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Agnes Haßler, die Vorsitzende des Tierschutzvereins, öffnet das Tor zum neuen Hundehaus.

Tierheim

Das Sulzbacher Hundehaus hat ein neues Zuhause

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Es war ein hartes Stück Arbeit für den Vorstand des Tierschutzvereins, aber das Ziel ist jetzt erreicht. Das neue Hundehaus ist fast fertiggestellt und konnte in diesen Tagen bezogen werden. Im Frühjahr soll ein Einweihungsfest gefeiert werden.

Agnes Haßler kommt sich so vor, als hätte sie einen endlos langen Marathonlauf mit vielen Gehpausen absolviert und dann doch endlich das Ziel erreicht. Die engagierte Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Soden/Sulzbach und Umgebung spricht von „einem großen Tag“, an dem das neue Hundehaus am Waldpark Arboretum bezogen wurde. 20 Hunde finden hier Platz, doppelt so viele wie in dem alten Hundehaus und auch auf einer doppelt so großen Fläche.

Das neue Haus bietet zehn normale Hundeboxen, eine Polizeibox, eine Quarantänestation, eine Waschküche, ein Leinen- und Utensilien-Zimmer und eine Hundefutterküche mit Futterlager. In die Polizeibox können die Beamten, die über einen Schlüssel verfügen, auch außerhalb der Öffnungszeiten, besonders in der Nacht Fundhunde einquartieren.

Jede Box verfügt über einen Innen- und Außenbereich. „Je nach Größe der Box können bis zu 20 Hunde gut untergebracht werden“, sagt Agnes Haßler. Sie betont, dass Hunde nicht gerne allein sind und gerne zusammen in einer Box herumspringen. Beim Rundgang durch die neuen hellen Räume liest man Namensschilder wie Linda, Cindy, Sina und Fiete, deren Boxen miteinander verbunden sind. Es gibt auch große Außenflächen, auf denen die Hunde toben können. Zudem haben die Vierbeiner regelmäßig Ausgang. „Das verdanken wir unseren tollen ehrenamtlichen Gassi-Gehern, die dreimal am Tag kommen“, lobt Agnes Haßler.

Haßler ist sehr zufrieden mit dem Neubau. „Wir konnten viele Ideen umsetzen. Zum Beispiel die Verbindung der Räume und die Lage der Boxen an der Rückseite des Gebäudes. Dadurch sind die Hunde viel ruhiger, weil sie nicht durch vorbeilaufende Spaziergänger aufgeregt werden.“ Auch wegen der umliegenden Nachbargebäude war dies notwendig, da Lärmschutzauflagen erfüllt werden müssen.

Artgerechte Haltung

Nachdem im Jahr 2009 im ersten Bauabschnitt ein neues Katzenhaus fertiggestellt wurde, war der Neubau des Hundehauses unumgänglich. Das alte Hundehaus, das Ende der 50er Jahre gebaut wurde, erfüllte schon lange nicht mehr die Empfehlungen des Deutschen Tierschutzverbandes. Es gab keinen Quarantäneraum, die Boxen waren zu klein. Gruppenhaltung, die artgerechte Haltung von Hunden im Tierheim, war kaum möglich.

Die mit 720 000 Euro veranschlagten Kosten für den Bau des neuen Hundehauses wurden komplett vom Tierschutzverein getragen. Viele Spenden und eine größere Erbschaft haben das möglich gemacht. Zuvor hatte es ein für Agnes Haßler nervenaufreibendes Gerangel darum gegeben, welche der Kommunen, die das Tierheim nutzen, wie viel Geld für den Bau des Hundehauses beisteuert. Als nach mühsamen Verhandlungen Zuschüsse von 450 000 Euro genehmigt waren und die Finanzierung halbwegs gesichert war, kam die unerwartete Spende über die Erbschaft – für Agnes Haßler „ein kleines Wunder“.

Da öffentliche Gelder nur eingesetzt werden dürfen, wenn die Bedürftigkeit gegeben ist, wurden nun Gelder, die schon eingegangen waren, wieder zurücküberwiesen. Agnes Haßler setzt aber darauf, dass die vom Tierheim profitierenden Kommunen – derzeit Bad Soden, Eschborn, Hofheim, Schwalbach und Sulzbach – ihre Zuschüsse für die laufenden Betriebskosten erhöhen, möglichst auf einen Euro pro Einwohner. Das ist der Betrag, der vom Deutschen Tierschutzbund offiziell als Zuschuss empfohlen wird.

Ob das alte Hundehaus abgerissen wird oder eine andere Verwendung, zum Beispiel für ein erforderliches Kleintierhaus, findet, ist derzeit noch nicht entschieden. Im Frühjahr soll das Etappenziel Hundehaus erst einmal gefeiert werden, dann werden neue Zukunftsprojekte angedacht.

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