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Heimatforscher entschlüsselt eine der ältesten Sulzbacher Ansichten

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Hübsch anzusehen ist diese Grußkarte aus "Sulzbach i. T."
Hübsch anzusehen ist diese Grußkarte aus "Sulzbach i. T." © Geschichtsverein Sulzbach

Diese wunderbar farbige Postkarte, 1899 verschickt, gehört zum Fundus des Geschichtsvereins. Nicht alles auf der Grußkarte ist exakt dargestellt.

Sulzbach - Alte Postkarten können wunderbare Geschichten erzählen. Das gilt auch für die gezeichnete Ansichtskarte, die einst an Fräulein Mathilde Rambler in Sachsenhausen Frankfurt, Dreieichstraße, geschickt wurde. Sie ist mit einem "Gruss aus Sulzbach i. T." versehen und datiert vom 11.7.1899. Es ist wohl eine der ältesten noch existierenden Ansichtskarten von Sulzbach, die der inzwischen verstorbene Manfred Hornfeck dem Geschichtsverein zur Verfügung stellte.

Für die Zeilen, die unter dem Datum stehen, lieferte Klaus Belzer vom Geschichtsverein die "Übersetzung": "Glücklich wieder zu Hause sendet Dir beste Grüße". Der Vorname, der folgt, ist schwer leserlich. Rina vielleicht? Danach heißt es: "Christian nebst Eltern und Geschwister".

Detaillierte Postkarte offenbart die Geschichte und Entwicklung von Sulzbach

Das Bild der Ortschaft ist vom Ende der Straße "Am Lergesberg" aus gezeichnet worden (wo heute der Heinrich-Kleber-Park beginnt). Auf der rechten Bildseite vor der Kirche sind die Häuser der unteren Bahnstraße zu sehen. Links neben den beiden vorstehenden Häusern stehen heute die katholische Kirche/Pfarrheim.

Der Gebäudetrakt in der Bildmitte ist der frühere Klosterhof. Auf dem Gelände steht heute die Cretzschmarschule. Belzer sagt, dass der Klosterhof nicht - wie auf der Zeichnung dargestellt - eingezäunt, sondern von einer Mauer umgeben war. Am linken Rand der Dorfskizze sind die Häuser der oberen Hauptstraße zu sehen.

Postkarte aus Sulzbach zeigt Denkmäler von wichtigen Personen

Zu den drei Zeichnungen links: Oben ist das Denkmal des aus Sulzbach stammenden Gründers der Frankfurter "Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft" (SNG), Philipp Jakob Cretzschmar, zu erkennen, das im Garten von Otto Volger, dem Initiator des Freien Deutschen Hochstifts, in der Bahnstraße 10 (neben der Bahnlinie Höchst - Bad Soden), 1893 enthüllt und eingeweiht wurde. Bürgermeister Heinrich Kleber entdeckte das Denkmal nach dem 2. Weltkrieg unter dichtem Gebüsch und sorgte dafür, dass es einen würdigen Standort bekam. Am 23. Mai 1952 wurde es auf dem alten Kirchhof hinter der evangelischen Kirche am heutigen Standort eingeweiht. Das Bild rechts zeigt das Kriegerdenkmal, das einst am Platz der Linde vor der Scheune des Anwesens Wittich stand und jetzt auf dem alten Friedhof, Haingrabenstraße, zu finden ist. Links unten, das ist der Platz an der Linde mit dem Blick zur Kirche, bevor 1913 die Schule, heute Bürgerhaus, erbaut wurde.

Die Postkarte wurde von dem Sulzbacher Verlag A. Hornfeck vertrieben und von der "Lithografischen Anstalt Druck v. Walther & Geizhaus, Heidernheim bei Frankfurt am Main" produziert. Belzer vermutet, dass mit Heidernheim das heutige Hattersheim gemeint ist. (wm)

Laien-Historiker unterstützen die Geschichtsforschung im Rhein-Main-Gebiet. In Frankfurt befassen sich „Stadtteilhistoriker“ mit lokaler Historie.

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