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Elke Stadler bei ihrer ersten Sitzung als Vorsteherin 2012.

Frühere Vorsitzende der Gemeindevertretung

SPD-Urgestein Elke Stadler tritt zurück

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Die frühere Vorsitzende der Gemeindevertretung legt nach Differenzen mit ihrer Fraktion ihr Mandat im Gemeindeparlament nieder. Mit Wirkung vom 1. März rückt Marc Blecking als Gemeindevertreter nach.

Die Nachricht überrascht. Elke Stadler, die seit 40 Jahren für die SPD dem Gemeindeparlament angehört, legt zum 1. März dieses Jahres ihr Mandat nieder. Sie begründet ihre Entscheidung mit Differenzen mit ihrer Fraktion, die ihr ein Verbleib unmöglich machen. Nachrücker für das SPD-Urgestein ist Marc Blecking.

Auslöser für den Rücktritt der 73 Jahre alten Kommunalpolitikerin, die von 2012 bis 2016 Vorsitzende der Gemeindevertretung war, ist offenbar eine von der SPD-Fraktion vorgenommene Umbesetzung der Repräsentanz im Haupt- und Finanzausschuss. Die Fraktion hatte entschieden, statt Elke Stadler und Andreas Krasemann künftig Miriam Sinn und den Parteivorsitzenden und früheren Ersten Beigeordneten Martin Lissmann in diesen Fachausschuss zu entsenden.

Elke Stadler fühlt sich nach jahrzehntelanger engagierter ehrenamtlicher Mitarbeit „rausgemobbt“. Besonders getroffen – sagte sie auf Nachfrage des Kreisblatts – habe sie, dass ihr die Entscheidung per WhatsApp mitgeteilt wurde. Die gelernte Buchhalterin Elke Stadler war als Finanzexpertin lange Zeit Stellvertretende Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses und wurde nach dem plötzlichen Tod von Günter Renneisen im Jahr 2012 zur Vorsitzenden der Gemeindevertretung gewählt. Die Sozialdemokratin gehört seit 2004 dem Kreistag an und ist seit 2011 Kreisbeigeordnete.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Krasemann bedauert Stadlers Rückzug. Im Gespräch mit dem Kreisblatt erläuterte er, dass die Fraktion den Wechsel der Besetzung im Haupt- und Finanzausschuss getroffenen habe, um ihn als Fraktionsvorsitzenden und die gesundheitlich angeschlagene Elke Stadler zu entlasten. Die Entscheidung habe er ihr bereits am Tag vor der Fraktionssitzung mitgeteilt, damit sie nicht bei dem Treffen der Fraktion davon überrascht werden würde. Krasemann unterstrich, dass Mitteilungen per WhatsApp die übliche Art der Kommunikation der SPD-Fraktion sei.

Der SPD-Nachrücker im Gemeindeparlament, Marc Blecking, ist 28 Jahre alt, gebürtig vom Niederrhein und nach dem Chemiestudium und Promotion in Essen mit seiner Frau vor sechs Jahren nach Sulzbach gezogen. Der Vater eines dreieinhalb Jahre alten Sohnes und einer knapp zwei Jahre alten Tochter unterrichtet in der Mendelssohn-Bartholdy-Schule (MBS) die Fächer Chemie und Physik.

In die SPD ist Blecking nach 5 Jahren Juso-Arbeit vor 17 Jahren eingetreten. Blecking, der Mitglied vom Evangelischen Kirchenvorstand und bei der Feuerwehr ist, will sich auch gerne in der Kommunalpolitik einbringen. Wichtig für Sulzbach sind ihm der Erhalt und Ausbau familienfreundlicher Strukturen und der guten Kinderbetreuungseinrichtungen, bezahlbarer Wohnraum gerade für junge Familien und der Zusammenhalt im Ort mit einem tatkräftigen Miteinander.

(wm)

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