Gerard Rybka (links) und ein junger Helfer aus der angrenzenden Flüchtlingsunterkunft stabilisieren die Kartons auf dem Weg ins Lager der Firma Kreiner.
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Gerard Rybka (links) und ein junger Helfer aus der angrenzenden Flüchtlingsunterkunft stabilisieren die Kartons auf dem Weg ins Lager der Firma Kreiner.

Aktion

"Eine überwältigende Hilfsbereitschaft"

Achim Kreiner rief zu Spenden für Opfer des Hochwassers auf. Die Resonanz war überwältigend.

Sulzbach -Viele Menschen in den Katastrophengebieten in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz leiden, aber im ganzen Land ist die Hilfsbereitschaft unendlich groß. Beispiel Sulzbach: Achim Kreiner verbreitete über die sozialen Medien einen Spendenaufruf. Sachspenden sollten in seinem Getränkevertrieb in der Sulzbacher Wiesenstraße 18 abgegeben werden. Die Resonanz war sensationell: Innerhalb weniger Stunden waren die Lagerhallen des Getränkegroßhandels bis unter die Decke voll.

Zur Vorgeschichte: Die Schwestern Leandra und Melanie sind bei der Feuerwehr Sindlingen aktiv. Sie regten bei dem stellvertretenden Wehrführer Martin Egelkraut eine Spendenaktion an. Es wurde ein mehrzeiliger Text als Podcast abgesetzt, der sich im Schneeballsystem in den sozialen Medien verbreitete und auch von Achim Kreiner gelesen wurde. Der setzte ebenfalls eine E-Mail mit Adresse und Abgabeterminen in Umlauf.

Familie kam sogar aus dem Odenwald

Kreiner bat um Sachspenden wie beispielsweise Kleidung, Schuhe, Decken, Hygieneartikel, Haushaltsgegenstände, Tierfutter, gut erhaltendes Spielzeug mit dem Hinweis: "Ware bitte gut verpackt und bitte beschriften, was in den Paketen enthalten ist." Als Abgabetermine wurden Uhrzeiten am Sonntag, Montag und Dienstag mit dem Hinweis genannt: "Bitte fleißig packen, damit wir den 40-Tonner voll bekommen und denjenigen helfen können, die nun dringend Hilfe benötigen."

Die Abgabetermine am Montag und am Dienstag konnten allerdings rasch gestrichen werden. Schon am ersten Tag kamen die Autos bereits eine Stunde früher angefahren, um sicher zu sein, dass das Hilfspaket angenommen wird. "Sogar aus Erbach im Odenwald kam eine Familie mit vollem Kofferraum angefahren", berichtet Achim Kreiner.

Gegen 16 Uhr am Sonntag waren die Lagerhallen voll. Es musste das Schild "Annahme-Stopp" an der Einfahrt des Betriebs aufgestellt werden. Dennoch versuchten einige, ihr Care-Paket noch unterzubringen. Viele Kartons waren vorschriftsmäßig beschriftet: Badezimmer-Artikel, Mädchenbekleidung Größe 120 bis 128, 12-Personen-Service, Herrenhemden. Es gab viele Dinge für das tägliche Leben: Laufstall, Schuhe, Spielsachen, Kleidung - meist verpackt in Säcken und großen Plastiktüten.

Mitarbeiter der Firma Kreiner packten ebenso mit an wie der Küster der katholischen Kirchengemeinde, Gerard Rybka, der in der Nachbarschaft des Getränkehandels wohnt, und junge Asylbewerber aus der benachbarten Caritas-Unterkunft. "Ich bin mindestens 100 Mal mit dem Gabelstapler gefahren und habe die Paletten in die Hallen transportiert", sagte Kreiner-Mitarbeiter Freddy.

"Es ist kaum zu glauben, dass so eine Podcast-Meldung eine derartige überwältigende Hilfsbereitschaft auslöst", sagte Kreiner tief beeindruckt. Ob die Aktion wiederholt wird, bleibt offen. Der Grund: Es werden dringend Lagerräume gesucht. Vorher kann es keinen weiteren Aufruf geben. Die gesammelten Spenden werden schnellstmöglich mit Fahrzeugen der Firma Kreiner in das Krisengebiet gefahren. wm

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