Wenn Rehe flüchten, rennen sie manchmal blindlings auch in Zäune. Dabei können sie schwere Verletzungen erleiden.
+
Wenn Rehe flüchten, rennen sie manchmal blindlings auch in Zäune. Dabei können sie schwere Verletzungen erleiden.

Randale in Sulzbach

Rehe auf dem Sulzbacher Werferplatz

  • vonWalter Mirwald
    schließen

Unbekannte schneiden Loch in den Zaun: Tiere finden den Weg nicht zurück

Sulzbach -Schon mehrfach haben vermutlich jugendliche Randalierer ein Loch in den Zaun des Leichtathletik-Werferplatzes am Eichwald geschnitten, um dort nächtliche Partys zu feiern. Dieser Leichtsinn hatte schon dreimal verheerende Folgen. Denn Rehe fanden dieses Schlupfloch, hielten sich nachts auf dem Werferplatz auf, fanden in den Morgenstunden aber nicht mehr den Weg zurück. Jagdpächter Matias Richter kann dazu traurige Geschichten erzählen.

Vor drei Jahren musste ein Reh erschossen werden, weil es beim verzweifelten Versuch aus dem eingezäunten Gelände auszubrechen, so erschöpft und verletzt war, dass es keine andere Möglichkeit gab. Im vergangenen Jahr konnte ein Reh zum Glück unversehrt den Weg in die Freiheit finden, und auch vor wenigen Wochen endete die Sache glimpflich.

Zwei junge Mädchen hatten Anfang Juli das eingesperrte Reh entdeckt und die Polizei gerufen. Das Areal wurde weitläufig abgesperrt, so dass das Reh nicht durch äußere Einflüsse gestört wurde und sich aus der Gefangenschaft retten konnte.

Radlader in Bewegung gesetzt

Jagdpächter Matias Richter rät, in solchen Fällen sofort die Polizei zu verständigen und 100 Meter Abstand zu dem Reh zu halten, bis Hilfe kommt. "Nichts ist schlimmer für ein Reh, als wenn sich Menschen nahe an dem Zaun aufhalten und möglicherweise noch bellende Hunde dabei sind." Dann würde ein Reh unter Stress geraten, hektisch gegen den Zaun anrennen und sich möglicherweise schwere Verletzungen zuziehen.

Der Werferplatz ist offenbar ein Anziehungspunkt für Randalierer. Anfang September 2017 hatten ein oder mehrere Täter einen vor den Tennisplätzen abgestellten Radlader in Bewegung gesetzt, und im Eichwald und auf dem danebenliegenden Werferplatz große Schäden hinterlassen. Der oder die Täter waren zunächst in die Schneise des Eichwaldes gerast, die zur klassischen Trainingsrunde für Läufer und Walker zählt. Dabei wurden Bäume und Sträucher entwurzelt und eine Bank zerstört.

Dann bogen der oder die Fahrer nach einigen hundert Metern rechts ab, verließen den Wald und fuhren in den Zaun des Leichtathletik-Werferplatzes, der auf einer Breite von etwa 20 Metern niedergewalzt wurde. Es entstand ein Schaden von mehreren tausend Euro. Die Fahndung blieb bis heute erfolglos. wm

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare