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Hilfsbereitschaft der Sulzbacher ist überwältigend

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Von: Walter Mirwald

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Zahlreiche Helfer waren gekommen, um beim Verpacken der Hilfsgüter zu unterstützen.
Zahlreiche Helfer waren gekommen, um beim Verpacken der Hilfsgüter zu unterstützen. © Schöffel

Bis zu sechs Tonnen Sachspenden kamen für die Ukraine zusammen. Rund 70 Helfer packten tatkräftig mit an.

Sulzbach -Nach dem Aufruf, an zwei Tagen Sachspenden für die Lieferung in die polnische Stadt Andrychów im katholischen Pfarrheim abzugeben, stapelten sich dort die Pakete bis unter die Decke: Die Hilfsbereitschaft der Sulzbacher für die Ukraine ist überwältigend.

Thomas Colloseus, Geschäftsführer bei der in Sulzbach ansässigen Knorsch Transport GmbH, die die Sachspenden nach Polen bringt, schätzt, dass bis zu sechs Tonnen an Hilfsgütern zusammengekommen sind. Rund 70 Helferinnen und Helfer packten tatkräftig mit an, um die Waren entgegenzunehmen, zu sortieren und zu verpacken.

Die Sammelaktion hatte das Sulzbacher Ehepaar Barbara und Gerard Rybka in enger Abstimmung mit der kommunalen Gemeinde initiiert. Barbara Rybka und Sandra Schiwy aus der Kulturabteilung der Gemeindeverwaltung hatten einen "Dienstplan" für die riesige Helferschar aufgestellt. Manche Ehrenamtliche ließen sich nicht beirren und blieben von Anfang bis Ende dabei. Auch spontan und unangemeldet pilgerten einige Bürgerinnen und Bürger zur Unterstützung ins Pfarrheim, darunter auch viele Jugendliche.

Dank an die vielen Freiwilligen

Die auf dem Parkplatz vorfahrenden Autos und Kleintransporter lieferten Waren, welche freiwillige Einsatzkräfte mit dem Sackkarren oder Trolley ins Pfarrheim beförderten. Um die perfekte Zuordnung zu erleichtern, fanden sich an den Wänden in deutscher und polnischer Sprache die Hinweise auf entsprechende Warensektoren - zum Beispiel "Gegenstände des täglichen Lebens", "Hygiene- und Pflegeartikel", "Konserven" oder auch "Lebensmittel".

Parallel sammelte die Sulzbacher Feuerwehr im Oberliederbacher Weg Hilfsgüter, die ebenfalls in den Pfarrheim-Fundus flossen. Besonders hilfreich war, dass das Sulzbacher Arztehepaar Angela Wolf und Klaus-Peter Sniehotta die fachgerechte Sortierung medizinischer Artikel übernahm.

Das Ehepaar Rybka und Bürgermeister Elmar Bociek dankten den zahlreichen Freiwilligen, die ihre Freizeit dem Wohl notleidender Menschen ohne Wenn und Aber widmeten, den privaten und gewerblichen Spendern sowie der freiwilligen Feuerwehr, die gemeinsam eine stattliche Zahl an Gütern und Umzugskartons beisteuerten.

"Keine private Entrümpelung"

"Die Beteiligung sprengte alle Erwartungen", sagte der Küster der katholischen Kirchengemeinde, Gerard Rybka. Bürgermeister Elmar Bociek staunte "über das bienenfleißige, entschlossene und bestens organisierte Treiben um mich herum".

Die Knorsch Transport GmbH bringt die gesammelten Güter in die südpolnische Stadt Andrychów. Dort werden die Sachspenden aus Sulzbach sowohl an die dort untergebrachten Flüchtlinge aus der Ukraine verteilt als auch in deren umkämpftes Heimatland transportiert.

Warum geht die Lieferung nach Andrychow? Die Sulzbacher katholische Kirchengemeinde hält seit vielen Jahren Kontakt mit der dortigen Kirchengemeinde. Küster Rybka ist mit dem katholischen Pfarrer Zak befreundet, der schon mehrfach als Geschenk zum Erntedankfest ein 1,70 Meter hohes und 30 Kilogramm schweres Strohgebinde nach Sulzbach geschickt hat.

Wegen Corona musste das zuletzt jedoch ausfallen. "Die Tradition soll aber fortgesetzt werden, wenn Corona und Krieg hoffentlich bald vorbei sind", sagen die Eheleute Rybka.

Barbara und Gerard Rybka gehen davon aus, dass künftig weitere Aktionen zugunsten der Ukraine folgen werden. Deshalb zieht Gerard Rybka Lehren aus der "Premiere": Vereinzelt fanden wir in den gelieferten Kisten - versteckt unter nützlichem Verbrauchsmaterial - verschmutzte Bettdecken, Schuhe oder längst abgelaufene Waren."

Dies habe die Abläufe erheblich verzögert. Gerard Rybka appelliert daran, "dass keine private Entrümpelung auf dem Rücken der freiwilligen Kräfte abgeladen wird".

Patrick und Friedrich (rechts) nahmen am Parkplatz vor dem Pfarrheim die Kartons entgegen.
Patrick und Friedrich (rechts) nahmen am Parkplatz vor dem Pfarrheim die Kartons entgegen. © Schöffel

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