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Eine Hommage an "Agatha Christie's Poirot"

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Johannes Schedl präsentiert in seinem Studio sein Hörbuch "Die Fälle des Monsieur Grenouille - Kleine grüne Zellen".
Johannes Schedl präsentiert in seinem Studio sein Hörbuch "Die Fälle des Monsieur Grenouille - Kleine grüne Zellen". © Knapp

Johannes Schedl hat mit "Die Fälle des Monsieur Grenouille" ein Hörspiel für die ganze Familie geschrieben.

Sulzbach -Ein Stofftier, ein grüner Frosch, den er zu Hause habe, habe ihn an die Figur Hercule Poirot, den Meisterdetektiv von Agatha Christie, und an die Serie "Agatha Christie's Poirot" erinnert, berichtet Johannes Schedl schmunzelnd. "Agatha Christie's Poirot" ist eine britische Krimi-Fernsehserie, die von 1989 bis 2013 erfolgreich lief. Die Hauptrolle als Detektiv Hercule Poirot verkörperte David Suchet. Aus der Verbindung Frosch und Poirot sei ein privater Gag entstanden. Aber nicht nur das. Besagter "Grenouille" (Frosch) inspirierte ihn zu einem eigenen Hörspiel.

Die Idee dazu hatte der freiberufliche Sprecher und Schauspieler, der in Sulzbach lebt, schon länger. Jetzt hat der 41-Jährige seine Idee, die er im Kopf hatte, umgesetzt, ein Hörspiel rund um einen detektivischen Frosch geschrieben und auch produziert. "Die Fälle des Monsieur Grenouille - Kleine grüne Zellen" heißt die erste Folge. "Es sind tierische Protagonisten, die wie Menschen agieren, ein Vehikel, um die Geschichte interessanter zu machen", berichtet Schedl.

Und klar ist es auch kein Zufall, dass die Titelfigur Monsieur Grenouille ebenfalls einen pittoresken Schnauzer wie Poirot trägt, wie auf dem Cover des Hörspiels zu sehen ist. Es sei eine Hommage an die Serie, die an Poirot erinnere, erklärt Schedl. Dabei habe er möglichst auf natürliche Dialoge Wert gelegt. Auch einen Bezug zu Corona hat das Hörspiel: Angelehnt an die Maskenaffäre in Bayern, als im März 2021 bekannt wurde, dass CSU-Politiker ihre Kontakte in Landes- und Bundesministerien genutzt hatten, um an Schutzmasken mitzuverdienen, ist der tierische Detektiv im Jahr 1930 im pulsierenden London ebenfalls einem Skandal auf der Spur, der in die höchsten politischen Kreise führt. Aber erst, nachdem er gefrühstückt hat, denn seine grünen Zellen brauchen genug Energie, um auch einen noch so kniffligen Fall zu lösen. Gemeinsam mit dem etwas brummeligen Chief Inspector Brown macht er sich auf Spurensuche.

Das Hörspiel, atmosphärisch dicht und mit viel Liebe zum Detail wunderbar erzählt, ist für Kinder ab acht Jahren geeignet. Ihm sei es ein Anliegen gewesen, ein gesellschaftsrelevantes Thema anzusprechen, Kindern nahezubringen und auch zu zeigen, "wie wichtig Politik ist, aber dass auch sie nicht vielleicht alles richtig macht". Mord oder Totschlag spielen bei ihm keine Rolle, auch Schimpfwörter kommen nicht vor. Ihm gehe es darum, dass die Kinder genau zuhören, vielleicht auch mal nachfragen, daher sei es gut mit Eltern zu hören, zu kombinieren und mit zu rätseln.

"Charaktere wurden´vom Papier lebendig"

Schon seit seinen Kindertagen sei ihm klar gewesen, dass er Schauspieler werden will, erzählt Schedl, der in Wien geboren wurde und mit einem Jahr gemeinsam mit seinen Eltern nach Deutschland kam. Aufgewachsen ist er in Eppstein. Zeitweise lebte er in Österreich, hatte ein festes Engagement bei den Vereinigten Bühnen Graz. Er spielte bei vielen Kinder- und Jugendtheaterproduktionen mit und baute sich ein zweites Standbein als freiberuflicher Sprecher auf.

In Zeiten der Pandemie sei es besonders schwierig gewesen. "Bei der Schauspielerei ging gar nichts." Auch Sprecherrollen habe es kaum gegeben. "Der Markt ist zeitweise eingebrochen", so der 41-Jährige. Die Schauspielerei sei ohnehin kein Beruf, "in dem man pausenlos beschäftigt ist". Es sei manchmal einfach eine Glückssache. Man brauche einen Antrieb und auch ein gewisses Feuer, um durchzuhalten. Es sei schwierig gewesen, über die Runden zu kommen, gibt er offen zu, viele Kollegen seien durchs Raster gefallen.

Daher sei er sehr dankbar für die Stipendien-Programme des Landes Hessen ("Brückenstipendium") sowie des Bundes ("Neustart Kultur"), so dass es ihm möglich war, sein Hörspiel-Label "Josch-Hörspiel" ins Leben zu rufen. Dies habe ihm die Perspektive geboten, in Zeiten von Corona zu arbeiten und dieses Hörspiel zu verwirklichen. Besonders viel Spaß habe er beim Aufnehmen gehabt, verrät er. "Die Charaktere wurden vom Papier lebendig, formten sich beim Sprechen neu. Das war eine schöne Erfahrung. Mit Schnitt und Musik wurden sie zum Leben erweckt, das war ein toller Moment. Da war ich ein bisschen stolz."

Das Ergebnis habe er zuerst der Familie und Freunden vorgespielt und durchweg positive Resonanz erhalten. "Es ist aus mir heraus entstanden und bedeutet mir sehr viel." Nun wünscht sich Johannes Schedl, dass das Interesse so groß ist, dass sich das Projekt von selbst trägt. Denn er arbeitet bereits am zweiten Teil, denn an Ideen mangele es ihm nicht.

Wer wissen will, wie der Kriminalfall ausgeht, der sollte sich das Hörbuch runterladen. Es ist bei den gängigen Online-Shops und Audio-Streaming-Diensten oder unter www.josch-hoerspiel.de erhältlich. nay

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