Endlich wieder geöffnet: Angelika Keller in der Thalia-Buchhandlung vor den Bestsellern.
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Endlich wieder geöffnet: Angelika Keller in der Thalia-Buchhandlung vor den Bestsellern.

Main-Taunus-Zentrum

Buchladen öffnet nach Corona-Lockdown: „Leute kamen mit einem Lächeln in den Laden“

  • vonWalter Mirwald
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Das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt öffnet wieder. Buchhandlungen nehmen den Normalbetrieb auf, für andere Geschäfte können Kunden einen Termin vereinbaren.

Sulzbach – In normalen Zeiten strömen von Montag bis Samstag täglich rund 37 000 Menschen in das Main-Taunus-Einkaufszentrum (MTZ). Doch seit dem jüngsten Lockdown wegen der Corona-Pandemie am 16. Dezember vergangenen Jahres herrschte gähnende Leere in den Ladenstraßen eines der größten Einkaufszentren Deutschlands mit rund 170 Einzelhandelsgeschäften und Gastronomiebetrieben. Nur Läden, die Waren für den täglichen Bedarf anbieten, durften öffnen.

Seit gestern ist das wieder anders. Die Buchhandlung kann in den Normalbetrieb durchstarten, und viele andere Läden unterbreiten das so genannte Angebot „Click&Meet“ oder „Call&Meet“. Das bedeutet, dass sich Kunden vorher telefonisch oder auf der jeweiligen Internetseite des Shops anmelden und einen Termin für den Einkauf vereinbaren müssen. In einigen Geschäften, zum Beispiel bei Breuninger, ist aber auch Laufkundschaft willkommen. „Den Anwesenheitszettel ausfüllen, dann ist ein Aufenthalt von bis zu zweit Stunden möglich“, sagt der freundliche junge Mann am Empfang.

Öffnungen im Main-Tanus-Zentrum bei Frankfurt: Aufwärtstrend ist unübersehbar

Noch träumen Center-Manager Daniel Quaas und die Geschäftsleute von früheren goldenen Zeiten, aber ein Aufwärtstrend ist im Main-Taunus-Zentrum unübersehbar. Die Ladenstraßen sind wieder belebter, und im großen Parkhaus am Busbahnhof musste man geduldig nach einem freien Platz suchen.

„Die Herausforderung ist, dass wir noch nicht alle Rückmeldungen der Shops haben. Diese trudeln so nach und nach ein“, sagt Center-Manager Daniel Quaas. Er erläutert, dass manche Geschäfte noch nicht startbereit sind und derzeit noch den Neustart organisieren. Quaas geht davon aus, dass bis Ende der Woche 70 bis 80 Prozent aller Shops den Service anbieten werden. Quaas: „Am Montag waren etwa ein Drittel aller Läden ,scharf geschaltet‘.“

Die Lockerung stößt jedenfalls bei der Kundenschar auf positive Resonanz. Der Filialleiter von Intersport war so viel mit Online-Bestellungen beschäftigt, dass er keine Zeit für das Gespräch mit dem Kreisblatt fand. Sein Stellvertreter Sebastian Merker berichtet, dass sich seit dem jüngsten Lockdown die täglichen Online-Bestellungen von 30 auf 330 erhöht haben. Hanteln und Fitnessmatten waren schnell ausverkauft. Die Vereine sind geschlossen, also besinnen sich die Leute offenbar auf Sport daheim und in den eigenen vier Wänden.

„Click&Meet“ im Main-Taunus-Zentrum: Online-Anmeldung gescheitert

Bei der Frage des Kreisblatts: „Wie läuft es denn an?“, verweisen die Unternehmen großteils auf ihre Pressestellen in den Zentralen. Dies betont auch die Filialleiterin des „New Yorker“, strahlt aber über das ganze Gesicht und sagt: „Es läuft prima.“ Aus dem Modehaus Breuninger kam die Familie Arnold aus Bad Soden zufrieden mit Einkaufstüten heraus. Hosen, Schals, Socken, Schuhe haben sie gekauft. Alles habe gut geklappt beim persönlichen Besuch, nachdem die Online-Anmeldung gescheitert war.

Einen ganz besonderen Tag erlebte gestern die Filialleiterin der Thalia-Buchhandlung, Angelika Keller: „Wunderbar! Wir haben uns schon am Mittwoch gefreut, als die Nachricht zur Eröffnung kam und heute Morgen noch mehr.“ Endlich dürften sie und ihr Team wieder ihrer großen Leidenschaft nachgehen, Bücher zu verkaufen: „Die Leute kamen heute mit einem Lächeln in den Laden. Sie konnten wieder die Bücher in die Hand nehmen, das Cover bewundern und blättern. Und sie sagen ,Schön, dass wir wieder in die Buchhandlung rein dürfen‘.“ Angelika Keller schwärmte im Gespräch mit dem Kreisblattreporter: „Ich bin sehr gerührt, dass ich auch meine Gefühle aussprechen kann.“ Besonders glücklich ist sie auch über den Neustart, „weil es in diesem Frühjahr wunderbare Neuerscheinungen gibt“. Die Fachfrau empfiehlt vor allem zwei Titel: „Mädchen, Frau etc.“ von Bernardine Evaristo, passend zum Weltfrauentag. Und: „Die Kinder hören Pink Floyd“ von Alexander Gorkow, eine Kindheit im Deutschland der 1970er Jahre. (Walter Mirwald)

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