Daniela und Thomas Verges standen bei der Kommunalwahl erstmals auf der SPD-Kandidatenliste und haben es direkt in wichtige Ämter geschafft.
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Daniela und Thomas Verges standen bei der Kommunalwahl erstmals auf der SPD-Kandidatenliste und haben es direkt in wichtige Ämter geschafft.

Politik

Ehepaar betritt politisches Neuland

  • VonWalter Mirwald
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Daniela und Thomas Verges haben es auf Anhieb in wichtige Ämter geschafft.

Sulzbach -Das gibt es auch nicht alle Tage: Das Ehepaar Daniela und Thomas Verges stand erstmals auf der Kandidatenliste der Sulzbacher SPD für die Kommunalwahlen am 14. März dieses Jahres und schaffte auf Anhieb den Sprung in wichtige Ämter. Die 45 Jahre alte Veranstaltungsmanagerin Daniela Verges zählt zu den acht Mitgliedern der SPD-Fraktion und engagiert sich im Planungs- und Bauausschuss. Ihr 51 Jahre alter Ehemann Thomas, als studierter Elektroingenieur bei der Continental-Tochter Vitesco tätig, wurde in den Gemeindevorstand gewählt. Geballte Verges-Power also in der Sulzbacher Kommunalpolitik - sozusagen von null auf hundert.

Mit den Ämtern in der Kommunalpolitik in Sulzbach, wo sie seit 15 Jahren im idyllischen Reihenhaus im "Untern Waldweg" zu Hause sind, betritt das Ehepaar Verges Neuland. Bei der SPD sind sie aber schon so lange, dass sie im Herbst 2019 im Ortsverein Schwalbach der Sozialdemokraten für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt wurden. "Als die Republikaner 1993 in den Kreistag einzogen, spürten wir, dass wir politisch ein Zeichen setzen müssen und wurden Mitglied bei den Schwalbacher Jungsozialisten", sagt Thomas Verges. Dann kommt der wichtige Zusatz: "Da lernten wir uns auch kennen."

Ehrenamtlich engagiert

Viele Jahre waren Daniela und Thomas in ihrem langjährigen Wohnort Schwalbach ehrenamtlich unterwegs. Vor allen Dingen beim FC Sportfreunde Schwalbach, bei dem Thomas von klein auf viele Jahre Fußball spielte, als Trainer wirkte und von 2010 bis 2016 den damals circa 450 Mitglieder zählenden Verein als Vorsitzender führte. Daniela Verges trainierte eine Kindermannschaft, sorgte von 2010 bis 2017 als Integrationsbeauftragte des Sportvereins für den Aufbau eines sozialen Teamgeistes, initiierte eine Hausaufgabenbetreuung für Schüler sowie Sprachkurse für Eltern, die ihre Kindern zum Training begleiteten, beriet die Familien bei der Zusammenarbeit mit Behörden und war - wie ihr Ehemann - in Elternbeiräten engagiert.

Diese Einsätze hingen mit den beiden 22 und 20 Jahre alten Söhnen zusammen, die Fußball spielten und Schulen und Kindergärten in Schwalbach besuchten. So fehlte die Zeit für politisches Engagement. Doch dann kam der Anruf von der Sulzbacher SPD-Spitzenkandidatin Julia Buderus-Feder, die wusste, welches Potenzial "Unterm Waldweg" schlummert. "Könntet Ihr nicht . . .? Sie konnten, und sie wollten.

Freude über Wertschätzung

Daniela und Thomas Verges schwärmen von "einem tollen Wahlkampf", sind stolz, dass die SPD in Sulzbach, anders als in anderen Kommunen, keine Sitze verloren hat, und freuen sich über das Vertrauen und die Wertschätzung, die ihnen in den neuen Gefilden entgegengebracht wird.

Daniela Verges tritt mit dem Ziel an, "dass wir das auch umsetzen, was wir im Wahlkampf versprochen haben, und uns mit den Themen befassen, die den Bürgern am Herzen liegen". Ihr Mann Thomas ("Ich kam in den Gemeindevorstand wie die Jungfrau zum Kind") ist stolz, dass er als "Unbekannter" in dem Gremium landete.

Er will sich allen Themen stellen, aber auch helfen, für sein "Lieblingsthema", die Verkehrssituation und die Lärmbelästigung an der L 3014 (Limesspange), Lösungen zu finden. Er hält es zum Beispiel für äußerst gefährlich, dass Rechtsabbieger an der Limesspange am Ortsausgang Hauptstraße die Grünphase für Fußgänger und Radfahrer beachten müssen: "Muss erst ein Kind umgefahren werden, bevor das geändert wird?" Er hofft, dass auch ohne die vom Alterspräsidenten Gerhard Schöffel (Grüne) angepriesene "XXL-Koalition" unter Vermeidung parteipolitischer Grabenkämpfe vernünftige Beschlüsse gefasst werden können.

Die Newcomer haben sich - wie sie sagen - "von den Schwalbacher Ehrenämtern ausgeruht" und streben jetzt zu neuen Ufern. Sie blicken natürlich auch über den Tellerrand nach Berlin und sagen, dass sie nicht alles, was die Bundes-SPD tut, zu 100 Prozent mittragen können, aber die "grobe Linie" unterstützten.

"Tu Gutes und sprich darüber"

Gewisse Probleme haben sie mit dem Kanzlerkandidaten: "Olaf Scholz ist leider im Vergleich zu seinen Kanzler-Mit-Kandidaten zu unscheinbar. Andere sind lauter, erscheinen dadurch häufiger in der Presse und sind somit einfach präsenter." Die beiden Politik-Neulinge empfehlen: "Tu Gutes und sprich darüber." Denn: "Die SPD spricht nicht darüber, was sie sich in der Großen Koalition als Ziel gesetzt und auch erreicht hat."

Andere Dinge sind neben der Politik auch daheim wichtig für Daniela und Thomas Verges, die demnächst im Urlaub mit dem Fahrrad von der Quelle des Rheins in der Schweiz bis zur Mündung ins Meer in Holland fahren wollen. Für die Mitglieder des Eintracht-Fan-Clubs Schwalbach waren die vergangenen Wochen enttäuschend. Die Argumente gehen hin und her: "Einerseits stehen da elf Fußballer auf dem Platz, die offenbar nicht wirklich den Erfolg wollten. Wenn aber dein Chef viel mit dir erreicht hat und dann abhaut, fühlst du dich alleingelassen."

Im Rock-Club Schwalbach sind Daniela und Thomas Verges nach wie vor aktiv und hoffen, dass in diesem Sommer wieder ein Open-Air-Konzert auf dem Continental-Parkplatz stattfinden kann.

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