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Die Postbotin vom Christkindl

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Von: Walter Mirwald

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Goldig: Die kleine Lara denkt zuerst an ihre Liebsten, ehe es an den eigenen Wunschzettel geht.
Goldig: Die kleine Lara denkt zuerst an ihre Liebsten, ehe es an den eigenen Wunschzettel geht. © Privat

Hiltrud Lönne betreut seit 1981 den Christkindl-Briefkasten, in dem bisher über 900 Briefe eingingen.

Sulzbach -Die kleine Lara hat ein Bild gemalt, das einen Tannenbaum zeigt, einen Schlitten, auf dem der Nikolaus von einem Rentier gezogen wird und dem das Christkind als ein Engel folgt. Neben diesen Illustrationen steht ihre Wunschliste für Weihnachten. Diese ist nicht gerade klein und reicht von einem Metalldetektor und einem Steinchen-Spiel bis hin zu einer Bernsteinkette und den „3 Fragezeichen“. Oben drüber steht aber ein wichtiger Satz: „Liebes Christkind, ich wünsche mir vor allem, dass alle, die ich liebe, gesund bleiben.“

Diese Wunschliste mit den Zeichnungen steckte in einem von 31 Briefen, die am Samstag vor dem ersten Advent in den Christkindl-Briefkasten am Platz an der Linde geworfen wurden. Dort schlängeln sich, nur zuletzt unterbrochen von Corona, Jahr für Jahr hunderte von Menschen über den Weihnachtsmarkt. Seit 41 Jahren hängt mitten in diesem fröhlichen Getümmel der Christkindl-Briefkasten. Generationen von Kindern haben dort bisher ihre Briefe an das Christkind samt Botschaften, Bildern und Wunschzetteln eingeworfen. Das Wichtigste dabei: Wenn die Adresse angegeben ist, bekommen alle Kinder auch eine Antwort - seit 41 Jahren.

Hiltrud Lönne betreut seit 1981 den Christkindl-Briefkasten. Sie ist die Vermittlerin und gibt die Post an das Christkind weiter. Hiltrud Lönne schätzt, dass in den 41 Jahren mehr als 900 Briefe in dem Sulzbacher Christkindl-Briefkasten gelandet sind. „Manchmal waren es fast 40, in anderen Jahren auch weniger als 20“, sagt die engagierte Sulzbacherin, der die Betreuung dieser Kinderaktion auch nach mehr als vier Jahrzehnten noch Freude bereitet.

Bei ihren Aktivitäten ist sie bei der Auswertung der Briefe vor der Weiterleitung an das Christkind immer wieder auf interessante Einsendungen gestoßen. Manche Briefe wurden von der Mama geschrieben, die meisten aber von den Mädchen und Buben in noch etwas wackeliger Kinderschrift. Dazu fügten die Knirpse häufig schöne selbst gemalte Illustrationen bei - wie diesmal Lara.

Bescheidene Wünsche und süße Botschaften

Der kleine Theo hat von seiner Mama schreiben lassen, dass er in diesem Jahr besonders brav und meistens auch zu seiner kleinen Schwester lieb war und sich jetzt viele Kuscheltiere wünscht. Der kleine Max hat geschrieben: „Hallo liebes Christkind, ich hoffe, ich war lieb genug für dich. Ich wünsche mir zwar viele Sachen. Ich würde mich freuen, wenn meine Wünsche in Erfüllung gehen.“ Seine Mutter hat darunter geschrieben, dass Max mit Begeisterung Fußball spielt und für seine Mannschaft schon viele Tore geschossen hat. Der acht Jahre alte Jonas schreibt, dass er in die 3. Klasse geht und am liebsten mit seinem Bruder Jakob spielt. Er wünscht sich „besonders doll“ das Computerspiel Fifa 2023. Als letzten Satz schreibt er: „Ich bin schon ganz aufgeregt.“

Der acht Jahre alte Finn ist offenbar auch Fußballfan und bittet das Christkind unter anderem um einen Eintracht-Frankfurt-Pulli. Außerdem fragt er, wie viele Wichtel das Christkind hat und ob es in diesem Jahr schneit. Der fünf Jahre alte Benedikt lässt schreiben, dass er das Christkind seit einigen Tagen immer wieder am Fenster vorbeifliegen sieht. Mama und Papa seien ganz neidisch, weil sie es nicht gesehen haben. Er wünscht sich ein Pferd von Lego, „das mit Reiter, Helm und Anhänger“.

Den wohl bescheidendsten Brief an das Christkind hat Maya aus Sulzbach geschrieben: „Liebes Christkind, dieses Jahr wünsche ich mir nichts, nur“ - wie es auch Lara schon geschrieben hatte - „dass alle, die ich lieb habe, glücklich und gesund sind.“

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