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Die ehrenamtliche Tierwartinnen Gitte Willeke und Katja Schuster (weiße Jacke) füllen mit Kindern die Tüten für Hunde und Katzen.

Weihnachtspäckchen

Kleine Weihnachtswichtel im Tierheim

Das Tierheim am Arboretum möchte Kinder mit dem Thema Tierschutz vertraut machen. Jugendtierschutzprojekte sollen Kinder im Umgang mit Tieren sensibilisieren. Zum zweiten Mal packten die kleine Weihnachtswichtel Päckchen für die Hunde, Katzen und andere Haustiere.

Zwei Kaninchen, 14 Katzen und neun Hunde beherbergt das Sulzbacher Tierheim zurzeit. Tiere, denen es womöglich nicht immer gut bei Herrchen oder Frauchen ging oder die seit vielen Jahren auf eine Weitervermittlung, also ein neues Zuhause warten.

Da ist beispielsweise Malta, ein braunbeiger Mischling. „Malta kam 2015 aus dem Auslandstierschutz hierher“, erklärt Gitte Willeke. Sie ist Tierwartin im Tierheim und hat eine Reihe Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren im Schlepptau.

Die Kinder lauschen interessiert, was Gitte Willeke über die Freunde auf vier Pfoten zu berichten weiß. „Ich habe zwei Kaninchen. Sie heißen Benni und Bunny“, sagt Bennett. Er ist acht Jahre alt und liebt seine Tiere. Er weiß, dass es auch Tiere gibt, denen es nicht so gut geht, wie seinen beiden Häschen. „Deshalb möchte ich hier heute mithelfen“, sagt. Das Tierheim hat heute zum Packen von Weihnachtstüten eingeladen.

Während einer Führung durch die Anlage, deren Hundehaus erst vor gut einer Woche eingeweiht wurde, lernen die Kinder alle Tiere genauer kennen. In einer gemeinschaftlichen Aktion basteln sie anschließend Geschenktüten für Hunde, Katzen und Hasen der Region. „Wir machen das dieses Jahr zum zweiten Mal. Die Aktion kommt an“, freut sich Gitte Willeke. „Die Tüten werden mit kleinen Futterpräsenten und tiergerechtem Spielzeug befüllt“, sagt die Tierwartin. Sie werden am Samstag auf dem Sulzbacher Weihnachtsmarkt verkauft.

Die Tierschützer widmen sich seit einiger Zeit intensiv der Jugendarbeit. Führungen und Veranstaltungen sollen Kinder und Jugendliche den Umgang mit Tieren erklären. Dazu gehört die Aufklärung über Lebensgepflogenheiten der tierischen Freunde, aber auch das Wissen um die Verantwortung einem Haustier gegenüber. Nicht zuletzt werden immer wieder Tiere in Heimen abgegeben, weil sie als Welpe süß und putzig sind, als ausgewachsene Hunde jedoch zu viel Zeit in Anspruch zu nehmen scheinen.

Für zwei bis drei Euro werden die von den Weihnachtswichteln liebevoll gepackten, reich verzierten Päckchen verkauft. Die Einnahmen nutzt das Tierheim für die Anschaffung von Spezialfutter oder zur Begleichung von Behandlungskosten. „Wir brauchen immer wieder Diät- oder Diabetesfutter. Die Tiere müssen auch zum Tierarzt“, erklärt Tierwartin Willeke.

Den Kindern macht die vorweihnachtliche Packaktion Spaß. In einem Nachbarraum des Katzenhauses greifen sie beherzt in die gespendeten Leckerli-Kisten in den Geschmacksrichtungen Huhn, Rind oder Ente. Bällchen für die Hunde- oder Glocken für die Katzentüte ergänzen das Angebot. Zum Abschluss wird alles mit einem Weihnachtsaufkleber verschlossen und mit Bildern der Heimtiere verziert. Darauf noch die Aufschrift Hund, Katze oder Hase, damit der Tierfreund auch weiß, welches Leckerli er ersteht.

„Im vergangenen Jahr haben wir um die 60 Tüten verkauft. Dieses Jahr können gerne 100 Stück befüllt werden“, ist Gitte Willeke optimistisch. Die achtjährige Lotte geht häufig mit Omas Hund Miezi spazieren. Sie hat im Nu einige Hundetüten gepackt. Ob Oma mit Miezi eines ihrer Tütchen kaufen wird, verrät Lotte nicht. Bennett ist sich jedoch sicher. Er werde ein Weihnachtsgeschenk für Benni und Bunny kaufen. „Eine von meinen Tüten wäre doch cool!“, so der junge Hasenhalter.

von ESTHER FUCHS

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