das neue Konzept im Parlament eine Mehrheit findet, müsste die Gaststätte während der Umbauphase geschlossen werden. Der Vertrag der derzeitigen Pächterin Luzie Kraul läuft im August 2019 aus. Sie würde gerne um weitere drei Jahre verlängern. Bürgermeister Bociek hat aber bereits signalisiert, dass wegen der Baumaßnahmen wohl nur eine Verlängerung für ein Jahr möglich ist.

Der Zeitplan sieht für Bürgermeister Bociek so aus, dass das Konzept in den parlamentarischen Gremien diskutiert wird und wenn es gewollt wird, die Detailplanung beginnen kann. Danach ist eine Bürgerbeteiligung vorgesehen. Unter einen Hut bringen

Bociek glaubt, dass – entgegen anderer Meinungen – Seniorenwohnen und Gastronomie mit Biergarten in Einklang zu bringen sind. Er stellt sich der Herausforderung, alle Ideen und Meinungen unter einen Hut zu bringen, wohl wissend, „dass ich da die Eier legende Wollmilchsau präsentieren muss“. So hatte es der Bürgermeister im Juni 2018 im Gespräch mit dieser Zeitung formuliert.

von WALTER MIRWALD

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