Wegen der Pandemie wurden viele Filmpremieren verschoben. Das macht sich auch beim Umsatz im Kinopolis negativ bemerkbar. Das Kino befindet sich im Main-Taunus-Zentrum.
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Wegen der Pandemie wurden viele Filmpremieren verschoben. Das macht sich auch beim Umsatz im Kinopolis negativ bemerkbar. Das Kino befindet sich im Main-Taunus-Zentrum.

Film

Die Kassenschlager wurden wegen Corona verschoben

  • vonNayoung Lee-Quell
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Wirtschaftlich rechnet sich der Betrieb nicht: Die Geschäfte im Sulzbacher Kinopolis laufen schlecht.

Sulzbach -Es ist ein Vergnügen, sich im Kino einen schönen Blockbuster (Kassenschlager) anzuschauen. Das Geschehen auf der großen Leinwand verfolgen, dazu Popcorn genießen und eine Cola trinken - ein echter Spaß. Dieser Spaß war im März vorbei, als die Kinos wegen Corona Zwangspause hatten. Dies traf die Branche hart. Nach den ersten Lockerungen des Landes Hessen duften die Kinos im Juni wieder öffnen. Das Kinopolis in Sulzbach öffnete seine Toren fürs Publikum am 2. Juli.

"Die Geschäfte laufen schlecht", bringt es Birgit Crößmann, Betriebsleiterin des Kinopolis, auf den Punkt. Wirtschaftlich gesehen rechne sich der Betrieb derzeit nicht. Die Menschen seien wegen Corona vorsichtig geworden. Hinzu komme noch, dass es wegen der Pandemie fast keine neuen Filme gebe. "Im Moment laufen die gleichen Filme wie im März, als wir schließen mussten", sagt Crößmann. Die Blockbuster seien wegen Corona verschoben worden oder würden online laufen. "Die Ware fehlt", sagt Crößmann. Wegen Covid-19 werden derzeit die Spätfilme im Kinopolis nicht gezeigt, auch die Matinees am Wochenende fallen aus.

"Ein Zeichen, dass wir noch da sind"

Nach weiteren Lockerungen dürfen derzeit in einem großen Kinosaal 250 Besucher Platz nehmen. Rundherum müssen drei Quadratmeter Platz eingeräumt werden. Hinzu muss der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter eingehalten werden. Am Platz selbst darf der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden. Für die Kinobesucher stehen im Kundenbereich ausreichend Desinfektionsmittel und Papiertücher bereit. Der Aufwand dafür halte sich in Grenzen. Crößmann: "Wir haben auch vor Corona zwischen den Vorstellungen regelmäßig sauber gemacht und desinfiziert."

Nicht zu vergessen ist die Erfassung der Kundendaten auf Papier. "Irgendwann werden wir Berge von abgeholzten Bäumen eingelagert haben", erklärt Crößmann und berichtet auch, dass nicht jeder Besucher Verständnis dafür habe, dass die Daten erfasst würden. "Aber es hängen zu viele Jobs daran. Wir müssen die Auflagen erfüllen. Es geht ja auch um die Sicherheit", betont die 53-Jährige. Rund 90 Mitarbeiter sind im Kinopolis beschäftigt, darunter viele Aushilfen. Viele seien derzeit in Kurzarbeit, teilweise bei 50 Prozent.

"Die Öffnung ist auch ein Zeichen, um den Kunden zu sagen: Wir sind noch da. Wir sind ein mittelständisches Unternehmen und werden es hoffentlich schaffen", sagt Crößmann. Denn Hessens Fördertöpfe für die Branche seien fast nicht existent. Daher befürchtet sie auch, dass das Unternehmen in diesem Jahr nicht mehr auf einen grünen Zweig kommen wird. Kleinere Kinobetreiber, meint Birgit Crößmann, werden die lange Durststrecke womöglich nicht überleben. nay

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