Valentina (19) schmiegt sich an Matthias Schweighöfer und lässt sich mit ihm fotografieren.
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Valentina (19) schmiegt sich an Matthias Schweighöfer und lässt sich mit ihm fotografieren.

Schauspieler im MTZ

Matthias Schweighöfer: Ein Star zum Anfassen

Der Schauspieler und Regisseur hat gestern im Kinopolis seinen Film „Der Nanny“ vorgestellt. Geduldig schrieb er Autogramme, beantwortete Fragen der Fans und Journalisten.

Von Nadine Jantz

Die Fans sind aus dem Häuschen. Wild recken sie ihre Hände über die Absperrgitter. Überall ragen Handys in die Luft, Köpfe winden sich in alle Richtungen, um einen Blick auf den Schauspieler und Filmemacher Matthias Schweighöfer zu erhaschen. „Wir lieben dich“, schreien einige weibliche Jugendliche dem Blondschopf mit den Wuschelhaaren und den blauen Augen entgegen. Er antwortet lachend mit: „Ich euch auch“.

Das Geschrei und das Gewusel im Kinopolis-Foyer sind riesig. Im Pulk ist die 19 Jahre alte Valentina aus Frankfurt. „Ich möchte ihn schon seit seinem Kinoerfolg ,What a Man’, der 2011 in die Kinos kam, kennenlernen“, erzählt sie. „Als ich dann gesehen habe, dass er hierher zur Autogrammstunde kommt, wollte ich die Chance unbedingt nutzen, ihn kennenzulernen. Leider hatte niemand Lust, also habe ich meine Mutter eingepackt.“

Alexander, der Glückspilz

Alexander aus Langenhain ist heute ein besonderer Glückspilz, denn als das Kino erfuhr, dass er seinen 13. Geburtstag feiert, wurde er an der Schlange der Autogrammjäger vorbeigeführt und stand auf einmal direkt vor Matthias Schweighöfer. „Das war für mich eine tolle Überraschung. Er gehört zu meinen deutschen Lieblingsschauspielern.“ „Der Nanny“ ist Matthias Schweighöfers vierter Film, bei dem er Regie führt. 34 Jahre alt ist er. Schweighöfer, der jünger wirkt, nimmt sich viel Zeit für seine Fans. Gut gelaunt posiert er auch für das gefühlt 500. Selfie. Geduldig schreibt er Autogramme, ehe er im größten Saal des Kinopolis Fragen der Kinofans beantwortet. Anschließend dürfen die Filmfreunde sich „Der Nanny“ anschauen.

Hollywood reizt

Darin geht es um den ehrgeizigen Geschäftsmann Clemens (Schweighöfer), der viel zu viel arbeitet und keine Zeit für seine Kinder hat. Bei einem seiner Bauprojekte jagt er die Mieter aus ihrer Wohnung, damit neue Gebäude gebaut werden können. Rolf (Milan Peschel), ein Betroffener, will sich rächen, indem er als Nanny bei Clemens anheuert und möglichst großen Schaden anrichtet.

Matthias Schweighöfer ist Vater von zwei Kindern und hat neben seinen Kinoproduktionen auch eine Modefirma mit Joko Winterscheidt. Wie viel Clemens steckt in ihm? „Man ist schon viel weg von den Kindern, aber im Gegensatz zu der Person in dem Film, die absolut keinen Bezug mehr zu ihren Kindern hat, habe ich das schon. Ich arbeite aber schon viel, deshalb ist das vielleicht so ein Drittel.“ Mit seinen privaten Autos gehe er aber behutsamer um als mit denen im Film, bei dem ein Ferrari in einem Teich landet. „Wobei“, sagt Schweighöfer und hält kurz inne: „Ich hatte mal eine Assistentin, die ab und an Autos gegen Wände gesetzt hat.“

Für seine zwei Kinder hat er keine Nanny. Da setzt er auf die Omas oder auf Schauspielkollege Milan Peschel, der Patenonkel seiner Tochter Greta ist. Schweighöfer fügt hinzu: „Er macht immer Quatsch, wenn Milan kommt, dann kommt der Quatsch mit.“

Das Thema des Films kennt er nur zu gut: Sein Vater wurde von einem Frankfurter Investor aus seiner Berliner Wohnung geworfen. Seine Stiefmutter hatte unten in dem Haus einen Antiquitätenladen, den sie aufgeben musste, und wurde arbeitslos. Was wäre für Matthias Schweighöfer eine Steigerung seiner bisherigen Karriere? Möglicherweise Hollywood? „Ja, klar“, antwortet er. „Hollywood ist super. Am besten Hollywood made aus Germany, also Big-Budget-Movies sollten auch aus Deutschland kommen. Ich fände es super, wenn wir es schaffen, Filme in Deutschland zu machen, die qualitativ genauso hochwertig und aufwendig sind wie Hollywood-Produktionen.“ Im Gespräch mit dem Kreisblatt verrät er, was er jungen Menschen empfiehlt, die vielleicht beruflich in eine Richtung gehen wollen, von der andere einem tendenziell abraten. „Grundsätzlich, wenn du Lust auf etwas hast und Leute dir davon abraten, dann würde ich das trotzdem machen“, sagt Schweighöfer, der die Gründe für seinen Erfolg wie folgt beschreibt: „Ich hatte auch viel Glück. Ich war da aber auch radikal und hatte Ehrgeiz und Mut, auf die Fresse zu fallen. Aber es gab nie ’nen Punkt, wo ich gesagt habe ,Das mache ich nicht mehr’, auch wenn man da teilweise wirklich einen langen Atem braucht.“

Die ein oder andere Idee für eine Kinoproduktion in Frankfurt habe er im Kopf. Aber zunächst steht wohl ein Projekt mit Florian David Fitz an, bei dem man Schweighöfer in einer ernsten Rolle zu Gesicht bekommen wird.

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