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"Es war ein schönes Fest in einer tollen Gemeinschaft"

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Rund 80 Helfer waren beim Wäldchesfest der Feuerwehr im Einsatz und grillten beispielsweise fleißig Rinds- und Bratwürste für die hungrigen Besucher.
Rund 80 Helfer waren beim Wäldchesfest der Feuerwehr im Einsatz und grillten beispielsweise fleißig Rinds- und Bratwürste für die hungrigen Besucher. © gs

Rund 700 Besucher genossen gesellige Stunden bei der Feuerwehr. Rund 80 Helfer waren im Einsatz.

Sulzbach -Die Wetterprognosen waren alarmierend. Deshalb rechneten die Organisatoren des "Wäldchesfests" der Sulzbacher Feuerwehr mit zahlreichen feuchten Grüßen von oben. Sie gestalteten dementsprechend die Sitzlandschaft bei dem Fest, das zum zweiten Mal nicht am eigentlichen Wäldchestag, dem Dienstag nach Pfingsten, sondern am Pfingstsonntag ausgerichtet wurde. Doch die schlimmsten Befürchtungen erfüllten sich nicht. Es gab nur ein paar wenige Regenschauer, die kaum störten. Mehr als 700 Sulzbacher und Gäste von außerhalb feierten über viele Stunden ein fröhliches Familienfest.

Vor allen Dingen für junge Familien mit Kindern war der Besuch auf dem Feuerwehrgelände am Oberliederbacher Weg lohnend, weil sich die Kinder bei einem großen Spielangebot austoben konnten. Der Oberliederbacher Weg war vor dem Feuer-wehrareal zwischen den beiden Einmündungen zur Bad Sodener Straße gesperrt für ein großes Kinderfest mit Hüpfburg, Kistenrutsche und vielen anderen Spielangeboten. Die Spielstationen wurden im Laufe des Tages bis in die Abendstunden von vielen Kindern begeistert genutzt.

Bei einem Stromausfall war die Hüpfburg mal für kurze Zeit außer Betrieb, doch das Problem konnte schnell gelöst werden. Die Hüpfburg gehört der Feuerwehr, die anderen Spielgeräte wurden vom Abenteuer-Spielplatz Riederwald gemietet.

Für Unterstützung revanchieren

Rund 80 Helferinnen und Helfer der Feuerwehr waren bei dem großen Fest im Einsatz. In der Küche beim Brötchenschmieren, am Grill, in den Biergondeln und beim Auf- und Abbau. Zu den Helfern zählten auch fünf Flüchtlinge aus der Ukraine, die zunächst im Dorint-Hotel untergebracht waren und jetzt im oberen Stockwerk des Bürgerhauses am Platz an der Linde und in einem Haus im Finkenweg eine Bleibe gefunden haben.

"Die Ukrainer wollten sich revanchieren für die Unterstützung, die ihnen die Sulzbacher Feuerwehr gegeben hat", sagt Feuerwehrfrau Dagmar Lauer. Mitglieder der Feuerwehr hatten für die Flüchtlinge mittags gekocht und Sprachunterricht erteilt; und bei Behördengängen, zum Beispiel zur Ausländerbehörde, geholfen, Kontakte zur Schwalbacher Tafel vermittelt und auch Ausflüge angeboten.

Der Vorsitzende des derzeit rund 620 Mitglieder zählenden Sulzbacher Feuerwehrvereins, Jan Winkels, war mit dem Verlauf des Wäldchesfests hochzufrieden: "Ich habe mich vor allen Dingen gefreut, dass bei den wenigen Regenschauern niemand nach Hause ging. Es war ein schönes Fest in einer tollen Gemeinschaft."

Gast kannte den Bürgermeister nicht

Die Feuerwehr hatte die Traditionsveranstaltung von Dienstag auf Sonntag gelegt, weil am Dienstag viele der Helfer hätten arbeiten müssen und nicht genügend Personen zur Verfügung gestanden hätten. "Zumal ja am Mittwoch noch abgebaut werden musste. Da stand ich oft mit wenigen Leuten da", sagt Jan Winkels.

Eine interessante Episode am Rande des Festes: Erich Grötsch, Urgestein der Feuerwehr, berichtete, dass er einen Mann, der seit einigen Jahren in Sulzbach wohnt, darauf aufmerksam gemacht habe, dass Bürgermeister Elmar Bociek unter den Gästen ist. "Der hat den nicht gekannt und war auch nicht zur Wahl gegangen", sagt Grötsch. So können große Feste, die nach der Corona-Zwangspause zum Glück wieder möglich sind, Menschen in einer kleinen Kommune zusammenführen. wm

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