Die Grünen fragen auch, ob man auf den langen Stufen Hartgummikeile installieren kann.
+
Die Grünen fragen auch, ob man auf den langen Stufen Hartgummikeile installieren kann.

Verkehr

"Der Zustand ist für Fahrradfahrer unmöglich"

  • VonWalter Mirwald
    schließen

Die Kritik an der Unterführung Limesspange wächst. Die Grünen wollen eine Besserung erreichen.

Sulzbach -Bei der Video-Zoom-Konferenz der Grünen-Fraktion der Sulzbacher Gemeindevertretung am 28. Mai zur Fahrradsituation in der Gemeinde wurde die aktuelle Sachlage an der Unterführung unter der S-Bahn-Linie am Bahnhof-Nord diskutiert. "Der aktuelle Zustand ist für Fahrradfahrer unmöglich", sagte damals der Fraktionsvorsitzende der Sulzbacher Grünen, Christian Mathé. Gabriele Wittendorfer vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) sprach von "einer unendlichen Geschichte" und wies darauf hin, dass dort viermal so viel Radfahrer wie Fußgänger unterwegs sind: "Die Gemeinde Sulzbach will da aber nichts verändern. Wir wissen nicht, warum. An den Kosten kann es nicht liegen, denn es gibt dafür so viele Fördertöpfe wie nie zuvor", beschrieb Wittendorfer den aktuellen Stand.

Die Grünen versuchen, eine Besserung zu erreichen, und haben dazu einen Antrag in der Gemeindevertretung eingebracht. Der Gemeindevorstand soll beauftragt werden, im Rahmen der bestehenden baulichen Rahmenbedingungen der Unterführung Limesspange die Verbesserung der Nutzung zu prüfen, insbesondere für Radfahrer und Personen, die mit einem Kinderwagen unterwegs sind.

Geprüft werden soll, unter welchen Voraussetzungen das Geländer zwischen Rampe mit Treppe und den langen Stufen entfernt werden kann. Die Grünen fragen auch, ob man auf den langen Stufen Hartgummikeile installieren kann - ähnlich den Keilen der Spiraltreppe am westlichen Ende des Bahnsteigs.

Geländer entfernen

Grünen-Fraktionschef Christian Mathé: "Das Geländer zwischen Rampe mit Treppe und den langen Stufen führt dazu, dass die Rampe mit Treppe weder für Fahrräder noch für die meisten Kinderwagen nutzbar ist. Deshalb wäre die Entfernung des Geländers eine erste Verbesserung."

Wenn die langen Stufen mit Hartgummikeilen ausgestattet wären, könnten nach Meinung der Grünen Fahrräder und Kinderwagen deutlich einfacher die Stufen hinauf und hinunter kommen. Sie verweisen zudem auf eine ähnliche Unterführung in Niederhöchstadt, die deutlich besser für die Nutzung durch Fahrräder und Kinderwagen gestaltet ist. Vielleicht könnten von dieser Unterführung gewisse Dinge auch für die Unterführung Limesspange übernommen werden.

Die zuständigen Fachleute im Rathaus weisen die massive Kritik zurück. Auf Nachfrage des Kreisblatts wird darauf hingewiesen, dass sich die Gemeinde Sulzbach schon seit langem grundlegend mit dem Thema verträgliche Mobilität und dabei insbesondere mit Rad- und Fußverkehr beschäftigt und auch etliche Maßnahmen ergriffen hat.

Umsetzungsbeispiele seien Radabstellanlagen und Fahrradboxen, Elektroladestationen, Wegeführung und Ausschilderung auch mit dem Radverkehrskonzept des Main-Taunus-Kreises, die Aktion Stadtradeln und Verbesserung der Situation für Radfahrer beispielsweise im Main-Taunus-Zentrum und an etlichen anderen Stellen in Sulzbach.

Tunnel ist auch für Fußgänger da

Grundsätzlich gelte - so die Information aus dem Rathaus -, dass die Gemeinde und der Fachbereich "Planung, Bauen, Liegenschaften" das Thema Verkehr gemeinschaftlich und integrativ unter Einbeziehung aller Verkehrsarten und Verkehrsteilnehmer behandeln.

Konzeptionell berücksichtigt würden hierbei Radfahrer, Autofahrer und Fußgänger sowie besonders die Teilnehmer mit speziellen Erfordernissen. Deshalb würden Schulverkehre, Barrierefreiheit, Seniorenfreundlichkeit und das allgemeine verkehrliche Miteinander in den Fokus rücken.

Unter diesem Aspekt stehe auch die Verbesserung der Nutzung des Limesspangentunnels, die für alle Verkehrsteilnehmer gefahrlos möglich sein soll. Der entsprechende politische Antrag werde in diesem Sinne von der Gemeindeverwaltung bearbeitet.

In diesem Zusammenhang wird von der Gemeinde darauf hingewiesen, dass der Tunnel an der Limesspange nicht nur den Interessen von Fahrradfahrern dient, sondern auch für Fußgänger da ist. Dass Angehörigen einer der beiden beteiligten Interessengruppen vor diesem Hintergrund die Entwicklung nicht schnell genug vorangeht, sei nachvollziehbar, verleite die Gemeinde aber nicht zu überstürzten Handlungen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare