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Zankapfel Bürgerhaus: Die BI hält nicht viel von den Vorschlägen, die Rathauschef Elmar Bociek im Ausschuss präsentierte.

Bau von Seniorenwohnungen

Bürgerhaus: Initiative besteht auf ihren Forderungen

Nachdem Bürgermeister Elmar Bociek seine Vorstellungen zur Erweiterung des Bürgerhauses zu einer Senioren-Wohnanlage präsentiert hat, meldet sich die Bürgerinitiative wieder zu Wort. Sie fordert nach wie vor, das Bürgerhaus mit Gaststätte und Vereinsräumen in der bisherigen Form zu erhalten.

Für einige Zeit war die Diskussion um die Zukunft des Bürgerhauses am Platz an der Linde verstummt. Die Gaststätte „Die Linde“ ist seit dem Sommer 2017 wieder geöffnet und mit dem idyllischen Biergarten ein Publikumsmagnet für Gäste aus nah und fern. Der Saal und weitere Kolleg-Räume werden von etlichen Vereinen und Institutionen an sechs Tagen in der Woche für Kurse, Proben und andere Veranstaltungen genutzt.

Doch Überlegungen für eine Veränderung waren niemals abgeschlossen. Im Juni 2018 hatte Bürgermeister Elmar Bociek im Gespräch mit dem Kreisblatt angekündigt, dass er zum Jahresende ein Modell vorstellen wolle, in dem alle von verschiedenen Seiten geforderten Wünsche zur Zukunft des Bürgerhauses möglichst unter einen Hut gebracht werden sollen. Das Ergebnis seiner Überlegungen präsentierte er jüngst im Planungs- und Bauausschuss: Ein An- und Umbau für seniorengerechtes Wohnen mit dem Erhalt der Gaststätte, aber einer erheblichen Verkleinerung der Räume (wir berichteten).

Mit Besorgnis

Die Bürgerinitiative „Finger weg vom Bürgerhaus“ um Willi Christian, Alfred Schrodt und Hans Weihrauch teilte jetzt in einer Presseerklärung mit, dass sie die jüngsten Entwicklungen zur Zukunft des Bürgerhauses mit Besorgnis verfolgt habe und hält an ihrer Forderung fest, das Bürgerhaus mit Gaststätte und Vereinsräumen in der bisherigen Form zu erhalten. Sie erinnert an die mehr als 1600 Unterschriften von Sulzbacher Bürgerinnen und Bürgern, mit denen das gefordert wurde.

Es sei oberstes Gebot für die Politiker, diesem eindeutigen Bürgerwillen Rechnung zu tragen. Die Errichtung von Seniorenwohnungen – soweit dafür überhaupt ein Bedarf ermittelt wurde – sei eine begrüßenswerte Sache, aber: Bitte nicht auf dem Areal des Bürgerhauses.

Die Bürgerinitiative fordert, die notwendigen Sanierungs- und Reparaturarbeiten am Bürgerhaus am Platz an der Linde für eine künftige optimale Nutzung endlich vorzunehmen. Sie weist darauf hin, dass der von Bürgermeister Bociek angedachte Teilabriss von circa zwei Drittel des jetzigen Bürgerhauses, der Totalumbau der Restflächen sowie die Totalüberbauung des Gesamtgeländes einschließlich des Parkplatzes mit Millionen-Kosten verbunden sein dürften. Die könne die Gemeinde ohne einen privaten Investor gar nicht aufbringen.

Unverständnis zeigt die Bürgerinitiative auch zur angekündigten erheblichen Verkleinerung der Gaststätte. Sie weist darauf hin, dass in der Gaststätte „Herrenhaus“ im Bürgerzentrum Frankfurter Hof drei Pächter wohl deshalb gescheitert sind, weil der Gastraum zu klein ist und nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Das habe der Bürgermeister festgestellt und wolle dort in Absprache mit dem nächsten Pächter ein Konzept entwickeln, wie mit einer baulichen Veränderung der Gastraum größer und mit einer direkten Anbindung an den Biergarten attraktiver werden kann.

Wie passt das zusammen?

Derselbe Bürgermeister – so heißt es weiter in der Erklärung der Bürgerinitiative – wolle nun in seiner Planung zum Bürgerhaus eine gut laufende, ebenfalls der Gemeinde gehörende Gaststätte in etwa um die Hälfte verkleinern. Die Initiatoren fragen: Wie passt das mit den Überlegungen zum Herrenhaus zusammen? Wie soll ein Gastronom dann wirtschaftlich arbeiten können?

Die Erklärung der Bürgerinitiative soll dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung, den Fraktionsvorsitzenden und dem Bürgermeister zugeleitet werden.

(hk)

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