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Der Tiefbrunnen "In der Schmergelkaut" in der Sulzbacher Feldgemarkung muss saniert werden.

Wasserversorgung

Sulzbach: Überbohrung soll Förderung aus Tiefbrunnen ergiebiger machen

  • vonWalter Mirwald
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Gemeinde Sulzbach rechnet mit Kosten von einer Million Euro

Sulzbach -Der vor mehr als 30 Jahren geplante und genehmigte Tiefbrunnen "In der Schmergelkaut" in der Sulzbacher Feldgemarkung muss saniert werden. Das kostet eine Million Euro. 200 000 Euro sind für diese Maßnahme in den Haushalt 2020 eingestellt. Der große Restbetrag von 800 000 Euro ist für den Haushalt 2021 vorgesehen, der derzeit vom Haupt- und Finanzausschuss beraten wird.

Ursprünglich ist man von Gesamtkosten von 600 000 Euro ausgegangen. In der ersten von drei Sitzungsrunden des Fachausschusses in der vergangenen Woche teilte Bürgermeister Elmar Bociek aber mit, dass noch einmal 400 000 Euro draufgesattelt werden müssen.

Eine notwendige Investition

Das ist zweifellos eine beträchtliche Investition in der derzeit von der Corona-Krise gebeutelten Gemeinde, aber nach Meinung des Gemeindevorstandes, der Parlamentarier und hinzugezogenen Fachleute eine notwendige Investition.

Die Gemeinde Sulzbach bezieht seit vielen Jahren den Großteil ihres Trinkwassers von "Hessenwasser". Aber die Eigenförderung, auch wenn es sich nur um einen geringen Anteil handelt, ist nach Meinung der Experten ein wichtiges Standbein der Wasserversorgung. Zudem bescheinigte Dr. Georg Mittelbach vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie der Gemeinde Sulzbach, dass sie einen besonderen Brunnen hat: "So was Schönes können nur wenige Kommunen vorweisen."

Nitratfreies Wasser aus 166 Metern Tiefe

Mittelbach ist im hessischen Landesamt im "Dezernat 4 - Hydrogeologie. Grundwasser" für die Kreise Main-Taunus, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, Wiesbaden und Wetterau zuständig. In der jüngsten Sitzung des Sulzbacher Planungs- und Bauausschusses erläuterte er, dass der Brunnen "In der Schmergelkaut" mit 166 Metern besonders tief ist und dass ihn nicht Regenwasser speist, sondern Wasser aus dem Taunus unterirdisch zufließt. Mittelbach: "In diesen tiefen Wassern ist kein Sauerstoff. Es ist nitratfreies fossiles Wasser."

Für den Sulzbacher Brunnen ist eine jährliche Förderung von 110 000 Kubikmeter genehmigt, wegen der Schäden an der Brunnenleitung derzeit aber nur 40 000 Kubikmeter. "Nach der Sanierung können wir wieder mehr Wasser entnehmen", sagt der Leiter des Bereichs Planen, Bauen, Liegenschaften im Sulzbacher Rathaus, Winfried Pohl.

Eine Befahrung des Tiefbrunnens durch ein Fachunternehmen führte zu den Erkenntnissen, dass der Brunnen, der nahe der Aral-Tankstelle an der Autobahn A 66 in der Feldgemarkung inmitten eines kleinen Wäldchens liegt, durch eine sogenannte Überbohrung saniert werden muss. Überbohrung heißt, dass in dem vorhandenen Schacht gebohrt wird und dadurch ein komplett neuer Brunnen entsteht.

Neue Technik im alten Bohrloch

Winfried Pohl erläutert: "Die bisherige Technik wird aus dem Bohrloch entfernt und eine neue eingeführt." "Warum bohrt man nicht an anderer Stelle einen neuen Brunnen?", fragte Georg Mittelbach und gab selbst die Antwort: "Weil Bestandsschutz besteht und das deshalb nicht genehmigungsfähig ist."

Fazit der über längere Zeit in verschiedenen Sitzungen geführten Diskussion: Das Fachplanungsbüro HUG Geoconsult GmbH wird beauftragt, die entsprechenden Maßnahmen zur Brunnensanierung vorzubereiten. walter mirwald

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