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Über eine Trabantenstadt ums Main-Taunus-Zentrum wird seit einigen Monaten debattiert. Nun wird ein neues Gewerbegebiet gebaut ?ist die MTZ-Stadt damit Geschichte?

Am Rosenweg

Sulzbacher Gewerbegebiet könnte MTZ-Stadt verhindern

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Eine zukunftsträchtige Bedeutung hat der einstimmige Beschluss der Gemeindevertretung für die Aufstellung des Bebauungsplan Nr. 80 „Am Rosenweg“ für ein Gewerbegebiet. Dieses Areal ist ein Teil der Fläche, auf der nach dem Willen des Regionalverbandes eine Trabantenstadt entstehen soll.

Der Direktor des Regionalverbandes, Thomas Horn, war sicherlich nicht gerade begeistert, als er von der einstimmigen Beschlussfassung der Sulzbacher Gemeindevertretung zum Bebauungsplan Nr. 60 „Am Rosenweg“ hörte. Während die Kommunalpolitiker der Gemeinde damit die Weichen für die Errichtung eines Gewerbegebietes stellen wollen, spuken im Kopf des früheren Kelkheimer Bürgermeisters andere Gedanken. Das betroffene Areal rechts von der alten Bundesstraße 8 (L 3266) gegenüber des Main-Taunus-Zentrums ist eine Teilfläche der Trabantenstadt, auf der nach Horns Vorstellungen auf 70 Hektar in U-Form um das Main-Taunus-Zentrum Wohnungen für 6000 Menschen errichtet werden sollen. Derzeit handelt es sich bei der Fläche um Ackerland.

Der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Manfred Reccius, sagte im Sulzbacher Gemeindeparlament: „Mit dem neuen Gewerbegebiet machen wir dem (gemeint sind die Pläne des Regionalverbandes, die Redaktion) einen Strich durch die Rechnung.“

Ob das wirklich so ist, wird die Zukunft zeigen. In der Diskussion um den Aufstellungsbeschluss zielten jedenfalls drei Wortbeiträge mit dem Tenor „Nicht mit uns Sulzbachern“ gegen die Idee von Thomas Horn.

Miriam Sinn von der SPD freut sich über das gemeinsame Vorgehen, nachdem die Sozialdemokraten diesen Antrag für die Errichtung eines Gewerbebetriebes eingebracht hatten und sprach von einem wichtigen Baustein für die Entwicklung der Gemeinde. Zugleich appellierte sie aber auch dafür, weiter gemeinsam gegen die drohende Main-Taunus-Stadt vorzugehen.Neben den Freien Wählern und der SPD betonte Stefan Uhrig von der mitgliederstärksten Fraktion im Parlament, der CDU; auch noch mal die Ablehnung seiner Partei der Horn-Pläne. Damit wurde noch einmal die Resolution bekräftigt, mit der sich die Gemeindevertretung und der Bürgermeister deutlich gegen die Überlegungen des Regionalverbandes ausgesprochen hatten.

Ohne den Blick über das drohende Damoklesschwert der Trabantenstadt mit Mittelpunkt Main-Taunus-Zentrum ging es bei der Beratung zum auszuweisenden Gewerbegebiet wieder einmal um die problematische Verkehrsanbindung. Manfred Reccius von den zuletzt wegen ständigen nörgelnden Einwänden zu allem Möglichen häufig belächelten Freien Wählern verkündete ein Drei-Punkte-Programm. Danach muss bei einer Realisierung des neuen Gewerbegebietes die Bahnstraße an der Kreuzung L 3266 für den Verkehr geöffnet bleiben, das neue Gewerbegebiet eine Anbindung an die L 3266 erhalten, und es darf keinen direkten Verkehrsanschluss vom neuen Gewerbegebiet in die Bahnstraße geben.

Manfred Reccius musste sich von Stefan Uhrig (CDU) sagen lassen, dass genau das die Christdemokraten schon längst in den vergangenen Debatten genauso vorgetragen haben.

Reccius sagte schließlich noch, dass die Bezeichnung „Am Rosenweg“ für den Bebauungsplan nicht die Zustimmung der Freien Wähler findet, „da hier kein Dornröschen wachgeküsst werden soll, sondern vielmehr eine Menge Beton und Verkehr auf den jetzigen Acker- und Grünflächen beabsichtigt ist“. Reccius meinte, dass das Thema bei der Namensgebung komplett verfehlt worden sei: „Oder man will damit das Bevorstehende gegenüber den Bürgern bewusst verharmlosen.“

Stefan Uhrig sieht dabei für die CDU kein Problem: „Vielleicht kommt der Name daher, weil da am Ortseingang wirklich Rosen blühen. Aber sonst ist das für uns kein großes Thema.“

(wm)

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