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Inge Dilsky istdie Tochter von Ella und Wilhelm Leuthner. Sie führte einst das erste Taxi-Unternehmen Sulzbachs.

Städtebau

Wo in Sulzbach einst eine Tankstelle stand, sollen Wohnungen entstehen

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In Sulzbach wird derzeit an allen Ecken und Enden gebaut. Eine neue Wohnanlage entsteht auch in der Bahnstraße 11. Dort wurden in den Nachkriegsjahren eine Kfz-Werkstatt und die erste Tankstelle Sulzbachs errichtet.

Ältere Sulzbacher erinnern sich noch gut: Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich in der Bahnstraße – zwischen der heutigen Wiesenstraße und dem Bahnhof –freies Feld. Das änderte sich wenige Jahre nach Kriegsende (1945): Von 1948 bis 1950 wurde das Anwesen von Wilhelm und Ella Leuthner in der Bahnstraße 11 gebaut. Die heute 81 Jahre alte in Glashütten lebende Inge Dilsky, geborene Leuthner, erinnert sich: „1950 haben wir im neuen Haus meine Konfirmation gefeiert.“

Vater Wilhelm Leuthner verkaufte Mopeds, Fahrräder und Kinderroller. Später wurden an dieser Stelle die erste Tankstelle Sulzbachs und eine Kfz-Werkstatt errichtet. Der aus Kelsterbach stammende Wilhelm Leuthner und seine aus der Sulzbacher Klosterhofstraße stammende Frau Ella, geborene Adam, bedienten die damals wenigen Autofahrer an der Zapfsäule. Auf dem Anwesen Bahnstraße 11, auf dem jetzt alle Gebäude abgerissen wurden und ein mehrstöckiges Wohngebäude entsteht, eröffnete damals auch das erste Autohaus in Sulzbach, denn die Leuthners betrieben eine Renault-Vertretung.

Dann wurde der sogenannte Bechthold-Bau links von dem Anwesen in der Wiesenstraße errichtet, später die Baulücke zwischen den Leuthners und dem Bahnhof geschlossen. Dort entstanden Wohnungen, und im Erdgeschoss war lange Zeit die Gaststätte „Zum Futterstadl“ ein beliebter Treffpunkt.

1963 sorgte Inge Dilsky für eine weitere Sulzbacher Premiere. Sie führte in der Hauptstraße 11 von 1963 bis 1974 das erste Taxi-Unternehmen Sulzbachs und warb mit dem Motto „Denk an Deinen Führerschein – Taxi-Dilsky fährt Dich sicher heim“.

Inge Dilsky weiß noch, dass ihr Taxi-Unternehmen besonders während der Bauzeit des Main-Taunus-Zentrums begehrt war: „Da gab es noch keine Busanbindung, und ich habe die Leute vom MTZ aus in die ganze Umgebung gefahren.“ Später – so erzählt sie stolz – habe sie lange Zeit das alleinige Zufahrtsrecht für ein Taxi-Unternehmen im MTZ besessen. Nach 1974 waren in der Hauptstraße 11 weiterhin ein Taxi-Unternehmen, aber auch ein Abschleppdienst und eine Fahrschule untergebracht. Jetzt wird dort das Wohngebäude errichtet.

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