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Gerhard Weiss im vergangenen Herbst auf dem Platz an der Linde, wo die Parkscheibenregelung gilt.

Parkscheibenregelgung

Parkregelung am Platz an der Linde bleibt für viele ein Ärgernis

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Seit auf einem Großteil der Parkflächen am Platz an der Linde Autos nur noch mit der Parkscheibenregelung abgestellt werden dürfen, gibt es immer wieder Ärger. Ein Anwohner, der in eine andere Straße ausweichen musste, fühlt sich sogar bedroht.

Gerhard Weiss, der mit seiner Frau Gabriele in der Hauptstraße 10b in Sulzbachwohnt, ist sauer. Viele Jahre lang hatte er sein Wohnmobil in der hinteren Ecke des Parkplatzes am Platz an der Linde abgestellt. Dort dürfen Autofahrer aber nur noch mit Parkscheibe und damit kurzzeitig parken. Weiss suchte eine Alternative und landete in der Straße „Am Lergesberg“. Er sagt: „Von meinem Wohnhaus ist das ein Fußweg von 10 bis 15 Minuten, je nach Zustand der Kniearthrose.“

Ein richtig ungutes Gefühl hat der Sulzbacher aber aus einem anderem Grund. Ein Anwohner aus dem Gebiet habe ihm „freundlich, aber bestimmt mitgeteilt, dass da bald etwas passieren würde“. Es heiße, die Anwohner „Am Lergesberg“ seien sauer, weil zu wenige Parkplätze zur Verfügung stünden und sie manchmal lange suchen müssten, bis sie einen Parkplatz gefunden hätten. Dieses Argument kann Gerhard Weiss wohl noch verstehen, aber der Hinweis des Anwohners gibt ihm zu denken. Gerhard Weiss fühlt sich sogar bedroht und hat seine Ängste in einem Brief dem Sulzbacher Bürgermeister Elmar Bociek mitgeteilt. Darin fragt Weiss: „Gibt es ein Anrecht der Anwohner vom Lergesberg auf ,ihre’ Parkplätze vor der Haustür? Darf ich als Bürger Sulzbachs nicht am Lergesberg parken, weil ich in der Hauptstraße wohne?“ Weiss teilte dem Bürgermeister mit, dass er sich bedroht fühle „und wir nun Angst haben, dass sich irgendwer aus der unmittelbaren Nachbarschaft an unserem Fahrzeug zu schaffen macht und daher die Fahrsicherheit unseres Fahrzeuges permanent in Frage gestellt ist“.

Die Parkplätze an der Linde in Sulzbach sind jetzt meistens leer

Gerhard Weiss sagt, „dass von der Gemeinde versucht wird, etwas zu regeln, was nicht zu regeln ist“. Er fragt sich, wer auf die Idee kam, die bisherige Situation zu verändern, zumal nach der Neuregelung mit der Parkscheibenpflicht die Plätze meistens leer sind.

Auch die Wirtin der Bürgerhaus-Gaststätte „Die Linde“, Luzie Kraul, ärgert sich über die Parkplatzsituation und das Vorgehen der Ordnungshüter. Sie sagt, sie sei genervt, weil Besucher häufig Knöllchen bekommen und nach der Parkscheibenregelung nach zwei Stunden ihr Auto umsetzen müssen. Wütend ist sie auch, weil am Straßenfest-Samstag auf dem Parkplatz in der Kirchstraße die Plätze per Hinweisschild bis 22 Uhr gesperrt waren. Da die Parkplätze von den Standbetreibern früher freigemacht wurden, hätten Gäste dort geparkt und prompt Strafzettel bekommen. Luzie Kraul vermisst da jegliches Fingerspitzengefühl: „Es kann doch nicht sein, dass die Leute aufgeschrieben werden, nachdem das Straßenfest längst vorbei war und die Plätze leer waren.“ Die Wirtin, die mit ihrem Team die Gaststätte nach monatelangem Leerstand wieder zu einem viel besuchten Treffpunkt gemacht hat, sagt: „Offenbar sind wir hier nicht gewollt.“

Auch die Mitglieder des gemischten Chors der Sängervereinigung, von denen einige mit dem Auto von außerhalb kommen, hatten sich über die vielen Knöllchen beklagt, die sie mittwochs nach der Gesangsstunde an ihren Fahrzeugen fanden. Sie setzen seit einiger Zeit auf Selbsthilfe: Das Chormitglied Luise Christian öffnet das Tor ihrer Hofreite in der Kirchstraße, in der etliche Autos Platz finden.

Gerhard Weiss hatte sich schon einmal im Herbst 2018 im Kreisblatt geäußert. Die Gemeindeverwaltung teilt mit, sie habe ihren bereits getätigten Äußerungen nichts hinzuzufügen. Sie merkte damals unter anderem an, dass die Einführung einer zeitlichen Regelung für die öffentlichen Parkplätze im Ortskern im Gemeindeentwicklungskonzept festgelegt worden sei.

(wm)

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